Trotz Basel II und steigender Zinsen: Mittelständler kümmern sich zu wenig um ihre Kreditwürdigkeit

Trotz Basel II und steigender Zinsen: Mittelständler kümmern sich zu wenig um ihre Kreditwürdigkeit (PresseBox) (Quickborn, ) Die Kreditvergabe wird teurer und immer restriktiver gehandhabt. Schuld sind die Basel II-Richtlinien und vor allem die steigenden Zinsen und internationalen Kreditkrisen. Wenn ein Unternehmer Fremdkapital braucht, muss er die geplante Investition noch sorgfältiger dokumentieren, noch höhere Sicherheiten bieten, Geschäftsdaten noch umfassender offenlegen. Für kleine Firmen wird es schwierig, überhaupt einen bezahlbaren Kredit zu bekommen. Dennoch ist die eigene Kreditwürdigkeit vielen Mittelständlern immer noch nicht wichtig genug. Doris Dreyer, Geschäftsführerin des Softwarehauses FibuNet, rät dringend zu wertorientiertem Management und zum Primat der ungeliebten Buchhaltung.

„Die US-Wirtschaft wird in erster Linie von der Immobilienkrise in eine Rezession getrieben, die sich mit Zeitverzug auch auf die Exportnation Deutschland übertragen wird. Wenn auch keine Kreditklemme existiert, wird die Kreditaufnahme teurer und die Bonitätsprüfung schärfer werden“, prophezeit Oliver Holtemüller, Konjunkturexperte und Professor für Makroökonomie der RWTH Aachen. Dabei haben allein die strengeren Bonitätsprüfungen durch die Basel II-Richtlinien schon Firmen zur Aufgabe gezwungen, die vor 2007 mit einer wohlmeinenden Hausbank durchaus Überlebenschancen gehabt hätten.

Das weiß auch Doris Dreyer, Geschäftsführerin und erfahrene Beraterin des 1984 gegründeten, mittelständischen Software-Hauses FibuNet aus Quickborn, das Systeme für die Finanzbuchhaltung und das Controlling entwickelt: „Auch wir kennen extreme Fälle aus unserer jahrelangen Beraterpraxis. Plötzlich werden Kredite nicht gewährt oder nicht verlängert, weil die Unterlagen nicht mehr den neuen Anforderungen nach Basel II entsprechen. Dann rächt sich schlechte Datenqualität in der Finanzbuchhaltung und ein fehlendes Controlling. Manche Unternehmen suchen erst dann externe Hilfe, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. “

Eine mitreißende Story und gute Bilanzen allein entlocken dem Banker von heute nur ein müdes Lächeln. Mittelständler, die einen Großteil ihrer Investitionen über externe Kredite finanzieren, müssen den eigenen Unternehmenswert kennen und kommunizieren können. Wo stehen wir? Wo geht es hin? Wieviel Eigenkapital haben wir? Entstehen Liquiditätsengpässe und warum? Was wäre, wenn? Nur wer solche Fragen beantworten kann, darf auf bessere Konditionen, eine kurzfristige Erhöhung des Kreditvolumens oder die Finanzierung größerer Investitionen hoffen. Doch nach einer KfW-Befragung von 2008 zur Unternehmensfinanzierung wissen etwa 50 % aller befragten Unternehmen bis heute nicht, welche Rating-Kriterien die eigene Hausbank anlegt, und ein Fünftel kennt die eigene Bewertungsnote nicht. Eine Studie der Creditreform belegt, dass für bereits ein Drittel der deutschen Unternehmen die Kreditaufnahme schwieriger geworden ist.

Falsche Zahlenbasis kann böse Überraschungen mit sich bringen
Ein Grundproblem kennt Doris Dreyer aus der täglichen Beratungspraxis: „Von einem konsequenten, wertorientierten Controlling sind viele mittelständische Firmen noch weit entfernt. Ungenaue, falsche oder fehlende Zahlen in der Buchhaltung, auf die wir im Tagesgeschäft immer wieder stoßen, sind da nur der Anfang. Sie scheinen harmlos, können aber zu eklatanten Fehlentscheidungen oder zu unerwarteten Problemen mit Basel II führen. Denn ohne verlässliche, genaue Zahlenbasis sind Verhandlungen mit Banken über Kredite und Konditionen ein reines Glücksspiel.“ Nicht nur, dass eine zukunftsweisende Investition dann oft nicht finanziert werde. Gelegentlich stelle sich sogar heraus, dass Unternehmen insolvent sind, ohne es selbst zu wissen.

Wenn die verschärfte Bonitätsprüfung auf eine beunruhigend schmale Eigenkapitalausstattung trifft, ist in jedem Fall Schluss mit günstigen Konditionen: „Die Kreditkosten werden gerade für kleine und mittlerer Unternehmen zwangsläufig steigen“, erwartet Doris Dreyer. „Für manche Unternehmen können die höheren Zinsen bei ohnehin scharfer Kostenkalkulation das Ende bedeuten.“

Wechselseitige Abhängigkeiten abbilden
Um jederzeit gute Karten bei der Hausbank zu haben, müssen Geschäftsführer ihre Firma konsequent wertoriertiert führen und durchorganisieren. Wer schnell aussagekräftige Forecast- und Planbilanzen, GuV- und Cash-flow-Rechnungen auf den Tisch legen muss, braucht Instrumente wie Marktpotenzialanalysen, Marketing- und Vertriebskonzepte, ein stringentes Lieferanten- und Forderungsmanagement und last but not least ein Kennzahlensystem. „Die wechselseitigen Abhängigkeiten der Ergebnisplanung, der Bilanz- und Finanzplanung mit der direkten oder der indirekten Cash-flow-Berechnung müssen in der Unternehmenssoftware abgebildet, die Teilansichten integriert werden“, rät Doris Dreyer. So gerüstet könne man auch proaktiv das Gespräch mit der Bank suchen und Verbesserungsmöglichkeiten ausloten.

FibuNet bietet hier integrierte (auch nachrüstbare) „Geschäftsanalytik“ an, um Chefs ein genaueres Bild der Unternehmenslage zu liefern, Missstände zu erkennen und zu beheben sowie die eigene Kreditwürdigkeit zu sichern. Die FibuNet-Lösung, derzeit in über 1.250 Unternehmen im Einsatz, bietet dazu ein spezielles Planungs- und Auswertungstool. Mit dem FibuNet PLANNER können Ist-Werte aus der Finanzbuchhaltung zu differenzierten Planszenarien mit hoher Genauigkeit verarbeitet werden. Die Planzahlen stehen anschließend sofort dem Rechnungswesen, beispielsweise für weitere Liquiditätsplanungen oder für Planbilanzen, zur Verfügung. Der Anwender kann außerdem direkt aus dem Planungstool auf Geschäftslogik-Daten und Daten der Buchhaltung zugreifen.

Doch eine Unternehmenssteuerung über Rechnungswesen und Controlling ist vielen Chefs noch fremd, weiß die FibuNet-Chefin: „Gerade im Mittelstand kommen Geschäftsführer meist aus technischen Disziplinen. Sie haben den Fokus in der Regel nicht auf ihrer Buchhaltung, die sie noch allzu oft als notwendiges und Kosten treibendes Übel sehen und recht stiefmütterlich behandeln.“

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