Baubeginn für Gießerei in Elsterheide

Investor Seiz: Im April 2009 soll das erste heiße Eisen fließen
(PresseBox) (Dresden, ) Im sächsischen Elsterheide entsteht für mindestens 62 Millionen Euro eine Gießerei zur Produktion von Achsen für schwere Bau- und Landmaschinen, Lastwagen und Busse. Bis zum Endausbau 2012 soll mit 400 Arbeitsplätzen eine Fertigungskapazität von 100.000 Tonnen pro Jahr entstehen. Die aus dem baden-württembergischen Rhein-Neckar-Kreis stammende SLR-Gruppe begann am Donnerstag, 25. September 2008, im Gewerbegebiet Bluno/Sabrodt offiziell mit dem Bau. "Nun hoffe ich, dass sich der Winter Zeit lässt, denn im April 2009 soll das erste heiße Eisen fließen", sagte Rudi Seiz, Eigentümer und Geschäftsführer der SLR-Gruppe. Seiz führt derzeit viele Bewerbungsgespräche. Die Arbeitsverträge mit den wichtigsten Ingenieuren sind bereits abgeschlossen. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir die richtigen Mitarbeiter finden, die zupacken können", so Seiz. Das rund elf Hektar große Grundstück hatte SLR erst Ende Mai von der Gemeinde gekauft. Die Ansiedlung war von der Kommune und dem Landratsamt Kamenz gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Sachsen begleitet worden.

Die Ansiedlung ist mit einer Anekdote verbunden: In einem Urlaub in der Türkei lernte Seiz 2007 einen Sachsen kennen, erzählte ihm von seinen Erweiterungsplänen, worauf dieser von den Vorzügen seiner Heimat schwärmte. Nach einem Besuch entschied sich Seiz, der alternativ Altanlagen in Norddeutschland, Polen und Italien hätte kaufen können, für den Neubau im Grenzgebiet von Brandenburg und Sachsen. An den bisherigen SLR-Standorten gab es keine Erweiterungsmöglichkeiten mehr.

Die SLR-Gruppe produziert mit 850 Mitarbeitern jährlich ca. 85.000 Tonnen sogenannten Sphäroguss, also Gusseisen mit Kugelgraphit. Dieses hochbelastbare, zähe und dehnbare Material besitzt mechanische Eigenschaften wie Stahl und ist in der Industrie sehr beliebt. SLR-Produkte sind überall dort im Einsatz, wo es auf hohe Belastbarkeit und Zuverlässigkeit ankommt. Achsen von Baumaschinen (ZF Passau, Dana Italien, Caterpillar weltweit, Volvo Schweden, Komatsu, Liebherr u. a.), Landmaschinen (John Deere, Agco) und LKW (DaimlerChrysler, DAF) oder Eisenbahnen (Deutsche Bahn, Schwihag, Knorr-Bremse) bestehen aus SLR-Teilen. "Unser Erfolg ist die hohe Qualität", sagt Seiz, "seit zehn Jahren liegt unser interner Ausschuss unter einem Prozent."

SLR gießt, bearbeitet und montiert zu kompletten Baugruppen. Dabei gehen die Firmen der SLR-Gruppe arbeitsteilig vor. Entwickelt und konstruiert wird bei EME-SLR im ostbayerischen Eging am See, dieser Firma ist auch die SLR-Tooling angeschlossen. Neben dem Stammwerk in St. Leon-Rot ist im österreichischen Steyr ein enger Kooperationspartner der SLR-Gruppe angegliedert. Der Guss aus diesen Gießereien wird bei SLR Czechia in Kaplice in Tschechien geputzt, grundiert und kontrolliert. Bei Hungaro-SLR im ungarischen Gödöllö werden die Teile weiter bearbeitet und zu Baugruppen montiert. Auf diese Weise kann die SLR-Gruppe im weltweiten Wettbewerb mithalten und seine Absatzmärkte in Europa sowie in Nord- und Südamerika und in Asien bedienen.

SLR wurde 1981 gegründet und ging 1986 in einem Management-Buy-Out in den 100-prozentigen Besitz der Familie von Geschäftsführer Rudi Seiz über. Der Gruppenumsatz lag 2007 bei 130 Millionen Euro.

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