Chancen und Risiken der PR im 21. Jahrhundert

[Tanja Köhler, Adrian Schaffranietz (Hrsg.). Public Relations - Perspektiven und Potenziale im 21. Jahrhundert. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden, 2004. 247 Seiten. ISBN 3-53114035-3. Preis: 24,90 Euro].
buchcover (PresseBox) (Ransbach-Baumbach, ) "Oft ist die Zukunft schon da, ehe wir ihr gewachsen sind", meinte schon John Steinbeck - und bietet den Herausgebern von ‚Public Relations - Perspektiven und Potenziale im 21. Jahrhundert’ damit einmal mehr einen Grund, sich in ihrer Sammlung wissenschaftlicher Aufsätze intensiv mit Gegenwart und Zukunft von PR zu beschäftigen. Zielgruppe sind nicht nur PR-Einsteiger und -Profis, sondern gleichermaßen auch Journalisten sowie Kommunikations- und Medienwissenschaftler.


In den sechs Kapiteln Public Relations und Professionalisierung, Public Relations und Journalismus, Krisen-Public Relations, Online-Public Relations, Internationale Public Relations sowie Public Relations und Erfolgskontrolle kommen sowohl Theoretiker wie auch langjährige Praktiker zu Wort. Eins ist klar, und darauf weisen Tanja Köhler und Adrian Schaffranietz auch in ihrem Vorwort hin: Die ausgeprägte Spezialisierung von PR kann nicht über 14 Aufsätze zwischen zwei Buchdeckeln in Gänze abgebildet werden. Die vorhandenen Beiträge reflektieren daher nur den jeweiligen Blickwinkel des Schreibers, tun dies aber zumeist auf verständliche Art - trotz des teilweise hohen akademischen Niveaus, welches sich nicht zuletzt in zahlreichen Literaturverweisen und typisch wissenschaftlichen Schaubildern auslebt.


Über den Einstieg mit den Ergebnissen einer internationalen Befragung von PR-Verantwortlichen zu allgemeinen Trends der Branche reicht der Bogen der Beiträge über grundsätzliche Spezifika des Berufsfeldes, der Rolle der Aus-, Fort- und Weiterbildung für die Qualitätssicherung bis hin zu fundierten Thesen, welche Instrumente der Öffentlichkeitsarbeit in der Zukunft an Relevanz gewinnen werden. Erwähnung findet darüber hinaus das mitunter zwiespältige, nichtsdestotrotz symbiotische Verhältnis zwischen Public Relations und Journalismus; gleichermaßen wird auch die Problematik der Trennung Werbung - PR beleuchtet. Vor dem Hintergrund aktueller Nachrichten über mangelhafte Babynahrung trägt dabei beispielsweise der Themenbereich Krisen-Public Relations dem gewachsenen Interesse Rechnung, hier erfährt der Leser ganz konkrete Handreichungen über mögliche Lösungsstrategien in einem solchen Fall.


Beiträge darüber, in welcher Weise Intranet und Internet die interne Kommunikation verändern und zunehmend bestimmen, über das zugegebenermaßen etwas kurios und einsiedlerisch anmutende Thema Museums-PR, die Öffentlichkeitsarbeit des Auswärtigen Amts gerade vor dem Hintergrund zunehmender Globalisierung und "Glokalisierung" sowie Untersuchungen zu Evaluationsstrategien und Möglichkeiten effizienter Erfolgskontrolle geben auch Laien interessante Einblicke in das breite Spektrum Öffentlichkeitsarbeit.


Grundsätzlich handelt es sich jedoch nicht unbedingt um die kleine, unkomplizierte Lektüre für zwischendurch, aber das muss ja auch nicht zwangsläufig das Ziel sein. Und was genau "Glokalisierung" ist, erfährt man nur beim Lesen.

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ars publicandi Gesellschaft für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit mbH
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Martina Schmitz

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