Kakao für Biogasanlagen erfordert besondere Verfahrenstechnik

Zwei mal zwei Megawatt gehen in Betrieb - Tag der offenen Tür war ein voller Erfolg
Stand der deutschen Biogas-Anlagenbauer Consentis und der niederländischen Bauunternehmen Kuilman Bouw bei der Einweihung der Biogasanlage (PresseBox) (Anerveen/Niederlande, ) Henk Nijman, Geschäftsführer der Bielefeld Bio-energie BV präsentierte eine seiner beiden 2 MW Biogasanlagen zum ersten Mal der Öffentlichkeit. Knapp 2.000 interessierte Besucher besichtigten die vom deutschen Anlagenbauer Consentis errichtete Biogasanlage, die nach 10 Monaten Bauzeit mit großem Rahmenprogramm in Betrieb genommen wurde.

Inputstoff für die Anlage bietet ein Mix aus Schweine-, Ziege-, Hühner-, und Pferdegülle, Mais, Glycerin aus Rapsöl, Weizenreste und Gras. Letztere stammen von regionalen Landwirten, die Ihre Felder mit den Gärresten der Biogasanlage düngen. Abgerundet wird die Fütterung der Anlage mit abgelaufenem Kakaopulver, der im Rotterdamer Hafen preisgünstig eingekauft wird. Kakao wird durch seinen hohen Fettgehalt als Geheimtipp für Biogasanlagen mit hohem Gasertrag gehandelt.

Spezielle Inputstoffe erfordern spezielle Verfahrenstechniken. Deshalb baute Consentis bei diesem Modell eine so genannte Hydrolyse-Stufe in ihre Biogastechnik ein. Durch die Vorversäuerung der Biomasse sinkt der pH-Wert der Inputstoffe und lässt sich auf ihrem weiteren Weg besser verarbeiten. Die späteren Gärprozesse in drei Fermentern und einem Nachgärer garantieren so eine beachtliche Gasausbeute.

Hygienisierung ermöglich Export der Gärreste Weitere Besonderheit der Anlage stellt die Hygienisierung der Gärreste dar. Dieser Prozess findet in zwei Behältern à 17 Kubikmetern statt, was knapp dem Fassungsvermögen eines LKWs entspricht. Hier werden die Gärreste etwa drei Stunden auf 70 Grad erhitzt und von Keimen und Bakterien befreit. Dies ermöglicht dem Geschäftsmann Henk Nijman die Gärreste, die auf niederländischen Feldern nicht benötigt werden, nach Deutschland zu exportieren. Geplant ist auch die baldige Inbetriebnahme einer Trocknungsanlage, die 50 Prozent der hygienisierten Gärreste entwässert. Die von Flüssigkeit befreite Masse lässt sich dann kostengünstiger transportieren.

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