Allensbach-Chefin zum 3. Oktober: Auch 18 Jahre nach der Wiedervereinigung große Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschen

Nur 19 Prozent der Ostdeutschen bewerten unser Wirtschaftssystem positiv
(PresseBox) (Düsseldorf, ) Fast zwei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung ist die Haltung von Ost-und Westdeutschen zu Marktwirtschaft und Staat immer noch sehr unterschiedlich. Zu diesem Ergebnis kommt Allensbach-Chefin Renate Köcher in einem Beitrag für die WirtschaftsWoche. So ist 86 Prozent der westdeutschen, aber nur 74 Prozent der ostdeutschen Bevölkerung die Meinungsfreiheit besonders wichtig. Auf die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Parteien wählen zu können, legt nur die Hälfte der ostdeutschen Bevölkerung besonderen Wert, in Westdeutschland sind es 66 Prozent. Nur noch 19 Prozent der ostdeutschen und 39 Prozent der westdeutschen Bevölkerung bewerten das Wirtschaftssystem in Deutschland positiv. 62 Prozent der Westdeutschen halten die bundesdeutsche Demokratie für die beste Staatsform. In Ostdeutschland wird diese Auffassung nur von 29 Prozent der Bevölkerung geteilt, 41 Prozent glauben hingegen, dass es überlegene Alternativen gäbe. Köcher prognostiziert in der WirtschaftsWoche: "Diese Differenzen werden die Diskussionen und Entwicklungen unseres Landes in den nächsten Jahren gravierend beeinflussen."

Bei der Einschätzung ihrer wirtschaftlichen Lage haben sich die Bürger West- und Ostdeutschlands einander angenähert. Statt 56 Prozent wie 1991 stufen heute nur noch 48 Prozent der Westdeutschen ihre materiellen Verhältnisse als gut ein, während dieser Anteil in Ostdeutschland von 34 auf 39 Prozent gestiegen ist. Große Unterschiede gibt es bei der Bewertung der Arbeitsmarktsituation. So hält laut Allensbach jeder fünfte westdeutsche, aber fast jeder dritte ostdeutsche Erwerbstätige seinen Arbeitsplatz für nicht gesichert.

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