Photovoltaik in Frankreich: 3 % bis 2020, ein Neuanfang um mit der globalen Entwicklung Schritt zu halten

(PresseBox) (Hamburg, ) Im Jahr 2007 gingen in Frankreich zwischen 40 bis 50 MW ans Netz gegenüber 1.100 MW in Deutschland. Die gesamte französische Photovoltaik-Kapazität hat sich damit auf 80 MW verdoppelt, liegt aber weit hinter Deutschland zurück mit 3.800 MW. Laut Auskunft der Tochtergesellschaft für Erneuerbare Energien des großen nationalen Stromkonzerns EdF, EdF Energies Nouvelles, will Frankreich in den nächsten drei bis vier Jahren eine Gesamtkapazität von mindestens 2.000 MW ansteuern.

Der französische Solarenergie-Verband ENERPLAN hat kürzlich eine Studie über den derzeitigen Stand des französischen Photovoltaikmarktes in den einzelnen Regionen und seine Aussichten bis zum Jahre 2020 herausgegeben.

ENERPLAN geht davon aus, dass die mit der gebäudeintegrierten Energieeffizienz verknüpfte Photovoltaik mit 13,4 GWp bis zu 3 Prozent des französischen Stromverbrauchs abdecken könnte. Dies bedeutet eine Verdreifachung, gegenüber der Zielsetzung des Umweltgipfels Grenelle de l'Environnement aus dem Jahre 2007. ENERPLAN vertritt die französische Solarindustrie und den Handel (Hersteller, Ausrüster, Projektentwickler, Installateure, Architekten, Energieversorger etc.).

Was hat zu dieser Neueinschätzung geführt? Einerseits werden nach ENERPLAN die Herstellungskosten von Photovoltaik-Systemen sinken.

Andererseits rechnet man angesichts der europaweit steigenden Energiepreise mit einem Schub für den Solarstrom. Die europäischen Solar-Hersteller gehen davon aus, dass in den südlichen Ländern Europas bereits im Jahr 2010 der beim Verbraucher erzeugte Solarstrom mit dem konventionellen Netzstrom preislich mithalten kann.

Welche Auswirkungen hat das auf die französische Bau- und Solarenergiebranche? Die mit der Solarthermie und der Energieeffizienz verknüpfte Photovoltaik ist ein Schlüssel zur Verbreitung von Plusenergie-Häusern in Frankreich bis 2020. Positiv wirken auch die 2006 eingeführten finanziellen Anreize des französischen Staates: Der Fördertarif für Solarstrom aus Freiland- und Dachanlagen wurde nahezu verdoppelt. Die Einspeise-Vergütung für Strom aus gebäudeintegrierten Photovoltaik-Anlagen wurde sogar auf 550 Euro pro MWh angehoben. Private Haushalte erhalten seit 2006 eine sofort erstattete Steuergutschrift, in Höhe von 50% der Ausrüstungskosten. Bei solarthermischen Großanlagen erstatten die Regierung und regierungsnahe Organisationen auf Antrag über diverse Zuschüsse bis zu 80% der Investitionskosten.

Die Rahmendingungen für Solar-Projekte in Frankreich sind Thema eines Seminars der Unternehmensberatung für Erneuerbare Energien - Annette Nüsslein. Dieses Seminar wird in Kooperation mit der Invest in France Agency, Düsseldorf, durchgeführt. Es referieren u. a. Paul Kaaijk von der französischen Energieagentur ADEME, Reinhard Eckert von der Würth Solar und Stefan Engler von Hans & Associés.

Weitere Informationen unter http://www.energiekalender.de/...

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