Kündigung der analogen Standard- Festverbindung

TD 36 (PresseBox) (Kaarst, ) Seit Mai diesen Jahres steht fest, daß die Deutsche Telekom Tochter T-Systems ihren Dienst "analoge Standard-Festverbindung" zum 30.09.2008 abkündigt. Das gleiche Schicksal droht den digitalen Festverbindungen kleiner 2 Mbit/s bis zum Ende des nächsten Jahres.

T-Systems bietet zeitlich befristete (bis zum 30.09.2009) Überbrückungsleistungen an, doch danach wird der Dienst endgültig abgeschaltet, weil der Betrieb dieser Lösung wirtschaftlich für das Unternehmen unrentabel ist.

Welche Möglichkeiten haben die Nutzer dieser Verbindungen vollwertigen Ersatz zu schaffen ?

Da ist zunächst die Möglichkeit der Umwandlung in einen analogen oder digitalen Wählanschluß.

Wenn Sie Ihre Außenstationen auf Wählbetrieb umstellen können, ist dies bestimmt die preiswerteste und einfachste Alternative. Die Leitungsführung durch die Telekom ist gegeben und die technischen Voraussetzungen dafür sind in den meisten Fällen vorhanden.

Doch Vorsicht, wenn Sie jetzt an eine Flatrate und eine Dauerwählverbindung denken - die mit den entsprechenden Modem ohne weiteres aufzubauen ist - in den AGBs der Telekom ist die Nutzungsdauer je Abrechnungszeitraum beschränkt (T-ISDN Basisanschluß = 50 Stunden im Monat).

Eine weitere Option bei der Umwandlung in einen digitalen Wählanschluß (ISDN) ist die Datenübertragung im D-Kanal.

Die Datenübertragungsgeschwindigkeit des D-Kanals beträgt 16 kbit/s, so erreicht man einen Datendurchsatz von ca. 1.200 bit/s. Die Verbindungsaufbauzeit liegt im Durchschnitt bei ca. 800 ms. Die Netzlaufzeit für die Übermittlung von Datenpaketen mit einer Paketgröße von 128 Byte zwischen ISDN-Netzknoten ist nicht länger als 700 ms für 95% aller Verbindungen. Die Dauerbelegung bei der Nutzung des D-Kanals ist erlaubt und ermöglicht eine quasi Festverbindung mit eingeschränkter Geschwindigkeit.

Alternativ zum Wählanschluß kann dieser auch in einen DSL-Anschluß umgewandelt werden, vorausgesetzt die Entfernung ist nicht zu hoch.

Mit einem entsprechenden Router in der Zentrale und der Außenstelle kann über einen VPN-Tunnel eine ständige Verbindung geschaltet werden. Ideal dazu ist eine feste IP-Adresse in der Zentrale. Die Außenstellen bauen bei Ausfall der Verbindung diese automatisch wieder auf, so dass die Verbindung wie eine Standleitung genutzt werden kann.

Ein weiterer Vorteil der DSL-Verbindung ist der Mehrwertnutzen einer Ethernet-Infrastruktur. Über sie können die verschiedensten Dienste, wie Netzwerkverbindungen, serielle Verbindungen, Telefon, Kamerabilder, I/O-Informationen, analoge Werte und sogar - mit den entsprechenden Umsetzern - "alte" WT-Verbindungen übertragen werden.

Wenn diese Alternativen nicht ausreichen oder nicht realisiert werden können, ist eine drahtlose Übertragung die Lösung.

Hier bieten sich verschiedene Alternativen:

Die Datenübertragung über GSM/GPRS (mit allen Alternativen wie EDGE, UMTS oder HSDPA) ist die wohl einfachste und preiswerteste Lösung.

Ein - fast überall - vorhandenes Netz, geringer Aufwand bei der Antennentechnik und eine Vielzahl von Übertragungsmöglichkeiten erlauben den Aufbau einer zeitnahen Übertragungstechnik.

Durch den Einsatz von GSM/GPRS-Modem sind serielle Verbindungen möglich, entsprechende Router sorgen für eine Netzwerkverbindung und Störmeldesysteme alarmieren die Bereitschaft, oder geben Meldungen oder Trendwerte an ein übergeordnetes Leitsystem.

Die Nachteile dieser Lösung liegen zum einen bei den Folgekosten, zum anderen - und für öffentliche Versorger viel gravierender - in der Netzhoheit.

Im Falle einer Netzstörung besteht keine Möglichkeit der Einflussnahme. Es muss sehr genau überlegt werden, ob die zu übertragenden Daten im Notfall vorliegen müssen, denn genau dann können Sie davon ausgehen, dass das Netz überlastet ist oder nicht zur Verfügung steht.

Anders als Ihr Mobiltelefon sind die Stationen stationär und buchen sich in der Regel immer am gleichen Netzknoten ein, wenn hier eine Störung vorliegt oder der Knoten überlastet ist, werden die Datendienste unterdrückt, denn das GSM/GPRS-Netz ist vorrangig für Sprachverbindungen ausgelegt.

Sichere Funkübertragung im eigenen Netz erlaubt die Zeitschlitzfunk-Technik. Hier werden für Ihre Anwendungen von der Bundesnetzagentur Frequenzen freigegeben und überwacht.

Durch die entsprechende Sendeleistung können große Entfernungen überbrückt werden - bis zu 20 km - und durch spezielle Funkmodem mit integrierten Routing-Funktionen können Netze mit einem Radius von 50 km problemlos aufgebaut werden.

Serielle Übertragung, so wie die Übertragung von I/O-Informationen oder analogen Messwerten gehören zu den Standardlösungen.

Neu ist die Möglichkeit von Ethernetverbindungen über diese Funktechnik. Da keine große Bandbreite zur Verfügung steht ist die Übertragung langsam, aber sie erlaubt den einfachen Anschluß von SPSen oder anderen Fernwirkstationen mit geringem Datenaufkommen an ein Leitsystem.

Eine zweite Alternative zum privaten Funknetz ist die Übertragung über TETRA-Datenfunk.

TETRA-Digitalfunklösungen sind unabhängige Kommunikationsplattformen, die sich durch hohe Redundanz und Abhörsicherheit auszeichnen und neben der Sprach- auch die Datenübertragung erlauben.

Technisch ist TETRA mit dem öffentlichen GSM/GPRS-Netz vergleichbar und hat ähnliche Dienstmerkmale, wie Telefondienste, Gruppenruf, SDS-Nachrichten (ähnlich einer SMS) und Datenübertragung.

Durch die entsprechende Modemtechnik ist die serielle Übertragung oder Netzwerkverbindung ebenso zu realisieren, wie das Versenden von Störmeldungen per SDS an ein Handterminal (Telefon) oder eine Leitstelle.

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