Kongress über Biowerkstoffe

Welche Werkstoffe der Zukunft sind heute schon einsetzbar?
(PresseBox) (Bremen, ) Das Bionik-Innovations-Center (B-I-C) an der Hochschule Bremen war einer der Partner des Veranstalters des Fachkongresses Industrievereinigung Verstärkte Kunststoffe (AVK). Weitere Kooperationspartner waren das nova Institut, der Software-Entwickler M-Base und der Messe-Partner Composites Europe. Der diesjährige Kongress im Rahmen der AVK-Jahrestagung tagte erstmalig auch am selben Veranstaltungsort wie die Jahrestagung selbst. Im Mittelpunkt des Kongresses stand die Frage, welche Werkstoffe der Zukunft bereits heute eingesetzt werden können.

Der Fokus des diesjährigen Kongresses war auf den Bereich des Naturfaser-Spritzgusses gerichtet. Mittels dieses Verfahrens entstehen Naturfaserverstärkte Kunststoffe (NFK). Mit der Produktion von Wood-Plastic-Composites (WPC) sowie weiteren thermo- und duroplastischen NFK-Verarbeitungsverfahren befassen sich die Themenbeiträge der Veranstaltung. Aktuell werden NFK vor allem in der Automobil-, Bau- und Möbelindustrie eingesetzt.

Prof. Dr. Ing. Jörg Müssig hat den Bereich der biologischen und naturinspirierten Werkstoffe in Lehre und Forschung an der Hochschule Bremen etabliert und ausgebaut. Er wird sich am ersten Veranstaltungstag in seinem Vortrag dem Thema "Vom grundlegenden Verständnis der Struktur der Naturfasern zum gezielten Design der Werkstoffeigenschaften" widmen. Gemeinsam mit zwei weiteren Referenten, einer davon Bachelor-Absolvent des Internationalen Studiengangs Bionik an der Hochschule Bremen, trägt er wenig später unter dem Titel "Processing window of Natural fibre-PLA composites" noch einmal vor. Am zweiten Tage moderiert Müssig die Session 3 mit dem Leitthema "Konstruktion".

Hintergrund:

Jörg Müssig, Jahrgang 1968, studierte Maschinenbau an der Universität Duisburg und war von 1996 bis 1998 wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe "Neue Materialien" an der Europäischen Akademie Bad-Neuenahr-Ahrweiler GmbH. 2001 promovierte er mit einer Arbeit über "Naturfaserverstärkte Kunststoffe" an der Universität Bremen. Nach der Promotion leitete er am Faserinstitut Bremen e.V. den Forschungsbereich "Naturnahe Werkstoffe / Nachhaltigkeit". Seit 2004 ist er berufenes Mitglied der Jungen Akademie in Berlin. Sein Forschungsschwerpunkt ist die Entwicklung nachhaltiger Werkstoffkonzepte, in denen die gesamte Kette von der Gewinnung bis hin zum Produkt einbezogen wird.

Der Begriff "Biowerkstoffe" wird erst seit wenigen Jahren verwendet und soll eine Vielzahl neuer biobasierter Werkstoffe zusammen führen. Wenn es auch noch keine "offizielle" Definition gibt, so verwendet das nova-Institut den Begriff in folgender Bedeutung:

Biowerkstoffe sind Werkstoffe, die vollständig oder in relevantem Maße auf Agrarrohstoffen oder Holz basieren. Typische Agrarrohstoffe - in diesem Kontext auch Nachwachsende Rohstoffe genannt - sind u.a. Stärke, Zucker, Pflanzenöle und Cellulose (Holz, Naturfasern, Stroh) sowie spezielle Biomoleküle wie Lignin oder Kautschuk. Der Anteil dieser Naturrohstoffe im Werkstoff soll mindestens 20% betragen.

Von "Neuartigen oder innovativen Biowerkstoffen" spricht man in Abgrenzung zu traditionellen Biowerkstoffen wie Span- oder Tischlerplatte. Die Neuen werden meist mit modernen Verfahren der Kunststofftechnik wie Extrusion, Spritzgießen oder Tiefziehen verarbeitet.

Zur neuen Werkstoffgruppe der Biowerkstoffe gehören biologisch abbaubare und dauerhafte Biokunststoffe, naturfaserverstärkte (Bio-) Kunststoffe und Wood-Plastic-Composites (WPC), die in vielen Industriebereichen anwendbar sind.

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Prof. Dr.-Ing. Jörg Müssig
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