Entwicklung des Auftragseingangs in der Industrie Juli 2008

(PresseBox) (Berlin, ) Die Auftragseingänge in der Industrie sind vorläufigen Angaben zufolge [1] im Juli preis- und saisonbereinigt [2] um 1,7 % zurückgegangen. Im Vormonat hatten sie leicht aufwärts revidiert um 2,6 % abgenommen. Der Umfang an Großaufträgen war für einen Juli überdurchschnittlich. Während die Auslandsnachfrage im aktuellen Berichtsmonat mit einem Zuwachs von 0,3 % leicht stützend wirkte, gaben die Inlandsbestellungen deutlich um 3,6 % nach. Bei den Auslandsorders erhöhte sich die Nachfrage aus der Eurozone kräftig um 8,1 %, während sich die Bestellungen aus der Nicht-Eurozone um 5,7 % abschwächten. Der Rückgang der Bestelltätigkeit vollzog sich im Juli über alle industriellen Hauptgruppen hinweg. Während die Vorleistungsgüterproduzenten nur leichte Einbußen hinnehmen mussten (-0,2 %), ging das Ordervolumen bei den Investitions- und Konsumgüterproduzenten deutlicher um 2,4 % bzw. 3,1 % zurück.

Im Zweimonatsvergleich (Juni/Juli gegenüber April/Mai) verringerte sich die Nachfrage nach industriellen Erzeugnissen um 4,0 %. Sowohl die Inlands- als auch Auslandsnachfrage schwächten sich kräftig ab (-3,8 % bzw. -4,3 %). Bei der Auslandsnachfrage wirkte sich verstärkt der Rückgang der Bestellungen aus der Nicht-Eurozone aus (-6,5 %), während die Auftragseingänge aus der Eurozone weniger deutlich zurückgingen (-1,3 %). Innerhalb der industriellen Hauptgruppen verzeichneten die Investitionsgüterhersteller nach wie vor den stärksten Nachfragerückgang (-5,9 %). Das Ordervolumen bei den Vorleistungsgüterproduzenten gab um 2,0 % und das bei den Konsumgüterproduzenten um 1,0 % nach.

Ihren Vorjahresstand unterschritten die Auftragseingänge in der Industrie im Zweimonatsdurchschnitt (Juni/Juli) um 3,4 %. Die Auslandsaufträge lagen deutlich um 6,2 % und die Inlandsaufträge geringfügig um 0,4 % unter dem Vorjahresniveau.

Der in den vergangenen Monaten zu verzeichnende Rückgang der Bestelltätigkeit setzt sich fort. Trotz aktuell leichter Belebung bremsen die Auslandsaufträge in der längerfristigen Tendenz noch etwas kräftiger als die ebenfalls deutlich zurückgehenden Inlandsaufträge. Die Schwächephase der Industrieproduktion dürfte vor diesem Hintergrund auch in den kommenden Monaten anhalten. Dies signalisiert auch die deutlich weniger optimistische Stimmung in der Wirtschaft.

[1] Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bundesbank
[2] Verfahren Census X-12-ARIMA

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