Zollsoftware-Anbieter GLI-MICRAM beantragt Insolvenz

Zukünftig Konzentration auf die Kernkompetenzen ‚Zollsoftware' und ‚Rechenzentrumsbetrieb'
GLI-Vorstand Dr. Matthias Frei (PresseBox) (Bochum, ) Über das Vermögen der Bochumer GLI-MICRAM AG, Anbieter der Zollsoftware skally, wurde am Dienstag vergangener Woche auf Antrag des Vorstandes das vorläufige Insolvenzverfahren eröffnet. Ein ursprünglich angestrebtes internes Sanierungskonzept der GLI-MICRAM AG scheiterte letztendlich an den zu starren Regelungen des Betriebsverfassungsgesetzes.

Der Vorstand sah sich deshalb zu der einschneidenden Maßnahme eines Insolvenzantrages zur Umsetzung der erforderlichen Reorganisationsmaßnahmen veranlasst, um wegen der stark veränderten Marktbedingungen für die vielen Stammkunden der skally ATLAS*- und NCTS*-Software auch zukünftig den Service und Support auf hohem Niveau halten und die Produkte weiter entwickeln zu können.

In Zusammenarbeit mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Frank Imberger aus Bochum, wird eine Fortführung des restrukturierten Geschäftsbetriebes angestrebt. Gleichzeitig werden verlustbringende Geschäftsbereiche wie der Vertrieb von Objektdatenbanksoftware eingestellt. Das vom Vorstand entwickelte Sanierungskonzept wird zur Zeit geprüft. "Für die Kunden wird es keine Unterbrechung in Service und Support geben", unterstreicht Vorstand Dr. Matthias Frei. "Außerdem halten wir an unseren Zielen fest, die verschiedenen Produktlinien von ‚skally' trotz verzögerter Akzeptanz der elektronischen Verfahren kontinuierlich an die neuesten gesetzlichen Rahmenbedingungen anzupassen und für neue ATLAS*-Versionen sowie hinzukommende Zollverfahren weiter zu entwickeln.

Die GLI-MICRAM bietet seine Zollsoftware ‚skally' nicht nur zum Kauf an. Viele Kunden nutzen ‚skally' im so genannten Hosting-Betrieb. Dieser Outsourcing-Service wird bereits heute von der Tochtergesellschaft
1. skally Zollrechenzentrum GmbH erbracht, die voraussichtlich auch die Auffanggesellschaft sein wird.

Die verschiedenen Produktlinien von ‚skally' müssen trotz verzögerter Akzeptanz der elektronischen Verfahren kontinuierlich an die neuesten gesetzlichen Rahmenbedingungen angepasst und für neue ATLAS-Versionen sowie hinzukommende Zollverfahren weiter entwickelt werden. Die qualifizierten und kompetenten Mitarbeiter sowie deren erforderliches Know-how und Personal in Administration, Entwicklung, Professional Services und Vertrieb werden dem Unternehmen durch das Fortführungskonzept erhalten bleiben, so dass ‚skally' auch in Zukunft zeitnah gepflegt und erweitert werden wird.

Den Verlauf der Tage seit der Antragstellung fasst Vorstand Dr. Frei wie folgt zusammen: "Die konstruktive und professionelle Zusammenarbeit mit Rechtsanwalt Imberger lässt mir trotz der vielen Verwaltungsvorgänge noch die notwendige Zeit, um unsere Kunden durch persönliche Telefonate von unserem Fortführungskonzept zu überzeugen. Der Zuspruch, den ich von den mit ‚skally' sehr zufriedenen Kunden jetzt erfahre, ist ein wichtiger Motivationsfaktor für mich und das gesamte skally-Team." Frei hofft, dass man fast alle Kunden persönlich informiert hat, bevor Gerüchte eine Verunsicherung verbreiten, die nicht notwendig ist.

*Die Bezeichnung ATLAS steht für "Automatisiertes Tarif- und Lokales Zollabwicklungssystem". Es handelt sich hierbei um ein internes Informatikverfahren der deutschen Zollverwaltung im Verbund mit dem EU-weit eingeführten elektronischen Versandschein im NCTS-Verfahren. Mit ATLAS und NCTS werden schriftliche Zollanmeldungen und Verwaltungsakte durch elektronische Nachrichten ersetzt. Hierfür benötigen die Unternehmen, die Zölle anmelden müssen, eine ATLAS-zertifizierte Software, wie sie von GLI-MICRAM angeboten wird. Die Teilnahme an NCTS ist für die Unternehmen verpflichtend, allerdings können die eigentlichen Zollanmeldungen statt elektronisch in ATLAS auch noch auf Papierformularen abgegeben werden.

Kontakt

skally GmbH
Konrad-Zuse-Strasse 10/16
D-44801 Bochum

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