Branchenanalyse Umwelttechnik

Roland Berger befragt sächsische Unternehmen
(PresseBox) (Dresden, ) 3.000 Briefe verschickt die Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH (WFS) in den nächsten Tagen an sächsische Unternehmen, die "im Verdacht" stehen, in irgendeiner Weise mit Umwelttechnik in Beziehung zu stehen. Darunter sind auch sämtliche Unternehmen der Maschinen- und Automobiltechnik. Im Auftrag des Umwelt- und Landwirtschaftsministeriums will die WFS eine Umwelt-Branchenstudie erstellen. Den Auftrag dazu hat Roland Berger Strategy Consulting erhalten. Die Studie soll Anfang 2009 vorgestellt werden. Die angeschriebenen Unternehmen werden gebeten, sich rege an der Befragung zu beteiligen.

Roland Berger hat 2007 bereits den Umwelttechnologie-Atlas Deutschland ("Greentech made in Germany") im Auftrag des Bundesumweltministeriums vorgelegt. Demnach ist Deutschland schon heute Exportweltmeister in dieser Branche. Der Atlas prognostiziert der Öko-Branche 2020 mehr Beschäftigte als im Automobil- und Maschinenbau zusammen. 2030 soll die Umwelttechnik eine Billion Euro umsetzen.

Sicher ist: Bei den Erneuerbaren Energien, speziell in der Photovoltaik, ist der Freistaat Sachsen, gemeinsam mit seinen Nachbarn Thüringen und Sachsen-Anhalt bereits heute deutscher Spitzenstandort. 18 Prozent aller weltweit gefertigten Solarzellen kommen aus diesen drei Bundesländern. Nicht umsonst ist das "Solarvalley Mitteldeutschland" Anfang September vom Bundesforschungsministerium als eines von fünf deutschen Spitzenclustern ausgewählt worden, die in den nächsten Jahren besonders gefördert werden sollen. Weitere Vorteile Sachsens liegen beispielsweise in der Geokompetenz und im Sanierungsbergbau.

Bisweilen leiden die sächsischen Umwelttechnologie-Unternehmen allerdings unter einem strukturellen Nachteil - sie sind für den globalen Wettbewerb zu klein. Doch etliche haben die Zeichen der Zeit erkannt und schlissen sich zu Bietergemeinschaften zusammen, wie es SAXUTEC vormacht. Darin treten verschiedene Firmen mit Spezialkompetenzen als Komplexanbieter von Umweltschutzleistungen - von der Projektierung bis zum Bau und der Überwachung in den Bereichen Wasserwirtschaft, Luftreinhaltung, Altlastensanierung, erneuerbare Energien und Lärmschutz - auf.

Um den Ausgleich der sächsischen Kleinteiligkeit in der Umwelt-Branche will sich speziell der im August 2008 gebildete Unternehmenscluster "Gesunde Umwelt", mit Geschäftsstelle bei der WFS in Dresden, annehmen. Die acht Firmen aus den Bereichen Altlasten, Abfall- und Wasserwirtschaft sowie umweltrelevante Infrastrukturentwicklung rechnen sich in ihrem Netzwerk besonders gute Absatzchancen in Tschechien, der Slowakei, in Polen und im Baltikum aus. Diese Länder müssen, um die EU-Standards einzuhalten, noch Milliarden Euro in den Umweltschutz investieren. Die Chancen auf diesem noch wachsenden Markt soll die aktuelle Studie für Sachsen aufzeigen.

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Bertolt-Brecht-Allee 22
D-01309 Dresden
WFS-Ansprechpartnerin Umwelttechnik
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