Infineon meldet Ergebnisse für das erste Geschäftsquartal 2005

Quartalsumsatz sinkt gegenüber Vorquartal um 9 Prozent auf 1,82 Milliarden Euro durch geringeren Absatz in allen Bereichen.
(PresseBox) (München, ) Zur Telefon-Pressekonferenz

Konzernüberschuss stieg gegenüber Vorquartal von 44 Millionen Euro auf 142 Millionen Euro; Quartals-EBIT erhöhte sich von 113 Millionen Euro im Vorquartal auf 211 Millionen Euro. Die Ergebnisse beider Quartale wurden durch einmalige Effekte beeinflusst.

Im ersten Quartal des Geschäftsjahrs 2005 war der Umsatz der Infineon Technologies AG in allen Geschäftsbereichen gegenüber dem Vorquartal rückläufig. Das Umsatzvolumen in den drei Logiksegmenten ging hauptsächlich auf Grund geringerer Nachfrage durch Lagerbestandskorrekturen bei den Kunden zurück. Obwohl die Bit-Produktion im Speicherbereich leicht anstieg, ist der Absatz insgesamt zurückgegangen. Der Geschäftsbereich hat seine Lagerbestände zurück auf Normalniveau angehoben, um die Kunden in Zukunft effizienter und flexibler zu bedienen.

Ohne den Einfluss der einmaligen Lizenzeinnahmen in Höhe von 118 Millionen Euro im Zusammenhang mit der Einigung mit ProMOS im ersten Quartal und den Einfluss von Aufwendungen von 132 Millionen Euro für Wertminderungen und Wettbewerbsverfahren im vergangenen Quartal ging das EBIT in allen Bereichen außer der Drahtgebundenen Kommunikation zurück. Der vergleichbare Rückgang beim Konzern-EBIT ist im Wesentlichen zurückzuführen auf das niedrigere Umsatzvolumen und geringere Produktionsauslastung in den Segmenten Sichere Mobile Lösungen sowie Automobil- und Industrieelektronik. Die Ergebnisse wurden zudem durch den Verfall des Dollar-Kurses negativ beeinflusst.

„Wie wir in unserem Ausblick im Vorquartal erwarteten, haben wir im ersten Quartal einen Rückgang in den meisten unserer Segmente verzeichnet, einen sich weiterhin deutlich abschwächenden Markt sowie eine geringere Nachfrage unserer Kunden gesehen“, sagte Dr. Wolfgang Ziebart, Vorstandsvorsitzender der Infineon Technologies AG. „Wir haben daher die erforderlichen Maßnahmen getroffen, um unsere Lagerhaltung anzupassen, was allerdings zu einer negativen Beeinflussung der Ergebnisse im ersten Quartal geführt hat.“


Mitarbeiterzahl


Zum 31. Dezember 2004 beschäftigte Infineon weltweit rund 36.000 Mitarbeiter, davon etwa 7.300 in Forschung und Entwicklung.


Ausblick für das zweite Quartal des Geschäftsjahrs 2005


Angesichts des Bestellverhaltens der Kunden von Infineon und der Prognosen von Marktforschungsinstituten erwartet Infineon auch im zweiten Quartal des Geschäftsjahrs 2005 einen anhaltenden Nachfragerückgang im weltweiten Halbleitermarkt. Auf Grund von saisonalen Effekten, Preisdruck in allen Segmenten des Unternehmens und eines anhaltenden Nachfragerückgangs durch weitere Anpassungen der Lagerbestände bei Kunden geht das Unternehmen davon aus, dass Umsatz und Ergebnis im aktuellen Quartal weiterhin rückläufig sein werden.

„Viele der Maßnahmen, die wir eingeleitet haben, um unsere Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen, stellen kurzfristig eine große Herausforderung für das Unternehmen dar. Sie sind jedoch notwendig, um mittel- und langfristig unsere Zukunft zu sichern“, erläuterte Dr. Ziebart. „Wir haben Kosten, Investitionen und Nettoumlaufvermögen weiter optimiert und für das Geschäftsjahr 2005 eine Reduzierung der Fixkosten in Höhe von 200 Millionen Euro gegenüber den ursprünglichen Planungen identifiziert.“


Entwicklung der Geschäftsbereiche im ersten Geschäftsquartal und Ausblick


Mit Wirkung zum 1. Januar 2005 hat Infineon seine Organisation vereinfacht und schafft damit im gesamten Unternehmen kürzere und schnellere Entscheidungswege, eine stärkere Ausrichtung auf seine Kunden und eine höhere Effizienz und Flexibilität. Die mobile und drahtgebundene Kommunikation wurden entsprechend der Entwicklung im Markt in dem neuen Geschäftsbereich Kommunikation gebündelt. Gleichzeitig wurden die Sicherheits- und Chipkarten-Aktivitäten in den erweiterten Geschäftsbereich Automobil-, Industrieelektronik und Multimarket eingegliedert. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2005 wird Infineon erstmals seine Vermögens-, Finanz- und Ertragslage in der neuen Organisationsstruktur berichten.

Automobil- und Industrieelektronik

Der Umsatzrückgang gegenüber dem Vorquartal resultierte hauptsächlich aus dem geringeren Absatzvolumen auf Grund geringerer Nachfrage. Daher mussten sowohl der Bereich als auch dessen Kunden im Automobil- und Industriebereich Lagerbestände korrigieren. Der EBIT-Rückgang gegenüber dem vorausgegangenen Quartal ist Folge des geringeren Absatzvolumens und der gestiegenen Kosten für ungenutzte Produktionskapazitäten. Da das Unternehmen die Lagerbestände aktiv reduziert hat, ist die Auslastung der Produktionsanlagen stärker zurückgegangen als das Absatzvolumen. Dadurch hat sich der Druck auf die Margen erhöht.

Geschäftsbereich Automobil- und Industrieelektronik: Ausblick für das zweite Quartal

In der Automobilindustrie sieht Infineon keine größeren Veränderungen in der weltweiten Nachfrage nach Halbleitern. Auf Grund saisonaler Effekte erwartet das Unternehmen jedoch eine schwächere Entwicklung im Bereich Industrieelektronik. Da die erforderlichen Reduzierungen der Lagerbestände des Segments zum größten Teil abgeschlossen sind, erwartet das Unternehmen keine weitere Verschlechterung der Fertigungsauslastung in dem Segment Automobil- und Industrieelektronik. Insgesamt geht Infineon davon aus, dass der Umsatz im zweiten Quartal des Geschäftsjahrs 2005 leicht ansteigt. Das Unternehmen erwartet dagegen ein leicht rückgängiges Ergebnis aufgrund der jährlichen Preisreduzierungen im Automobilgeschäft.

Drahtgebundene Kommunikation

Der Umsatzrückgang gegenüber dem vorausgegangenen Quartal wurde im Wesentlichen verursacht durch geringere Umsätze mit Zugangsprodukten auf Grund der Korrekturen von Lagerbeständen in der Lieferkette, insbesondere in Asien. Das negative EBIT verbesserte sich gegenüber dem Vorquartal, hauptsächlich auf Grund weiterer Kostensenkungen und einmaliger Aufwendungen für Wertberichtigungen im vierten Quartal des Geschäftsjahrs 2004.

Am 11. Januar 2005 hat der Infineon-Vorstand entschieden, den am 11. Oktober 2004 einvernehmlich geänderten Vertrag mit der Finisar Corporation zu kündigen, aus Gründen, die von Infineon nicht zu vertreten waren. Die Kündigung des Vertrags mit der Finisar Corporation und die daraus resultierende vorgesehenen Restrukturierung des Glasfasergeschäfts hatten keine Auswirkungen auf die operativen Ergebnisse und die Finanzposition dieses Geschäftsbereichs im ersten Quartal des Geschäftsjahrs 2005.

Geschäftsbereich Drahtgebundene Kommunikation: Ausblick für das zweite Quartal

Trotz des anhaltenden Preisdrucks, leicht reduzierter Lagerbestände bei den Kunden und einer rückläufigen Nachfrage im Bereich konventioneller Telekommunikationslösungen geht Infineon davon aus, dass der Umsatz und der operative Verlust im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2005 stabil bleiben. Darüber hinaus evaluiert das Unternehmen derzeit den Einfluss, den die Kündigung des Vertrags mit der Finisar Corporation und der daraus resultierenden geplanten Restrukturierung des Glasfasergeschäfts in zukünftigen Quartalen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens haben wird.

Sichere Mobile Lösungen

Während der Umsatzrückgang gegenüber dem Vorquartal im Wesentlichen auf das reduzierte Absatzvolumen auf Grund von Korrekturen der Lagerbestände bei Kunden zurückzuführen ist, wurde der EBIT-Rückgang im Quartalsvergleich hauptsächlich durch höhere Leerstandskosten auf Grund der geringeren Nutzung der Fertigungskapazitäten, ein reduziertes Absatzvolumen und erhöhten Preisdruck verursacht.

Sichere Mobile Lösungen: Ausblick für das zweite Quartal

Auf Grund der üblichen saisonalen Abschwächung im Markt für Mobiltelefone während des ersten Quartals des Kalenderjahrs und des gegenüber dem ersten Quartal des vergangenen Geschäftsjahrs rückläufigen Auftragseingangs erwartet Infineon eine weiterhin schwache Entwicklung des Absatzvolumens im zweiten Quartals des Geschäftsjahrs 2005. Angesichts des erwarteten anhaltenden Preisdrucks und geringeren Absatzvolumens geht Infineon davon aus, dass die Umsätze stärker als im Vorquartal zurückgehen werden. Das Unternehmen plant einen Abbau der Lagerbestände während des zweiten Quartals durch eine weitere Reduzierung des Produktionsvolumens. Zudem erwartet das Unternehmen eine weitere Reduzierung der Kapazitätsauslastung, die im Vergleich zum vorausgegangenen Quartal einen deutlich stärkeren Rückgang der Ebit-Marge zur Folge haben wird.

Speicherprodukte

Neben den Auswirkungen durch einen starken Verfall des Dollarkurses war hauptsächlich das gegenüber dem Vorquartal geringere Absatzvolumen ausschlaggebend für den Umsatzrückgang. Dabei erhöhten sich die Lagerbestände des Bereichs wie erwartet. Bei Umsatz und EBIT sind einmalige Lizenzeinnahmen in Höhe von 118 Millionen Euro berücksichtigt, die aus der Einigung mit ProMOS resultieren. Das EBIT des vorangegangenen Quartals beinhaltete Rückstellungen in Höhe von 18 Millionen Euro in Verbindung mit DRAM-Wettbewerbsverfahren. Ohne Berücksichtigung dieser Beträge ist ein EBIT-Rückgang gegenüber dem vorausgegangenen Quartal zu verzeichnen, der im Wesentlichen auf den Umsatzrückgang und teilweise auf den schwächeren US-Dollar zurückzuführen ist.

Im Dezember 2004 haben Saifun Semiconductors und Infineon ihre Kooperationsvereinbarung modifiziert. Im Rahmen dieser Vereinbarung hat Infineon den 30-prozentigen Anteil von Saifun am Infineon Technologies Flash Joint Venture übernommen. Im Gegenzug erhält Infineon eine Lizenz für die Nutzung der NROM-Technologie von Saifun. Infineon ist nun alleiniger Eigentümer dieses Unternehmens und wird dessen Ergebnisse ab 1. Januar 2005 vollständig konsolidieren.

Speicherprodukte: Ausblick für das zweite Quartal

Im zweiten Quartal des Geschäftsjahrs 2005 erwartet Infineon einen saisonalen Rückgang der DRAM-Preise. Die Bit-Produktion wird voraussichtlich auf Grund des zusätzlichen Volumens aus dem Joint-Venture Inotera steigen. Darüber hinaus geht das Unternehmen davon aus, dass der Anteil der Chips von Foundry-Partnern steigt. Infineon wird sich auch weiterhin darauf konzentrieren, die Kosten pro Bit zu senken und sein Portfolio um Produkte mit höheren Margen zu erweitern.

Sonstige

Die im Vergleich zum Vorquartal beträchtliche Steigerung des EBIT im ersten Quartal des Geschäftsjahrs 2005 ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass im vierten Quartal des Geschäftsjahrs 2004 einmalige Aufwendungen für Wertberichtigungen im Zusammenhang mit den Venture-Capital-Aktivitäten des Unternehmens verbucht wurden.

Wie angekündigt will sich Infineon in Zukunft stärker auf sein Kerngeschäft konzentrieren. Daher hat das Unternehmen im ersten Quartal des Geschäftsjahrs 2005 vereinbart, seine Venture-Capital-Aktivitäten an die im deutschen Markt aktive Beteiligungsgesellschaft Cipio Partners zu verkaufen. Die Transaktion wird voraussichtlich im Verlauf des zweiten Quartals abgeschlossen.

Konzernfunktionen

Der EBIT-Zuwachs im Vergleich zum Vorquartal ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass im vierten Quartal des Geschäftsjahrs 2004 einmalige Lizenzaufwendungen verbucht wurden.

Einen Überblick über wichtige Ereignisse bei den Infineon-Geschäftsbereichen im ersten Quartal des Geschäftsjahrs 2005 finden Sie unter: http://www.infineon.com/...


Analysten und Presse-Telefonkonferenzen


Die Infineon Technologies AG wird am 24. Januar 2005 um 10.00 Uhr (MEZ) eine Telefonkonferenz (nur in englischer Sprache) mit Analysten und Investoren durchführen, um über die Entwicklung des Unternehmens im ersten Quartal des Geschäftsjahrs 2005 zu informieren. Zusätzlich wird der Vorstand von Infineon um 11.30 Uhr (MEZ) eine Presse-Telefonkonferenz abhalten. Diese wird in Deutsch und in Englisch live über das Internet übertragen. Beide Telefonkonferenzen werden live und als Download auf der Website von Infineon unter http://www.infineon.com verfügbar sein.

Dieser Quartalsbericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf Annahmen und Schätzungen der Unternehmensleitung von Infineon beruhen. Obwohl wir annehmen, dass die Erwartungen dieser vorausschauenden Aussagen realistisch sind, können wir nicht dafür garantieren, dass die Erwartungen sich auch als richtig erweisen. Die Annahmen können Risiken und Unsicherheiten bergen, die dazu führen können, dass die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den vorausschauenden Aussagen abweichen. Zu den Faktoren, die solche Abweichungen verursachen können, gehören u.a. Veränderungen im wirtschaftlichen und geschäftlichen Umfeld, Wechselkurs- und Zinsschwankungen, Einführungen von Konkurrenzprodukten, mangelnde Akzeptanz neuer Produkte, die Ergebnisse der Wettbewerbsuntersuchungen und -klagen oder Dienstleistungen und Änderungen der Geschäftsstrategie. Eine Aktualisierung der vorausschauenden Aussagen durch Infineon ist weder geplant noch übernimmt Infineon die Verpflichtung dazu.

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