Reform hat Latte höher gelegt

150 Teilnehmer beim 1. Versicherungstag Heilbronn-Franken
(PresseBox) (Heilbronn, ) Beim ersten Versicherungstag im Heilbronner Haus der Wirtschaft (IHK) boten der Bezirksverband Heilbronn-Franken des Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute e. V. (BVK) und die IHK Versicherungsvertretern und -maklern der Region ein Forum.

"Die Versicherungsbranche erlebt stürmische Zeiten. Die im vergangenen Jahr eingeführte Vermittlerrichtlinie und die Reform des Versicherungsvermittlergesetzes stellen Sie vor neue Anforderungen", sagte Rudolf Mundinger, Vorsitzender des Heilbronner Bezirks des BVK zur Begrüßung der Teilnehmer. Die neuen Gesetze und Regelungen sind in einigen Punkten gut für die Verbraucher, führen aber auch zu Haftungsproblemen. Die Definition des Leistungsumfanges eines Versicherungsschutzes wird weitere Klärungen nach sich ziehen. Hinzu kommen stetig wachsender Kosten- und Konkurrenzdruck.

Trotzdem zog sich die positive Haltung der Branche gegenüber der Reform als Tenor durch den gesamten Versicherungstag; so auch bei einer Podiumsdiskussion unter dem Motto "Der Wandel des Versicherungsvertriebs - Aufwertung eines Berufsstandes", in der aktuelle Fragen und Probleme der Versicherungsmakler und -vermittler aufgegriffen wurden. Einig waren sich die Teilnehmer: Die Latte wurde durch die Reform deutlich höher gelegt: Aber man profitiert auch davon, weil damit die Berufsqualität und das Image in der Bevölkerung wachsen.

Seit vergangenem Jahr müssen sich die Vertreter der Branche bei den IHKs registrieren lassen. Diese prüfen, ob die Versicherungsvermittler entsprechende Qualifikationen besitzen und entscheiden schließlich über die Vergabe des Berufs-"Siegels". "Die Umsetzung durch die IHKs ist hervorragend", stellte Regierungsdirektor Matthias Brehm vom Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg den Kammern ein gutes Zeugnis aus.

Mehr Zeit für die Umsetzung der Vorgaben hätte sich allerdings Thorsten Rudnik, Vorstandsmitglied des Bundes der Versicherten, gewünscht. "Die neue Richtlinie und die Reform des Versicherungsvermittlergesetzes, das war zu viel auf einmal." Letztlich müsse es zudem Ziel sein, die Verbraucher so zu informieren, dass sie die Entscheidung für eine Versicherung selbstständig treffen können.

Jürgen Pfalzer, Geschäftsführender Vorsitzender der Hausvereinigung Württembergische Versicherung AG, beklagte den hohen Verwaltungsaufwand, den das Gesetz mit sich gebracht habe. Diesen sieht auch Michael H. Heinz, Präsident des Bundes-verbandes Deutscher Versicherungskaufleute (BVK). Er betonte aber auch die Bedeutung der klaren Vorgaben der Reform. "Wenn wir ein Gesetz wollen, müssen wir es nachhaltig gestalten." Auch Wilfried Krauth, Vorstandssprecher der Württembergischen und Badischen Versicherungs-AG Heilbronn betont die Notwendigkeit der Reform: "Fakt ist, viele sind falsch versichert." Durch die Reform und die Richtlinie steigt die Qualität. "Wir merken, wie nun schwarze Schafe durch das Sieb fallen", berichtet Frank Attila Huck, Regionaldirektor der Continentale. Dies wirke sich positiv aus. Die Branche ist noch im Wandel begriffen, resümierte IHK-Geschäftsführer Armin Behringer. Doch auch er ist sich sicher, dass es zu einer Aufwertung des Berufsstandes kommen wird.

Branchenspezifische Workshops sowie eine kleine Messe, bei der sich Dienstleister der Branche vorstellten, rundeten den Versicherungstag ab. Insgesamt informierten sich rund 150 Teilnehmer beim 1. Versicherungstag.

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