Neuheiten Thüringer Hochschulen auf der Hannover Messe und der Genfer Erfindermesse 2012

-	Diese multifunktionale Blende der TU Ilmenau ermöglicht es Augenärzten, Lichtstreuung im Auge, die durch den Grauen Star verursacht wird, zu erkennen / © TU Ilmenau (PresseBox) (Ilmenau, ) Mit zahlreichen Exponaten und Erfindungen Thüringer Hochschulen und wissenschaftlicher Institute ist die Thüringer Patentverwertungsagentur (PVA) in den kommenden Tagen auf der Hannover Messe, der bedeutendsten Industriemesse der Welt, und auf der inventions Geneva, der internationalen Leitmesse für Erfindungen im schweizerischen Genf, vertreten. Die Patentverwertungsagentur unterstützt Wissenschaftler, ihre Erfindung zu schützen und anschließend kommerziell zu nutzen.

inventions Geneva

Bei der 40. Jubiläumsmesse inventions Geneva, die vom 18. bis 24. April stattfindet, werden am Thüringer Gemeinschaftsstand 17 Produktneuheiten und Erfindungen vorgestellt. Über 700 Aussteller aus 45 Ländern werden im Genfer Messezentrum 1.000 Exponate präsentieren. Erwartet werden mehr als 60.000 Fachbesucher aus allen fünf Erdteilen. Der Thüringer Messestand auf der inventions Geneva wird von der Patentverwertungsagentur gemeinsam mit dem Forschungsinstitut für Erfinderförderung, Innovationen und Netzwerkmanagement (ERiNET) gestaltet.

Von der TU Ilmenau wird eine multifunktionale Blende für die Augendiagnostik ausgestellt. Das entwickelte Gerät verbessert die Erkennung von Lichtstreuung im Auge, die zum Beispiel durch die Augenkrankheit Grauer Star verursacht wird. Derzeit sieht solches Licht nur der Patient selbst, nicht aber der untersuchende Arzt. Präsentiert wird auch eine an der Bauhaus-Universität Weimar entwickelte so genannte Arbeitsschutzorthese zur Stabilisierung und Entlastung der Wirbelsäule bei schwerer körperlicher Arbeit. Die Ausrüstung wird beim Heben schwerer Lasten am menschlichen Körper angebracht, um das Muskel-Skelett-System zu unterstützen. Aufgrund häufig wechselnder Arbeitsumgebungen und -bedingungen im Handwerk und im Baugewerbe ist es bisher kaum möglich, Beschäftigte maschinell mit Hilfe von Hebe- und Tragevorrichtungen zu entlasten.

Hannover Messe

Die Hannover Messe ist seit 60 Jahren die führende Messe für neue Technologien, Werkstoffe und Ideen und gilt als wichtigstes Technologieereignis weltweit. Vom 23. bis 27. April stellt die Patentverwertungsagentur am Gemeinschaftsstand "Forschung für die Zukunft" der Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen unter anderem folgende Entwicklungen Thüringer Universitäten und Fachhochschulen vor:

TU Ilmenau:

Im Institut für Mikro- und Nanotechnologien MacroNano® an der Technischen Universität Ilmenau wurde durch Wissenschaftler im Fachgebiet Mikromechanische Systeme eine Mikro- bzw. Nanopumpe realisiert, die vollkommen ohne bewegliche mechanische Komponenten auskommt und eine reproduzierbare Dosierung beispielsweise medizinischer Präparate im Pico- bis Femtoliterbereich erreicht. Diese Tröpfchen sind noch kleiner als solche in Tintenstrahldruckern und werden besonders in bioanalytischen Systemen benötigt.

Der "3D Inspector", eine neuartige Entwicklung aus dem an der TU Ilmenau angesiedelten Steinbeis-Transferzentrum "Qualitätssicherung und Bildverarbeitung", ermöglicht mit Monitor, Farbkameras und Polarisationsbrille eine 3D-Betrachtung besonders kleiner Teile.

Das Montieren oder Löten von kleinen Baugruppen und die Inspektion von Leiterplatten, Lötstellen oder Mikroteilen wird durch den 3D Inspector wesentlich erleichtert.

Bauhaus-Universität Weimar:

Für die Sanierung oder Instandsetzung von Gebäuden haben Forscher eine Rezeptur entwickelt, die sich zur Herstellung dünner Betonschichten insbesondere an vertikalen Flächen eignet. Hervorragende Fließ- und Entlüftungseigenschaften zeichnen den polymermodifizierten, selbstverdichtenden und selbstnivellierenden Beton aus. So können nicht nur schadhafte Flächen instandgesetzt werden, auch verschieden eingefärbte Schalungsstrukturen können auf den sanierten Flächen ähnlich der Originalflächen gestaltet werden.

Unter "Glas-Hybrid-Elementen mit dezentraler CO2-Verwertung", einer Erfindung der Bauhaus-Universität, das dem Bauwesen zugutekommt, versteht man selbsttragende, aber durchsichtige Fassadenelemente mit wärmedämmenden Eigenschaften und einer verbesserten CO2-Verwertung.

Fachhochschule Jena

Eine Erfindung der Fachhochschule Jena ermöglicht es, schon während des Widerstands- oder Pressschweißen mit Hilfe von Sensoren die Schweißpunktqualität und die Güte der Schweißverbindung zu ermitteln. Die so genannte "Schweißanordnung" ermöglicht sowohl in Klein- als auch Großserienfertigung eine effektive und zuverlässige Prozessüberwachung und Prozesssteuerung.

Die Patentverwertungsagentur (PVA)

Die Patentverwertungsagentur (PVA) für Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen im PATON, Landespatentzentrum Thüringen, der TU Ilmenau vermarktet die Erfindungen von 11 Thüringer Universitäten, Fachhochschulen, wissenschaftlichen Instituten und des Uniklinikums Jena:

Universitäten:

- Bauhaus-Universität Weimar
- Technische Universität Ilmenau
- Universitätsklinikum Jena

Fachhochschulen:

- Fachhochschule Erfurt
- Fachhochschule Jena
- Fachhochschule Nordhausen
- Fachhochschule Schmalkalden

Institute:

- Institut für Bioprozess- und Analysenmesstechnik e. V. Heiligenstadt
- Institut für Mikroelektronik- und Mechatronik-Systeme gGmbH Ilmenau
- Institut für Photonische Technologien e. V. Jena
- Materialforschungs- und -prüfanstalt an der Bauhaus-Universität Weimar

Kontakt

Technische Universität Ilmenau
Ehrenbergstraße 29
D-98693 Ilmenau
Marco Frezzella
Technische Universität Ilmenau
Pressesprecher
Sabine Milde
PATON, Landespatentzentrum Thüringen

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