Makel im Lebenslauf lassen sich häufig auch positiv darstellen

Gründe für langes Studium oder größere Lücken im Lebenslauf nennen
(PresseBox) (Düsseldorf, ) Langes Studium, schlechte Noten, große Lücken - damit solche Makel im Lebenslauf nicht zu Stolpersteinen bei der Bewerbung werden, sollten Jobsuchende zu geschickten Erklärungen greifen, rät das Magazin Junge Karriere.

Wurde beispielsweise vor dem erfolgreich abgeschlossenen Zweitstudium ein Erststudium nach kurzer Zeit abgebrochen, wird es im Lebenslauf mit Zeitangabe knapp in nur einer Zeile abgehakt. Weitschweifige Entschuldigungen im Anschreiben oder Nennung der Abbruchgründe schaden hier eher. Ein längeres Erststudium ohne Abschluss dagegen sollte mit seinen positiven Seiten erwähnt werden, empfehlen die Bewerbungsexperten Christian Püttjer und Uwe Schnierda in Junge Karriere.

Im Lebenslauf sollten dann ausgewählte Seminare, Vorlesungen und Übungen aufgeführt werden. So zeigt der Bewerber, dass die Zeit für ihn nicht umsonst war. Idealerweise haben die erworbenen Kenntnisse einen Bezug zur angestrebten Tätigkeit, so kann aus einem Malus sogar ein Bonus werden, über den andere Bewerber nicht verfügen, etwa wenn ein Volkswirt auf juristisches Wissen aus seinem abgebrochenen Erststudium der Rechtswissenschaften verweisen kann.

Auch Lücken im Lebenslauf lassen sich mit etwas Geschick bei der Bewerbung positiv verkaufen. Generell gilt, dass Zeiträume, die über zwei Monate hinausgehen, gefüllt werden sollten. Wer nach dem stressigen Abitur zur Belohnung auf Weltreise geht, sollte dies nicht verschweigen. Ein Verweis auf besuchte Sprachkurse, Work-und-Travel-Aufenthalte oder in der Praxis vertiefte Sprachkenntnisse bringen echte Pluspunkte. Wer nach der Schule als Übergang erst mal gejobbt hat, sollte dies im Lebenslauf ebenfalls angeben. Der Hinweis auf "diverse Jobs" wäre hier viel zu knapp. Besser ist es, konkrete Tätigkeiten zu benennen, zum Beispiel "Verkäuferin im X&Y-Shop": Kundenberatung, Warenpflege, Reklamationsbearbeitung". Auf diese Weise hat man gleichzeitig auch nachgewiesen, dass man die gefragten Soft Skills wie Kundenorientierung und Kommunikationsstärke bereits in der Praxis eingesetzt hat.

Weit schwieriger ist die Kaschierung schlechter Noten. Da die nicht mehr aus der Welt zu schaffen sind, gilt es, praktische Erfahrungen oder spezielle Studienkenntnisse bei der Bewerbung in den Vordergrund zu stellen. Ein zusätzliches, zum angestrebten Beruf passendes Praktikum kann hier ein positives Gegengewicht setzen. Gründe für besonders lange Studienzeiten sollten Bewerber nennen. Wer sein Studium selbst finanziert, kranke Angehörige gepflegt oder Kinder erzogen hat, sollte dies im Lebenslauf kurz vermerken. So wird die verlängerte Studienzeit für Personaler nachvollziehbarer.

Mehr Tipps zum Thema Stolpersteine im Lebenslauf stehen in der Oktober-Ausgabe von Junge Karriere, die am 26. September 2008 erschienen ist.

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Katja Stricker
Redaktion: Handelsblatt Junge Karriere
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