Spitzeninformatiker aus den USA zurückgewonnen

Thomas Hofmann ist neuer Leiter des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Publikations- und Informationssysteme IPSI und Professor für Intelligente Systeme an der TU Darmstadt
(PresseBox) (Darmstadt, ) Neuer Leiter des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Publikations- und Informationssysteme IPSI in Darmstadt ist Professor Dr. Thomas Hofmann, der in Personalunion auch zum Ordinarius für »Intelligente Systeme« im Fachbereich Informatik an der Technischen Universität Darmstadt (TUD) berufen wurde. Der 38 Jahre alte deutsche Informatiker hatte in den USA wissenschaftliche Karriere gemacht und erfolgreich eine Firma gegründet. Zuletzt war er als Associate Professor an der Brown University, einer Ivy-League-Universität an der Ostküste der USA, tätig, wo er den Fachbereich »Information Retrieval und Maschinelles Lernen« leitete. Hofmann wird Nachfolger von Professor Dr. Erich J. Neuhold, der das Institut 1986 gegründet hat und jetzt mit Erreichen der Pensionsgrenze ausscheidet. Der Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, Professor Dr. Hans-Jörg Bullinger, ist stolz: »Mit Thomas Hofmann konnten wir einen renommierten Wissenschaftler aus den USA zurück an ein deutsches Fraunhofer-Institut holen. Wenn Spitzenwissenschaftler nach Auslandserfahrungen in den USA wieder zurückkommen, dann ist das ein gutes Zeichen für das Innovationspotenzial in Deutschland.«

Hofmann, verheiratet und Vater eines Sohnes, erwarb seine wissenschaftliche Grundausbildung an der Universität Bonn, wo er neben Informatik auch Philosophie studierte. Er sammelte erste Auslands-erfahrungen während eines Semesters in Paris und wechselte 1997 nach erfolgreicher Promotion an das Massachusetts Institute of Technology (MIT), wo er als Wissenschaftler am Artificial Intelligence Laboratory forschte. 1998 erhielt er ein Postdoc-Stipendium am International Computer Science Institut (ICSI) und der University of California in Berkeley. Nach einem weiteren Jahr wurde er an die Brown University berufen, wo er in den vergangenen fünf Jahren arbeitete. Parallel zu seiner akademischen Karriere war Hofmann auch unternehmerisch tätig und gründete im Jahre 2000 in Berkeley mit zwei Kollegen die technologie-orientierte Start-up-Firma Recommind, die auch eine Niederlassung in Rheinbach bei Bonn unterhält.

Im Zentrum von Hofmanns Forschung steht das maschinelle Lernen, das heißt die Entwicklung von Verfahren, die Computer in die Lage versetzen, die Bewältigung bestimmter Aufgaben auf der Basis von Fallbeispielen und Daten selbstständig zu erlernen. Hierbei hat sich Hofmann vor allem bei der Anwendung von Methoden zum Informations- und Wissensmanagement einen Namen gemacht. Letzteres umfasst unter anderem die Entwicklung intelligenter Suchmaschinen, die automatische Annotation und Kategorisierung von Dokumenten, die automatische Extraktion von Informationen aus Texten sowie personalisierte Informationsfilter und Produktempfeh- lungssysteme. Hofmann war auch unternehmerisch tätig und hat die Vermarktung intelligenter Suchtechnologien erfolgreich vorangetrieben.

An der TU Darmstadt wird Hofmann im Fachbereich Informatik den Lehrstuhl »Intelligente Systeme« betreuen. Von der engen Verzahnung von Universität und Fraunhofer-Institut versprechen sich beide Seiten große Vorteile. Sicher ist es auch diesen hervorragenden Forschungs- und Arbeitsmöglichkeiten zu verdanken, dass Hofmann den Ruf aus Deutschland angenommen hat. »Wenn wir Spitzenkräfte aus den USA zurückholen wollen, dann müssen wir ihnen auch vergleichbare Möglichkeiten bieten«, unterstreicht Bullinger die Forderung, den Forschungsstandort Deutschland attraktiv für Spitzenforscher zu machen.

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