"Durchgängiger Nachweis von der Quelle bis zum Endkunden"

Interview mit Klaus Nürnberger, TÜV SÜD Industrie Service GmbH
Klaus Nürnberger (PresseBox) (München, ) TÜV SÜD hat die Kriterien für die beiden Ökostrom-Zertifikate EE01 und EE02 noch klarer gefasst und weiter verschärft. Was für die Seriosität und die Glaubwürdigkeit von Ökostrom-Zertifikaten wesentlich ist, erklärt Klaus Nürnberger, stellvertretender Abteilungsleiter der Abteilung Carbon Management Service der TÜV SÜD Industrie Service GmbH.

Frage: Was macht ein Ökostrom-Produkt aus?

Klaus Nürnberger: Ein Ökostrom-Produkt muss nach unserer Auffassung zwei Grundvoraussetzungen erfüllen. Die gelieferte Energie für das Produkt muss zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen kommen und der Ausbau von erneuerbaren Energien muss integraler Bestandteil des Produkts sein. Diese Voraussetzungen haben wir natürlich in den Kriterienkatalogen unserer Ökostrom-Produkte EE01 und EE02 berücksichtigt. Weitere zentrale Aspekte sind die Einhaltung von ökologischen Kriterien bei der Energieerzeugung und der Nachweis einer nachhaltigen Unternehmenspolitik durch den Erzeuger bzw. den Anbieter. Unsere Zertifikate vergeben wir nur für Produkte, welche die strengen Anforderungen unserer Kriterienkataloge erfüllen. Das wird in einem umfassenden Zertifizierungsaudit und in zwei Überwachungsaudits einmal im Jahr überprüft. Nach dem zweiten Überwachungsaudit folgt eine Re-Zertifizierung.

Frage: Sehen Sie sich im Rahmen der Audits auch die Anlagen an?

Klaus Nürnberger: Wir prüfen zum einen die Unterlagen und Berechnungen, die von den Energieerzeugern und -versorgern zur Verfügung gestellt werden. Hier geht es in erster Linie darum, die Prozesse nachzuvollziehen und die Plausibilität der Angaben zu überprüfen. In einem weiteren Schritt kontrollieren wir auch die Anlagen vor Ort, also beispielsweise Wasserkraftwerke oder Windenergieanlagen. Für die seriöse Zertifizierung von Ökostrom und Ökostrom-Produkten ist der lückenlose Nachweis von der Quelle bis zur Auslieferung von entscheidender Bedeutung. Wir legen großen Wert darauf, dass unsere Auditoren einen richtigen "Realitätscheck" machen und durch Vor-Ort-Termine die Stimmigkeit der Unterlagen nachprüfen. Das entspricht dem hohen Anspruch unseres Unternehmens bei der Vergabe von Zertifikaten.

Frage: Welche Ausbildung müssen Auditoren haben?

Klaus Nürnberger: Von der "Grundausbildung" können unsere Auditoren beispielsweise Diplom-Ingenieure, Wirtschaftsingenieure oder Naturwissenschaftler sein. Sie werden von erfahrenen Auditoren für die Zertifizierung von Ökostrom-Produkten geschult. Im Zuge unserer internen Weiterbildung führen wir zudem einen jährlichen Erfahrungsaustausch zwischen allen Auditoren durch. Zudem wird die Qualität unserer Arbeit - und damit auch unserer Zertifikate - durch ein einheitliches und durchgängiges Qualitätssicherungssystem dokumentiert und garantiert.

Weitere Informationen zu den Ökostrom-Zertifikaten von TÜV SÜD und zu den Kriterienkatalogen stehen unter www.tuev-sued.de/oekostrom

Die TÜV SÜD Industrie Service GmbH bietet Ingenieur-, Prüf- und Beratungsdienstleistungen für die Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit von Anlagen, Gebäuden und Infrastruktureinrichtungen. Von der Machbarkeit über die Planung, den Bau und Betrieb bis hin zur Modernisierung oder den Rückbau schaffen die rund 2.500 Mitarbeiter objektive Bewertungen und belastbare Entscheidungsgrundlagen.

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