Gute Siedlungsgestaltung ist, wenn ein Ort für Menschen zur Heimat wird

Brillux Farbgestaltung für Siedlungen
Umsetzung nach Farbentwurf der Brillux Farbstudios in Bochum (PresseBox) (Münster, ) Das Bestreben, an einem Ort zu bleiben und sesshaft zu werden, reicht zurück bis in die Anfänge von Ackerbau, Vieh- und Vorratswirtschaft. Seither siedeln sich Menschen an Orten an, leben und wohnen gemeinsam in den so entstehenden Siedlungen. Doch was macht eine Siedlung im Jahrhundert der Mobilität zu einem attraktiven Lebensraum? Wie gelingt es, sie so zu gestalten, dass sie ihrer ursprünglichen Bedeutung gerecht wird?

In Zeiten, in denen Mobilität eine Selbstverständlichkeit und Entfernungen kein Thema mehr sind, erfüllen Siedlungen in besonderem Maße ihre ursprüngliche Bedeutung: Als Orte der Sesshaftigkeit dienen sie den Menschen als Gegenpol zum Unterwegssein. Als Orte der Heim- und Rückkehr bieten sie Ruhe und Erholung – vorausgesetzt die Siedlung ist so gestaltet, dass sie den Bedürfnissen und Anforderungen der Menschen gerecht wird.
Bei der Planung ist Gestaltung immer das Element, das die einzelnen Gebäude zu einer Siedlung verbindet. Daneben werden technische Aspekte wie Material, Ausführung, Kosten, Zeit und Rentabilität sowie soziale Aspekte wie Bewohner, Altersstruktur, Sehge¬wohn¬heiten und Nachbarschaften analysiert und bilden so die Grundlage der Herangehensweise. Gestaltung vermag das gesamte Spektrum abzudecken: Von der Vielseitigkeit bis zur Individualität. Gestaltung schlägt die Brücke von dem, was Wunsch ist, zu dem, was wirtschaftlich machbar ist. Gestaltung steigert den Wohnwert und hilft Leerstände zu beseitigen, indem sie zum Beispiel grauen, eintönigen Betonlandschaften ein freundliches, einladendes Erscheinungs¬bild verleiht. Gute Siedlungsgestaltung braucht daher ein ganzheitliches Gestaltungs¬konzept, das Form, Farbe, Architekturstil, Anordnung und Begrünung ebenso berücksichtigt wie das Umfeld, die Bewohner und die Anforderungen an technische und wirtschaftliche Machbarkeit.

Farbe als Gestaltungselement

Farbigkeit ist ein Hauptgestaltungselement der Architektur. Denn erst der Farbeindruck macht die Proportionen eines Gebäudes sichtbar, verleiht dem Baumaterial seinen unverwechselbaren Charakter und trennt den Baukörper vom Umfeld. Farbe wirkt sowohl psychologisch als auch physiologisch unmittelbar auf den Menschen ein. Farbe in der Architektur erfüllt unterschiedlichste Aufgaben und wirkt auf vielfältigste Art und Weise (siehe Kasten). Farbe kann gliedern, gruppieren, integrieren und abgrenzen. Auf dem Weg zum Farb¬gestaltungskonzept sind neben Farbpsychologie, dem vom Auftraggeber gewünschten gestalterischen Ausdruck, Bau¬stil und architektonischer Wirkung auch Denkmalschutzauflagen, Befund¬analysen, Lichteinflüsse sowie aktuelle Farbtrends, regionaltypische Farbge¬bung und städtebauliche Gesichtspunkte zu berücksichtigen. Farbgestaltung ist also immer Maßarbeit und als solche besonders innerhalb einer Siedlung unverzichtbar. Die folgenden Beispiele von Siedlungs¬gestaltungen zeigen eindrucksvoll, wie Farbe einerseits Individualität verleiht, andererseits die Zusammengehörigkeit der Häuser bildet. Jede Siedlung basiert auf einem individuellen Gestaltungskonzept.

Kasten:
Farbe in der Architektur kann:
- das Befinden beeinflussen
- Raumwirkungen verstärken
- Materialwirkungen unterstützen
- Orientierung geben
- Funktionen und Bereiche kennzeichnen
- Kontraste setzen
- Einprägsamkeit bewirken
- Identifikation schaffen

Wohnsiedlung in Hagen: Bestandssanierung 70er Jahre

Komplettsanierung mit dem Ziel, den Wohnwert zu erhöhen: Die Wohnsiedlung an der Freiburger/Lothringerstraße in Hagen ist ein gutes Beispiel für die Sanierung und Umgestaltung einer bestehenden Siedlung aus den 70er Jahren. Wunsch des Auftraggebers, der Hagener Gemeinnütziger Wohnungs¬gesellschaft mbH war es, im Zuge einer notwendigen Komplettsanierung der in die Jahre gekommenen, sehr unattraktiven Siedlung ein frisches, freundliches Erscheinungsbild zu geben, das den Bedürfnissen von Jung und Alt gerecht wird. In enger Zusammenarbeit mit dem Brillux Farbstudio Ruhrgebiet entstand ein Gestaltungs¬konzept, in das sowohl technische Komponenten wie die Sanierung der Fassaden mit einem Wärmedämm-Verbundsystem und gestalterische Aspekte wie die Landschaftsarchitektur und die Farbgestaltung eingebettet sind. Allen Beteiligten war klar, dass die Siedlung unbedingt Farbe brauchte. Insbesondere die beiden Hochhäuser stellten sich mit ihrem schwarzen Schiefer zu massiv und dunkel dar. Als Grundfarben wurden daher helle, neutral gehaltene Farbtöne ausgewählt. Die eigentliche Farbgestaltung erfolgte über die farbig abgesetzten Eingangsbereiche. Diese werden gekennzeichnet durch dunklere, kräftigere Farbtöne, die zugleich als Orientierungshilfe fungieren. Unterstützt wird dieser Effekt noch zusätzlich, indem die Treppenhausbereiche entweder vorstehen oder zurückspringen. Wichtig für die Identifikation durch die Bewohner ist, dass sich die gewohnten Farbtöne Rot und Grün auch nach der Umgestaltung wiederfinden. In ihrer Farbigkeit bilden die Hochhäuser die Eck- oder Endpunkte zweier Farbverläufe, einer von Gelb zu Rot, der andere von Gelb zu Grün. Ein weiteres grafisches Gestaltungselement sind farbige Laibungen im Eingangsbereich. Insgesamt vermittelt die Siedlung jetzt ein freundliches, sonniges, farbiges aber nicht buntes Ambiente. Die Kombinationen mit warm und kalt wirkenden Farben fügen sich harmonisch zusammen. Seit der Sanierung fühlen sich die Bewohner sehr wohl – aus einem Nebeneinander wurde ein angenehmes Miteinander.

Neubausiedlung in Rüsselsheim: junges Wohnen

In der Autostadt Rüsselsheim entstand auf 17.500 m2 eine neue klassische Wohnsiedlung mit insgesamt 82 Einfamilienhäusern in sechs unterschiedlichen Haustypen. Der Gestaltungsansatz heißt hier auf den Punkt gebracht: Farbe schafft Wiedererkennbarkeit. Die 3er- und 4er-Gruppen Reihenhäuser sowie Doppel¬häuser sind einfach und übersichtlich angeordnet, die Grundstücke dabei nach Süd/Südwest ausgerichtet. Das überwiegend autofreie Wohngebiet ist eingebettet in eine großzügig dimensionierte Grünanlage. Der Zielgruppe „Jungen Familien“ bietet die Wohnsiedlung „Regenbogenpark“ eine perfekte Infrastruktur. An das Baugebiet grenzt ein klassizistisches Gebäude an, welches in das Gestaltungskonzept integriert werden sollte. Ein weiterer zentraler Wunsch von Bauherr und Auftraggeber Wilma Bau und Bauträger GmbH war, dass die Häuser als „Wilma“-Häuser erkennbar sein sollten.
Als Lösung aus diesen Überlegungen resultierte ein aufgemaltes Gurtband. Der Trend zu Farbe wurde durch ein helles Beige als Grundfarbe berücksichtigt, das bei allen Häusern auftaucht. Um den gehobenen Wert der Doppelhäuser zu betonen erhielten diese unterschiedliche Pastelltöne. Das helle Beige und das aufgemalte Gurtband werden zum verbindenden Element der Siedlung und prägen zugleich den Kontext zu „Wilma“.

Neubausiedlung Bochum: moderne Architektur mit Farbe als Botschaft

Jede Farbe hat ihre ganz eigene Botschaft. Und gleichzeitig kann Farbigkeit an sich eine Botschaft sein. So in der Wohnanlage „Im Hole“ in Bochum, einem Projekt der VBW Bauen und Wohnen GmbH. Das beauftragte Architekturbüro Tor 5 Architekten entwickelte ein ausgefallenes Architektur- und Farbkonzept, welches vor allem junge Menschen ansprechen sollte. Der Baustil ist modern und basiert auf rechteckigen und quadratischen Formen. Die Gebäude sind in neutralem Weiß gehalten und mit den Farben Rot, Grün, Grau und Gelb akzentuiert, wobei jedes Haus „seine“ Farbe erhielt. Aufgabe des Brillux Farbstudios Ruhrgebiet war es bei diesem Projekt, die passenden Nuancierungen für diese Farben auszuarbeiten und zwar mit Blick auf farbige Haustüren auf Basis von RAL. Die Farbgestaltung schafft hier die Voraussetzung für eine hohe Identifikation der Bewohner/Eigentümer mit ihrem Haus – je höher, umso mehr wird die Hausfarbe zur „eigenen“ Farbe.

Neubausiedlung in Potsdam:
perfekte Einbindung von Architekturstil und Umgebung

Welcher Architekturstil findet sich in der Umgebung? Welche Farben sind für diesen Architekturstil typisch? Diese Fragen waren auch für die Gestaltung einer neuen Wohnsiedlung in Potsdam von großer Bedeutung. Die insgesamt fünf verschiedenen Haustypen der Siedlung greifen den für Potsdam typischen Villenstil auf und führen ihn mit modernen Mitteln fort. Die Farbigkeit bezieht sich mit ihren Beige-, Gelb-, Orange- und Terracotta-Tönen einerseits auf die Stadtfarbigkeit und spiegelt andererseits den Trend zu mediterranem Flair wieder. Die farbig abgesetzten Streifen verbinden die einzelnen Häuser zu einer Siedlung. Bei den Balkonen kam keine weitere Farbe ins Spiel, da diese nicht betont werden sollten und allein durch ihr eigenes Licht-Schatten-Spiel wirken.

Wohnsiedlung in Solingen: Bestandssanierung 50er Jahre mit architektonischen Veränderungen

In jedem Gestaltungskonzept finden sich Elemente, die für Unterscheidung sorgen und solche, die immer gleich sind und als gemeinsame Klammer fungieren. Die Siedlung Focherstraße in Solingen ist hierfür ein gutes Beispiel: Denn während es für die Häuser hieß „so farbig wie möglich“, wurden die Dächer im Zuge der Komplettsanierung einheitlich schwarz gestaltet. Die Siedlung besteht aus neun Einzel- und zwei Doppelhäusern, die im Originalstil der Erbauungszeit weiß gestrichen waren und rote Dächer hatten. Zur Erhöhung des Wohnwertes wurden Balkone angebaut, Behinder¬ten¬zugänge geplant und insgesamt ein modernes Aussehen angestrebt. Die Vorstellung der Architekten sah möglichst satte Grundfarbtöne in Abstufungen vor. Durch größtmögliche farbige Unterschiedlichkeit in der gleichen Sätti¬gung kann ebenfalls eine optische Einheit erreicht werden. Wie Bauklötze sollten die Häuser in ihrer Farbigkeit wirken, weswegen man auf die Ausbildung von Sockeln verzichtete. Die Fassade präsentiert sich bis auf die Fensterausschnitte vielmehr als eine gleichmäßige Fläche ohne Unter¬teilungen. Die hier gewählten weißen Laibungen garantieren neutralen Lichteinfall und sind zugleich ein weiteres verbindendes Element. Die Fragen, auf die es bei diesem Farbkonzept entscheidend ankam, lauteten: Wie müssen die einzelnen Farben Rot, Blau, Gelb und Grün in ihrer Sättigung und Helligkeit nuanciert sein. Und: Wo in der Reihe sitzt das grüne Haus? Denn die Verteilung der Farben sollte wie zufällig aussehen und nicht einer schematischen Abfolge gleichen.
Fragen heute Interessenten nach einer freien Wohnung in den schönen bunten Häusern, werden Sie freundlich auf die Warteliste hingewiesen, die es erst seit neuestem gibt.

Fazit: Farbe macht eine Siedlung zum attraktiven Lebensraum
Ob es um eine bestehende Wohnsiedlung oder eine Neubausiedlung geht, ob junge Menschen angesprochen werden sollen, ältere oder alle Altersstrukturen: Die Aspekte, die bei der Siedlungsgestaltung zu berücksichtigen sind, sind äußerst vielfältig. Eine zentrale Rolle spielt immer die Farbgestaltung. Farbe schafft Identifikation und Unterscheidbarkeit einerseits, gemeinsame Verbindung andererseits. Farbe macht die Siedlung zu einem attraktiven Lebensraum.

Kontakt

Brillux GmbH & Co. KG
Weseler Straße 401
D-48143 Münster
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