TU München/Amgen Gemeinschaftspatent löst Meilensteinzahlung aus

(PresseBox) (München, ) Das Europäische Patentamt hat nun ein EP-Patent für eine Antikörper-Technologie erteilt, die sich gegen den Toll-ähnlichen Rezeptor 2 (toll-like receptor, TLR2) richtet und von der Technischen Universität München (TUM) und Amgen entwickelt wurde. Die Erteilung des Patents, das exklusiv an die Arzneimittelentwicklungsfirma Opsona Therapeutics lizenziert wurde, hat eine Meilensteinzahlung für die TUM, Amgen sowie die Erfinder ausgelöst. Dabei handelt es sich um die dritte Zahlung im Zusammenhang mit dieser auf die Behandlung von entzündlichen Erkrankungen abzielenden Technologie. Die Bayerische Patentallianz GmbH, die Patent- und Vermarktungsagentur von 28 bayerischen Universitäten und Hochschulen, hat die TUM bei den Lizenzierungsverhandlungen vertreten.

TLR2 spielt eine wichtige Rolle bei der Entstehung und dem Verlauf zahlreicher nicht-pathogener Entzündungen wie ischämischen Reperfusionsschäden (verzögerte Transplantatfunktion bei Nierentransplantation, Herzinfarkt), bestimmten Krebs- und Autoimmunkrankheiten, Diabetes, Alzheimer und Atherosklerose. TLR2 ist eine Schlüsselstruktur des natürlichen Abwehrsystems und Bestandteil der ersten Verteidigungslinie des Körpers gegen mikrobielle Organismen. Bei entsprechender Stimulation löst TLR2 Entzündungen aus und fördert diese. TLR2 wird durch so genannte externe Gefahrensignale (mikrobielle Zellwandbestandteile) sowie interne Gefahrensignale aktiviert, die durch Gewebeverletzungen erzeugt werden.

Dieses Patent (EP 1 664 118 B1) beschreibt einen kreuzreaktiven Antikörper, der speziell TLR2 von Säugetieren blockiert und eine pharmazeutische Zusammensetzung für die Behandlung verschiedener entzündlicher Erkrankungen liefert. Das kürzlich erteilte Patent wurde der TUM und Amgen zuerkannt und wurde exklusiv von Opsona Therapeutics lizenziert. Mit der Lizenz von TUM/Amgen hat Opsona einen klinischen TLR2-Antikörper-Wirkstoffkandidaten unter der Bezeichnung ‘OPN-305’ entwickelt. OPN-305 ist ein humanisierter, monoklonaler IgG4-Antikörper (MAb), der TLR2 antagonisiert und im Hinblick auf die präventive Behandlung der verzögerten Transplantatfunktion (Delayed Graft Function - DGF) nach Nierentransplantationen sowie für weitere therapeutische Indikationen entwickelt wird.

Opsona hat mit seinem führenden Wirkstoffkandidaten OPN-305 eine klinische Phase-1-Studie mit gesunden Probanden erfolgreich durchgeführt. Dies ist die erste Studie an Menschen mit OPN-305 und zudem die erste klinische Studie für einen Anti-TLR2-Medikamentenkandidaten. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Phase-1-Studie plant das Unternehmen in 2012 die Initiierung einer zweiteiligen, multizentrischen, doppelblinden und Placebo kontrollierten klinischen Studie. Dabei soll die Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit von OPN-305 an nierentransplantierten Patienten mit hohem Risiko für DGF als die erste klinische Zielindikation für die Entwicklung von OPN-305 evaluiert werden. Vor dem Hintergrund der heutigen Ankündigung sagte Mary Reilly, VP Pharmaceutical Development and Operations von Opsona Therapeutics: "Diese Patenterteilung ist ein wichtiger Meilenstein für Opsonas Entwicklung des Portfolios geistigen Eigentums im Bereich von TLR2 und wird im stetig wachsenden Bereich der TLR2-mediierten Erkrankungen eine Marktexklusivität in der Verwendung von OPN-305 ermöglichen.”

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