Handy und E-Mail erhöhen Lebensqualität und Flexibilität

(PresseBox) (Berlin, ) .
- 72 Prozent der Handynutzer wollen privat immer erreichbar sein
- Aber zwei Drittel der Deutschen sehen Informationsflut kritisch
- Nur 40 Prozent der beruflichen Mails sind wirklich wichtig
- BITKOM gibt Tipps zum Info-Management mit Handy und E-Mail

Rund 15 Jahre nach ihrer breiten Einführung in Deutschland bekommen Handy und E-Mail gute Noten. Für neun von zehn Nutzern bringen beide Technologien einen Gewinn an Lebensqualität und Flexibilität. Bei den Handybesitzern steht auf Rang 1 der Vorteile jedoch ein Plus an persönlicher Sicherheit (95 Prozent). Das hat eine repräsentative Studie im Auftrag des Hightech-Verbandes BITKOM ergeben. "Praktisch niemand, der Handy und E-Mail nutzt, möchte darauf mehr verzichten", kommentierte BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer bei der Vorstellung der Studie in Berlin die Ergebnisse.

Gleichwohl gaben 64 Prozent der Befragten an, sie fühlten sich zumindest manchmal von Informationen überflutet. Vor allem Ältere sehen die Informationsfülle kritisch. Dafür machen die Befragten zwar hauptsächlich das Fernsehen verantwortlich. "Entscheidend ist aber die Summe der Medien, die wir nutzen", erklärte BITKOM-Präsident Scheer. "Offensichtlich fehlt es noch an Know how, mit der Informationsvielfalt effizient umzugehen."

72 Prozent der privaten Nutzer möchten jederzeit mit ihrem Mobiltelefon erreichbar sein. Dabei gibt es Unterschiede nach Altersgruppen: Die 14- bis 29-Jährigen Handynutzer wollen zu 80 Prozent stets erreichbar sein, bei den Senioren ab 65 Jahren sind es "nur" 58 Prozent.

Unter den beruflichen Anwendern kann nach eigener Aussage fast jeder zweite maximal einige Stunden auf das Handy verzichten. Nur eine Minderheit von 29 Prozent sagt, sie könnte länger als einen Tag ohne das Gerät auskommen. 39 Prozent der Diensthandy-Nutzer wollen sich überhaupt nicht von dem Gerät trennen. "Ob die ständige Erreichbarkeit hilft oder belastet, hängt stark vom richtigen Einsatz digitaler Kommunikation und der richtigen persönlichen Einstellung ab", unterstreicht Prof. Scheer.

Im Berufsleben sieht der BITKOM die Herausforderung vor allem in einem guten Management der elektronischen Post. In Unternehmen werden viele Geschäftsvorgänge nur noch per E-Mail abgewickelt. Absprachen finden seltener telefonisch statt, Unterlagen werden elektronisch statt in Papierform verschickt. Anders als bei der Papierpost wird der elektronische Briefkasten nicht nur einmal pro Tag geleert. Jeder vierte berufliche Nutzer schaut permanent nebenbei auf den Posteingang. Ein weiteres Drittel liest immerhin mehrmals täglich seine E-Mails.

"Die E-Mail hat ihre Stärke dort, wo sie wichtige Informationen schneller und leichter zugänglich macht", so Prof. Scheer. "Doch nicht immer ist sie der Königsweg - zu viele und zu belanglose Nachrichten lenken vom Wesentlichen ab." Wirklich wichtig seien im Schnitt lediglich 40 Prozent der beruflichen E-Mails, sagen die Teilnehmer der BITKOM-Studie.

54 Prozent der beruflichen E-Mail-Nutzer wünschen sich deshalb Orientierungshilfen vom Arbeitgeber: Regeln, welche Vorgänge per E Mail erledigt werden sollen und welche besser per Telefon oder im persönlichen Gespräch. Für E-Mail-freie Tage im Job plädiert aber nur eine Minderheit von 37 Prozent der beruflichen E-Mail-Nutzer.

Tipps des BITKOM für effiziente E-Mail-Kommunikation:

1. Funktionen "CC" und "Allen antworten" sparsam einsetzen.

2. Betreffzeile immer ausfüllen.

3. E-Mail-Text kurz und prägnant formulieren.

4. Betreff mit Zusatz "Dringend", wenn Antwort am selben Tag nötig. Kennzeichnung mit Ausrufezeichen dagegen sparsam einsetzen.

5. Nur ein Thema pro Mail ansprechen - erleichtert die Bearbeitung.

6. Gängige Gruß- und Rechtschreibregeln beachten - wie in Briefen.

7. 24 Stunden Antwortzeit reichen - Ausnahmen je nach Job möglich.

8. Benachrichtigung über neue Mails auf dem Bildschirm abschalten.

9. Filterregeln nutzen und weniger wichtige Mails nach Absender oder Stichwörtern in Unterordner leiten, die später bearbeitet werden. Funktioniert auch mit Mails, die man CC bekommt.

Auch für die Kommunikation mit dem Handy spricht der Hightech-Verband Empfehlungen aus. "Mit einer standardmäßigen Mailbox und einem immer größeren SMS-Speicher sorgen Handys dafür, dass wirklich wichtige Infos nicht verloren gehen", betont Prof. Scheer. "Um sich auf wichtige Aufgaben zu konzentrieren, sollten Handybesitzer eine Zeitlang unbesorgt abschalten." Das gelte auch für gesellschaftliche Anlässe.

In der Studie gaben gerade einmal 76 Prozent der Handybesitzer an, auf die Nutzung im Kino oder Theater zu verzichten. Nur jeder vierte Anwender schaltet das Gerät ab oder stumm, wenn er mit dem Partner verabredet ist (24 Prozent) oder mit Freunden ausgeht (23 Prozent). "Es erstaunt, dass sich manche Verhaltensregeln noch nicht durchgesetzt haben", sagt BITKOM-Präsident Scheer. "Dabei ist Rücksicht nicht schwer: Moderne Handys haben mehrere Umgebungsprofile, mit denen sich die Signale an unterschiedliche Situationen anpassen lassen." Immerhin jeder zweite Nutzer schaltet das Handy nachts und im Urlaub ab (je 44 Prozent) - um selbst ungestört zu sein.

Tipps des BITKOM für den Umgang mit dem Handy:

1. Schalten Sie zwischendurch ab.

2. Mit der Mailbox verpassen sie nichts. Aktivieren Sie den Anrufbeantworter und sprechen Sie eine persönliche Begrüßung auf.

3. Rufumleitungen helfen, wenn Sie nicht gestört werden wollen, aber einen dringenden Anruf erwarten. Dann können Familienmitglieder, Kollegen, Sekretärin oder Hotelrezeption Anrufe annehmen und Sie für wirklich dringende Gespräche ans Telefon holen.

4. Wenn Sie E-Mails auf dem Handy lesen, sollten die Nachrichten nicht in Echtzeit aufs Display überspielt werden. Nutzen Sie diese "Push"-Funktion nur, wenn Sie es brauchen. Wenn nicht: Rufen Sie Mails manuell ab, so bestimmen Sie den Zeitpunkt selbst.

5. SMS müssen nicht sofort beantwortet werden. Bis zu 24 Stunden sind okay, wenn nichts Dringendes anliegt. Meist lassen sich mehrere SMS-Ordner im Handy anlegen - das schafft Übersicht.

6. Konzentrieren Sie sich bei Verabredungen auf Ihren Gesprächspartner. Wenn Sie einen wichtigen Anruf erwarten, informieren Sie Ihr Gegenüber und stellen sie ein geräuscharmes Signal ein.

7. Verwenden Sie die vorhandenen Nutzungsprofile für unterschiedliche Umgebungen. Während das Gerät im Standard-Modus klingelt, ist der Signalton etwa im "Lautlos"-Profil deaktiviert. Stattdessen vibriert oder blinkt das Handy. Das genügt oft. Mit wenigen Tastendrucken kann man zwischen den Profilen umschalten.

8. Immer mehr Handys haben einen "Flug-Modus". Er nützt z.B. auch im Kino, wo selbst der Vibrationsalarm oder ein blinkendes Display stören. Dabei wird die Funkverbindung getrennt, Anrufe und SMS werden nicht angezeigt. Beim Wiedereinschalten muss nur wieder ins Standardprofil gewechselt werden. Es ist dann nicht notwendig, das Handy neu zu starten und die PIN einzugeben.

9. Das Telefon muss nicht zweimal laut piepen, wenn eine SMS ankommt. Meist reicht ein dezenter Einzelton. Handynutzer können in modernen Handys fast alle Töne anpassen - und solche wählen, die wenig stören. Das gilt auch für die Klingelmelodie.

10. Nicht schreien: Am Handy sprechen viele Menschen besonders laut - vielleicht eine Gewohnheit aus der Anfangszeit, als die Technik noch nicht so fortgeschritten war. Dank immer besserer Übertragungs- und Sprachqualität muss heute niemand mehr schreien, um verstanden zu werden. Unter dem Strich sagen zwei von drei Anwendern, dass sich elektronische Post und Mobiltelefon positiv auf ihren Alltag ausgewirkt haben. Das verbliebene Drittel sieht sowohl positive als auch negative Folgen; ausdrücklich negative Stimmen gibt es kaum.

Zur Methodik: Die zitierten Daten wurden im Rahmen einer repräsentativen Studie der ARIS Umfrageforschung im Auftrag des BITKOM erhoben. Dabei wurden 1.001 deutschsprachige Personen in Privathaushalten im Alter von 14 Jahren und mehr befragt.

Kontakt

BITKOM - Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.
Albrechtstraße 10
D-10117 Berlin
Manfred Breul
Bereichsleiter Telekommunikation
Christian Spahr
Pressesprecher Telekommunikation & Recht
Sophia Rünzel
Referentin Marktforschung und Statistik
Social Media