Stahl, Fahrzeugbau und Logistik beflügeln Wirtschaftsdynamik

(PresseBox) (Saarbrücken, ) Der Landkreis Saarlouis ist auf dem Vormarsch. Zwar belegt der Kreis nach einer jetzt von der IHK vorgelegten Analyse bei wichtigen Strukturindikatoren nur gute Mittelplätze. Beeindruckend ist allerdings die aktuelle wirtschaftliche "Performance". So gab es hier in den letzten fünf Jahren unter allen saarländischen Landkreisen den mit Abstand höchsten Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts, den stärksten Rückgang der Arbeitslosigkeit und den größten Zuwachs an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.

Der Landkreis Saarlouis ist in vieler Hinsicht "typisch" und repräsentativ für das Saarland insgesamt - mit seinem starken industriellen Kern, seinen Siedlungsschwerpunkten längs der Saarachse und seiner langen Grenze zum französischen Nachbarn. Hier lässt sich aber auch Wirtschaftsgeschichte und Strukturwandel des Saarlandes exemplarisch verfolgen: Von den ersten montanindustriellen Anfängen über Geburt und Wachstum der Schlüsselbranche Fahrzeugbau bis zur Renaissance der Stahlindustrie und der wachsenden Bedeutung der Logistik. Auch die letzten Akte des Steinkohlenbergbaus an der Saar spielen in diesem Landkreis.

Zentral gelegen, bestens angebunden

Der Landkreis Saarlouis repräsentiert gut ein Sechstel der Landesfläche, ein Fünftel der Saar-Bevölkerung und der saarländischen Wirtschaftsleistung sowie fast ein Viertel aller industriellen Arbeitsplätze. Hier liegt, amtlich beurkundet, auch der geographische Mittelpunkt des Saarlandes. Der Kreis profitiert von seiner Nähe zu Frankreich und Luxemburg, von seiner zentralen Lage in Kerneuropa und vor allem von seiner hervorragenden Verkehrsanbindung. Von jedem Ort im Kreis Saarlouis ist in höchstens zehn Minuten ein Autobahnanschluss zu erreichen. Der Industriehafen Saarlouis/Dillingen ist nicht nur der bedeutendste Hafen im Saarland, sondern belegt unter den größten deutschen Industriebinnenhäfen immerhin einen achten Platz.

Bei wichtigen Strukturindikatoren belegt der Landkreis Saarlouis gute Mittelplätze. Beeindruckend ist allerdings die aktuelle wirtschaftliche "Performance". In einem Dynamik-Ranking der letzten fünf Jahre wäre der Landkreis mit Sicherheit Spitzenreiter. Hier gab es unter allen Landkreisen den mit Abstand höchsten Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts, den stärksten Rückgang der Arbeitslosigkeit und den größten Zuwachs an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.

Die positive Entwicklung verdankt der Landkreis vor allem seinen erfolgreichen und dynamischen Industrieunternehmen sowie einigen bemerkenswerten Ansiedlungserfolgen. Die beiden größten Industrieunternehmen im Kreis - die Fordwerke und die AG der Dillinger Hüttenwerke - stehen zugleich für die heute wichtigsten "Berufe" der Region: den Bau von Fahrzeugen und allen nur erdenklichen Zulieferteilen und die Produktion von Grundstoffen und Vorprodukten. Allein der Sektor "automotive" kommt im Landkreis auf fast zwölftausend Arbeitsplätze. Fast ebenso viele entfallen auf die Stahlherstellung und -verarbeitung, dem Bergbau und den Gießereien. Natürlich besteht die Industrie im Kreis Saarlouis aus mehr als Automobil, Stahl und Kohle. Der Standort steht auch für feine Schokolade und Knusperriegel sowie für leckere Fleisch- und Wurstwaren.

Vom Kreis Saarlouis überall nach Europa

Dass die Region um Saarlouis inzwischen auch der am dynamischsten wachsende Logistikstandort im Land ist, ist sicher vor allem der günstigen Lage, der guten Verkehrsanbindung und dem großzügigen Flächenangebot zu danken. Am Anfang standen auch hier die wachsenden Ansprüche der großen Industriebetriebe, die inzwischen weite Teile ihrer Transport- und Lagerlogistik an spezialisierte Unternehmen outgesourct haben. Einen entscheidenden Schub für den Logistikstandort brachte vor drei Jahren die Entscheidung des Unternehmens Dachser, seinen "Euro-Hub" in Überherrn zu errichten und konsequent weiter auszubauen. Erst kürzlich sind weitere Ansiedlungen hinzugekommen. Insgesamt verfügt die Logistikbranche im Kreis derzeit über gut zweieinhalbtausend Arbeitsplätze. Tendenz weiter steigend.

Überregionales Shopping-Zentrum

Im Bewusstsein der Saarländer ist Saarlouis aber vor allem ein überregional beliebter Einkaufsort. Das liegt vor allem an der Attraktivität und dem ganz besonderen Flair der Kreishauptstadt selbst. Gemessen an der Einwohnerzahl kommt Saarlouis zwar in der Rangfolge der größten Saar-Städte gerade mal auf Platz fünf. Aber der gelungene Mix aus einem breiten und individuellen Einzelhandelsangebot, einladenden Plätzen und Flaniermeilen, dem gepflegten Ambiente der alten Festungsstadt und der lebendigen und kreativen Gastro- und Kneipenszene, bilden eine Mischung, die Saarlouis erheblich "größer" und interessanter macht, als man es nach der schieren Einwohnerzahl vermuten könnte. So findet sich in Saarlouis das größte private Kaufhaus in weitem Umkreis, echte "Haushaltswaren- oder Spielwarengeschäfte" und Restaurants mit Speisekarten nach nahezu jeder nur denkbaren Küche. Von den Konsumforschern belegt, schafft es Saarlouis wie keine andere saarländische Stadt, Kunden aus dem Umland anzuziehen. Natürlich steht der Großraum Saarlouis auch für die größte Ansammlung großflächiger Einzelhandelszentren im Saarland. Bei Ensdorf, Bous und Lisdorf ist auf der "grünen Wiese" eine Handelsagglomeration entstanden, in der nahezu alle Branchen vertreten sind: Vom Kernthema Wohnen über Bau-, Elektro-, Sport- und Textilfachmärkte, Babyartikel, Autos, Fahrräder bis zu Lebensmitteln. Inzwischen hat man in Saarlouis und anderen Gemeinden im Kreis erkannt, dass Vielfalt, Attraktivität und Flair der Innenstädte und Ortskerne gegen den Veränderungsdruck in Handel und Gastronomie mit viel Einsatz verteidigt werden muss. Mit Stadtentwicklungskonzepten und gemeinsamen Handeln können die urbanen Zentren ihre Bedeutung erhalten oder wieder zurückgewinnen. Die IHK hat diesen Prozess immer wieder angestoßen und arbeitet in verschiedenen Gremien in Saarlouis und Dillingen aktiv mit.

Insgesamt hat der Landkreis Saarlouis gute Chancen, seine wichtige Rolle als Industrie-, Logistik- und Dienstleistungsstandort zu verteidigen. Natürlich wird der endgültige Wegfall der derzeit noch über 3.000 Bergbauarbeitsplätze die Bilanz der nächsten Jahre spürbar belasten. Dafür bieten die übrigen Bereiche solide Wachstumsaussichten. Insbesondere seine gute Ausgangsposition als überregionale Logistikdrehscheibe der Region wird dem Landkreis Saarlouis in Zukunft weiter zugute kommen. Die Bürger des Landkreises blicken jedenfalls optimistisch in die Zukunft - die einen trotz, die anderen wegen des absehbaren Bergbauendes.

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