Neue Regeln im Kampf gegen Fachkräftemangel nötig

Blue Card ++ Hochqualifizierten-Richtlinie ++ Gesetzesentwurf ++ Bundestag ++ Fachkräftemangel
„Die Blue Card im Kampf gegen den Fachkräftemangel in der IT ist dringend erforderlich“, so Martin Vesterling, Geschäftsführer der Vesterling Personalberatung. (PresseBox) (München, ) München, 18. April 2012. Der Gesetzesentwurf zur Umsetzung der Hochqualifizierten-Richtlinie soll Deutschland für Fachkräfte aus dem Ausland attraktiver machen. Unternehmen und Branchenverbände mahnen seit Jahren den Mangel an Ingenieuren und IT-Experten an und warnen vor Auswirkungen für den Wirtschaftsstandort. Mit der Einführung der so genannten Blue Card und einem reduzierten Mindestgehalt soll es künftig einfacher werden, diese Experten auch aus Ländern außerhalb der Europäischen Union zu rekrutieren. Martin Vesterling, Geschäftsführer der Vesterling Personalberatung, erachtet den Gesetzentwurf, über den der Bundestag im Mai entscheidet, als "dringend notwendig".

Mit dem Entwurf soll die Hochqualifizierten-Richtlinie der EU umgesetzt werden. Im Kampf gegen den Fachkräftemangel sind diese neuen Regeln überfällig. Schon die Öffnung des Arbeitsmarkts für Arbeitnehmer aus Osteuropa war erst im Mai 2011 und damit aus Sicht vieler Unternehmer deutlich zu spät erfolgt. Auf den Arbeitsmarkt hatte sich die Öffnung kaum ausgewirkt. Daher sollte der Gesetzentwurf zur Blue Card, der bereits im Februar durch den Bundesrat begrüßt wurde, schnellstmöglich in geltendes Recht umgesetzt werden.

"Allein in der IT-Industrie fehlen momentan rund 38.000 Fachkräfte", betont Martin Vesterling, dessen Personalberatung sich auf die Vermittlung von Führungs- und Fachkräften in der IT und im Engineering spezialisiert hat. Um diesen Mangel zu lindern, soll das Einstiegsgehalt für Akademiker aus Nicht-EU-Ländern künftig nur noch bei 44.000 Euro liegen. In bestimmten Mangelberufen soll die Grenze sogar bei nur 33.000 Euro gezogen werden. Familienangehörige von Blue Card-Inhabern sollen nicht nur ebenfalls nach Deutschland ziehen können, sie dürfen sogar uneingeschränkt arbeiten. Zum Bezug von Sozialleistungen berechtigt die Blue Card hingegen ausdrücklich nicht.

Darüber hinaus sollen laut Entwurf Ausländer, die in Deutschland ihren Hochschulabschluss erwerben, die Möglichkeit eines Findungsjahres erhalten. Insgesamt sollen sie nach Abschluss ein Jahr lang in Deutschland leben und arbeiten dürfen, um in diesem Zeitraum eine Stelle zu finden, für die sie qualifiziert sind.

Gehaltsgrenzen sind eine zu hohe Hürde

Aus Sicht von Vesterling ist vor allem das deutlich reduzierte Mindestgehalt zu begrüßen. "Die bisher geltende Gehaltsuntergrenze für Zuwanderer von 66.000 Euro stellt vor allem für kleine und mittelständische Betriebe häufig eine zu hohe Hürde dar. Zudem sollen Arbeitgeber künftig davon profitieren, dass keine Vorrangprüfung mehr erforderlich ist. Es wird also kein Nachweis mehr benötigt, dass kein passender Bewerber aus dem EU-Raum für die jeweilige Stelle verfügbar war", erläutert er. Trotzdem stehe nicht zu befürchten, dass es zu einem Lohndumping kommt: Denn laut der vom Bundesministerium für Bildung veröffentlichten Zahlen erwarten die Experten, dass pro Jahr lediglich 3.500 Blue Cards ausgegeben werden. Im Vergleich dazu wurden in Deutschland 2010 gerade mal 146 neue Bewilligungen an hochqualifizierte Ausländer außerhalb des EU-Raums erteilt. Die bisherige geringe Zahl an Bewilligungen wird der Größe der deutschen Volkswirtschaft nicht gerecht und zeigt, dass die Politik deutliche Schritte nach vorne unternehmen muss. Eine Änderung der aktuellen Gesetzgebung ist einer dieser Schritte und dringend erforderlich.

Alles in allem sei die Zuwanderung junger und mobiler Arbeitnehmer aus dem Ausland ein Gewinn für Deutschland. Allerdings unterstreicht Vesterling, dass auch deutsche Personalleiter sich mental für die ausländischen Spezialisten öffnen und beispielsweise ihre oft hohen Anforderungen an die deutschen Sprachkenntnisse überdenken müssen. So sollte beispielsweise ein IT-Administrator nicht unbedingt über stilsichere Deutschkenntnisse verfügen müssen.

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