Was muss ein Golfball können?

Normung im Bereich Golfausrüstung und Golfdienstleistungen: Mitwirkende für internationale Arbeitsgruppe gesucht
Golfball mit DIN-Logo (PresseBox) (Berlin, ) Länge, Präzision, Kontrolle – die Golfballhersteller versprechen so einiges. Die Regeln sehen vor, dass Golfer durch ihre Fähigkeit erfolgreich sind und nicht durch die technischen Möglichkeiten ihrer Ausrüstung. Tatsächlich können aber die Bälle sowohl in der Größe als auch im Gewicht, in der Anzahl der Dimple und in ihrer Fluglänge voneinander abweichen.

Ein deutscher Golfspieler hat jetzt beim Normenausschuss Sport- und Freizeitgerät (NASport) im DIN Deutsches Institut für Normung e. V. einen Antrag zur Normung von Golfbällen eingereicht. Er schlägt vor, einen Standard zu erarbeiten, der die Anforderungen an Gewicht, Größe, Form, Werkstoff und Lebensdauer von Golfbällen festlegt. Zudem sollten die Anfangsgeschwindigkeit und Flugweite (Gesamtlängenstandard) sowie die jeweiligen Prüfverfahren normativ festgeschrieben werden.

Die Größe und Beschaffenheit eines Golfballes werden derzeit in den Regeln von R&A Rules Limited und der United States Golf Association (USGA) beschrieben. „Mir erscheinen die Beschreibungen nicht als technisch präzise genug für Lieferbedingungen“, so der Antragsteller.

Neben der Vereinheitlichung der Anforderungen an Golfbälle sind auch weitere Standardisierungsprojekte für Anforderungen an Ausrüstung, Golfanlage und Golfdienstleistungen denkbar. Ziel der Normung ist es stets, Produkte und Dienstleistungen vergleichbar zu machen. Gute Angebote und Produkte gewinnen durch DIN-Normen, die für Sicherheit und Qualität stehen, an Attraktivität und Zuspruch.

Der Spanische Golfverband (RFEG) und das Spanische Institut für Qualität im Tourismus (ICTE) haben dies bereits erkannt und bei der Internationalen Normungsorganisation ISO die Gründung einer neuen Arbeitsgruppe WG 4 "Golf-Dienstleistungen“ innerhalb des Komitees ISO/TC 228 "Tourismus und verwandte Dienstleistungen" bewirkt. Die Arbeitsgruppe wird sich mit der Normung der Qualität von Dienstleistungen der Golfanlage und deren Einrichtungen befassen. Aspekte wie Personalqualifikation, Buchung von Abschlagzeiten, Golfschule und Beschilderung werden dabei in Betracht gezogen. Das Ziel ist es, die Transparenz und Zuverlässigkeit aller Golf-Dienstleistungen sicherzustellen.

Der Normenausschuss Sport- und Freizeitgerät im DIN (NASport) bietet allen interessierten Herstellern, Golfanlagenbetreibern und Verbänden in Deutschland die Möglichkeit, an einer Normung im Bereich Golfausrüstung und Golfdienstleistungen mitzuwirken und deutsche Interessen in der internationalen Normungsarbeit bei ISO zu vertreten.

Um eine Meinungsäußerung wird bis zum 1. November 2008 gebeten. Am 26. November 2008 wird das Lenkungsgremium des Normenausschusses Sport- und Freizeitgerät über die Gründung eines deutschen Arbeitsausschusses zum Thema Golfausrüstung und
-dienstleistungen entscheiden.

Sportarten wie Fußball, Radfahren, Fechten, Ski und Wassersport bedienen sich bereits der Normung, um klare Regeln für Spiel- sowie Wettkampfbedingungen zu schaffen, um Sicherheit und Schutz für den Sportler zu verbessern und um Rationalisierungseffekte für Hersteller und Anwender von Sportartikeln zu erreichen.


Kontakt:
Dr. Bärbel Schambach
Geschäftsführerin des NASport
DIN Deutsches Institut für Normung e. V.
Burggrafenstr. 6
10787 Berlin
Tel. 030 2601-2858
baerbel.schambach@din.de

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