100.000 Euro für die drei besten mediendidaktischen Projekte an deutschsprachigen Hochschulen

Medida-Prix unter Leitung der Donau-Universität Krems vergeben
(PresseBox) (Krems, ) Drei E-Learning-Projekte wurden mit dem Mediendidaktischen Hochschulpreis, kurz Medida-Prix, gestern Donnerstag, dem 18. September in Wien ausgezeichnet. Die Gewinner erhielten das Preisgeld in der Gesamthöhe von 100.000 Euro überreicht durch Wissenschaftsminister Dr. Johannes Hahn, der den Preis in diesem Jahr stiftete. Die Gewinnerprojekte kommen aus Deutschland und der Schweiz. 2009 wird die Preisverleihung in Berlin stattfinden und vom deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert.

Der mit 100.000 Euro dotierte Medida-Prix wird seit dem Jahr 2000 in Österreich, Deutschland und der Schweiz ausgeschrieben. Heuer wurden in einem wissenschaftlichen Begutachtungsprozess aus insgesamt 77 Einreichungen 19 Finalprojekte ermittelt, die sich im Rahmen öffentlicher Hearings präsentierten. Eine neunköpfige Jury unter der wissenschaftlichen Leitung von Univ.-Prof. Dr. Peter Baumgartner, Leiter des Departments für Interaktive Medien und Bildungstechnologien an der Donau-Universität Krems, wählte die Siegerprojekte aus.

Hauptpreis für Mathe-Projekt der TU München

Die frei zugängliche Sammlung interaktiver Materialien für den Unterricht in mathematiknahen Fächern "Mathe Vital" des Zentrums Mathematik der TU München wurde mit 50.000 Euro prämiert und erhielt damit den Hauptpreis. Die Entscheidung wurde mit der hohen Interaktivität und Wiederverwendbarkeit der Materialien begründet. "Das ist Mathematik zum Anfassen", zeigte sich die Jury von den vielfachen Einsatzmöglichkeiten der visualisierten Formeln überzeugt.

Zweiter und dritter Platz für innovative Geografie-Technologie und Wissensvermittlung

Mit je 25.000 Euro wurden die an der Universität Zürich angesiedelte Initiative "GITTA" (Geographic Information Technology Training Alliance) sowie das am Institut für Wissensmedien in Deutschland entwickelte Portal e-teaching.org ausgezeichnet. Laut Jury besticht GITTA vor allem durch für jeden frei verfügbare, adaptierbare, mehrsprachige und gemeinsam mit zehn Partnerorganisationen entwickelte Lernpakete für den Umgang mit geografischen Daten, wie sie beispielsweise in jedem Navigationsgerät zu finden sind. Bei e-teaching.org würdigte die Jury die hohe Professionalität und Aktualität. Der Infopool bietet innovative Wege der Wissensvermittlung - beispielsweise in Form von online-Veranstaltungen, Podcasts oder Chats - für alle, die sich für E-Learning fit machen und am Ball bleiben wollen.

Offener Bildungsraum Hochschule

"Im Mittelpunkt der Einreichungen standen in diesem Jahr vor allem die Open- Educational-Resources-Initiativen, also die Entwicklung von frei zugänglichen Bildungsmaterialien", erklärt Baumgartner, der im Rahmen der Preisverleihung auch auf die hohe zukünftige Bedeutung dieses Themas für die Mediendidaktik am tertiären Bildungssektor hinwies. Ziel des Preises sei es, die Hochschullehrenden auch in den deutschsprachigen Ländern auf diese internationale Entwicklung aufmerksam zu machen und auf die gesellschafts- und bildungspolitische Verantwortung der Hochschulen hinzuweisen.

Der österreichische Wissenschaftsminister Johannes Hahn bekräftigte bei der Preisverleihung den politischen Willen zur Förderung von E-Learning-Strategien im Hochschulbereich: "Als Wissenschaftsminister ist es mir ein ganz besonderes Anliegen, neben der Forschung auch die innovative mediengestützte Lehre an den Hochschulen zu fördern und die innovativsten Projekte dementsprechend auszuzeichnen und hervorzuheben."

Medida-Prix fördert didaktische Innovation

Der Medida-Prix versteht sich als Impulsgeber für eine innovative und nachhaltige Implementierung digitaler Medien in der Hochschullehre. Es sollen damit didaktisch motivierte Aktivitäten unterstützt und verbreitet werden, die einen besonderen Beitrag zur Qualitätssicherung und zur nachhaltigen Verankerung digitaler Medien in der Hochschullehre leisten. Im Unterschied zu vielen anderen Medienbewerben steht beim Medida-Prix nicht die Technologie oder das Design, sondern vielmehr die didaktische Innovation im Vordergrund. Das Preisgeld muss für die Weiterentwicklung des Projekts verwendet werden. Finanziert wird der Preis vom jeweils zuständigen Ministerium im ausrichtenden Land.

Neben dem Medida-Prix wurde auch der "Knowledge Markets Publikumspreis" verliehen. Direkt von den Teilnehmern der im Vorfeld der Preisverleihung an der Donau-Universität Krems stattgefundenen Jahrestagung der Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft (GMW) gewählt, konnte sich das Team des Projektes e-teaching.org zusätzlich zum Medida-Prix-Gewinn auch über vier Sub-Notebooks freuen.

Weitere Informationen zum Medida-Prix sowie Bildmaterial zur Preisverleihung sind im Internet unter www.medidaprix.org abrufbar.

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Dr. Michael Kopp
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