Gefahrgutprojekt aus dem Logistik-Kompetenz-Zentrum (LKZ) Prien als Vorzeige-Beispiel in einer Studie der Vereinten Nationen

(PresseBox) (Prien am Chiemsee, ) Ein Gefahrgutprojekt aus dem Logistik-Kompetenz-Zentrum (LKZ) ist durch die Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen (UNECE) als Vorzeige-Beispiel in einer Studie für intelligente Verkehrssysteme gewürdigt worden. In einem Nachfolgeprojekt werden die Ergebnisse derzeit weiter entwickelt und praxisnahe Lösungen zur Erhöhung der Sicherheit von Gefahrguttransporten erarbeitet.

Die Sicherheit von Gefahrguttransporten durch den Einsatz von Telematik zu erhöhen, ist seit vielen Jahren das Ziel zahlreicher Projekte gewesen. Telematik - eine Kombination aus Telekommunikation und Informatik zur Datenübermittlung - sollte dabei unter anderem Parameter der Ladung (z.B. Druck oder Temperatur) messen oder die Fahrtroute von Gefahrgut-Transporten verfolgen und die Position in Echtzeit anzeigen. Diese Daten sollten zur Überwachung und zur Steuerung von Gefahrguttransporten genutzt werden und im Notfall den Rettungskräften zur Verfügung gestellt werden, damit diese bereits vor Eintreffen am Unfallort wissen, um welche Art von Gefahrgut es sich handelt und wie sie dieser Notfall-Situation begegnen können.

Vor allem technische Konzepte zur Ortung und Informationsübertragung sind in zahlreichen Projekten in Hülle und Fülle erarbeitet worden. Allerdings erfordern die meisten Lösungen dieser Projekte enorme Investitionen, die im kostengetriebenen Transportgewerbe, das geprägt ist von vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen, nicht darstellbar sind.

Vor diesem Hintergrund hat sich die LKZ Prien GmbH im Projekt STRADA (im Rahmen des Programms EasyWay), das von der Europäischen Kommission ko-finanziert wird, zum Ziel gesetzt, praxisnahe Lösungen zu schaffen, die auch kleinen und mittelständischen Unternehmen die Möglichkeit bietet, ohne wesentlichen Zusatzaufwand notwendige Informationen über das aktuell transportierte Gefahrgut bereit zu stellen. Diese können dann den Rettungskräften im Falle eines Unfalls noch vor Ausrücken zum Unfallort zur Verfügung gestellt werden.

Das Projekt STRADA basiert dabei auf den Erkenntnissen aus mehr als zehn Jahren intensiver Projektarbeit des Logistik-Kompetenz-Zentrums (LKZ) zum Bereich Erhöhung der Sicherheit von Gefahrguttransporten.

Insbesondere der Demonstrator DAGObert (dangerous goods coordination by exact road-traffic management, Gefahrgutprojekt im Alpenraum, Laufzeit 2008-2009 im Rahmen des EasyWay-Programms) hat gezeigt, dass auch mit "gewöhnlichen" technischen Hilfsmitteln (wie z.B. Smartphones) erhebliche Verbesserungen zur Erhöhung der Sicherheit von Gefahrguttransporten möglich sind. Bei diesem Demonstrator wird die Begegnung von zwei Gefahrguttransporten an Gefahrstellen wie beispielsweise Baustellen auf Autobahnen mit Gegenverkehr, durch intelligente Ausweich-Empfehlung per Smartphone-Nachricht vermieden. Dabei ist deutlich geworden, dass eine kontinuierliche Verfolgung und Ortung eines Gefahrguttransports nicht notwendig ist, um solche Sicherheitsverbesserungen zu erreichen. Gerade dieser Aspekt sowie der Datenschutz sind ein wesentliches Akzeptanz-Kriterium der Transportwirtschaft.

Dieses Projekt und dessen Ergebnisse sind von der Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen (UNECE, Bereich Transport/Verkehr) als Vorzeige-Beispiel in einer Studie zu intelligenten Verkehrs- und Transportsystemen für nachhaltige Mobilität gewürdigt worden.

Die Erkenntnisse werden im aktuellen Projekt STRADA nun weiter genutzt und entwickelt, sodass Lösungen nicht nur für große, sondern auch kleine und mittelständische Transportunternehmen geschaffen werden können. Zu diesem Zweck sollen vor allem praxisnahe und technisch möglichst einfache Ansätze erstellt werden, die keine hohen Investitionen erfordern und auch die Abläufe und Prozesse des Transports nicht unnötig verzögern.

Die Akzeptanz aller Beteiligten (Behörden, Rettungskräfte und Blaulichtorganisationen, Wirtschaft) ist von besonderer Bedeutung. Deshalb werden derzeit in Abstimmung mit allen direkt und indirekt Beteiligten am Gefahrguttransport technische Lösungen konzipiert und bewertet. Diese Lösungen sollen es ermöglichen, bereits beim Beladen eines LKWs mit Gefahrgut, relevante Gefahrgutinformationen in einer geschützten Datenbank für die Zeitdauer des Transports zu hinterlegen. Im Falle eines Unfalls können diese Informationen von Rettungskräften bereits vor dem Ausrücken zum Unfallort abgerufen werden. So steht wertvolle Zeit für das Lösen der Unfallsituation zur Verfügung und geht nicht mit der Ermittlung der Art des Gefahrguts verloren. Vor allem werden aber Gesundheit und Leben aller Beteiligten - insbesondere der Rettungskräfte geschützt, da diese sofort wissen, um welche Stoffe und Gefahren es sich handelt.

Die Ergebnisse des Projekts STRADA werden durch praktische Pilot-Demonstrationen sowie begleitende Film-Dokumentation präsentiert.

Für weitere Informationen zum Projekt STRADA siehe: www.lkzprien.de
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