Chemielogistik mit Zukunft

Tag der Logistik: Dr. Franz Merath sieht Flexibilität, Sicherheit und Nachhaltigkeit als entscheidende Faktoren
Chemielogistik mit Zukunft (PresseBox) (Marl, ) "Was fällt Ihnen spontan ein, wenn Sie an Logistik denken? "Vielen kommt leider als erstes oft wenig Positives in den Sinn. Sie denken an verstopfte Straßen, Stau und Lärm durch den Güterverkehr." Mit diesen Worten begrüßte Dr. Franz Merath die Gäste am fünften bundesweiten Tag der Logistik, den die Business Line Logistik der Site Services zum zweiten Mal im und rund um den Chemiepark beging.

Der Leiter Logistik bei den Site Services referierte über die Chemielogistik mit Zukunft. "Der Nährboden ist das Wissen von heute. Was bedeutet diese Erkenntnis für die Logistik? Wir wissen, dass für eine funktionierende Logistik drei Faktoren entscheidend sind: Flexibilität, Sicherheit und Nachhaltigkeit. Und dass wir für diese Zukunft den entsprechend qualifizierten und motivierten Nachwuchs brauchen. Aber wir wissen vor allem, was der Kunde will."

Die Unternehmen an den Standorten vertrauen in die Kompetenz der Spezialisten der Site Services. "Sie nutzen unsere logistischen Leistungen, die in Marl aus den Bereichen Fernleitungen, Rohrnetzbetriebe, Hafenbetriebe, Service Center Bahn und Lagerleistungen bestehen. Sies sind das Fundament für die Standortgesellschaften, damit sie sich ihrem Kerngeschäft, der Produktion von Rohstoffen, widmen können."

Logistik müsse flexibel, sicher und nachhaltig sein, meinte Dr. Merath in Richtung der zukunftsweisenden Aspekte. "Über unsere Hafenbetriebe am Wesel-Datteln-Kanal - die logistische Drehscheibe für den Chemiepark - managen wir die großen Volumenströme."

Fällt dieser Transportweg durch äußere Umstände aus, weil zum Beispiel der Kanal zugefroren ist, dann kommt es auf äußerste Flexibilität an. "Immerhin haben wir unseren Kunden am Standort größtmögliche Versorgungssicherheit ihrer Anlagen zugesagt."

Die Logistiker müssten die Rohstoffe zur Produktion bringen und das Folgeprodukt von der Produktion zum Kunden. "Das heißt, unsere Kollegen vor Ort müssen wissen, welche alternativen Transportwege wie Bahn, Lkw, Pipeline genutzt werden können. Genau dies ist die Herausforderung und macht unsere Arbeit vielfältig und spannend."

Waren fließen: "Sie fließen in unserer globalen Welt verstärkt in den asiatischen Raum. Was ist, wenn wir dorthin liefern, aber nichts zurück transportieren können, weil alles, was vor Ort produziert wird, auch dort gebraucht wird? Wirtschaftlich ist Logistik nur, wenn sich die Auslastung der Hin- und Rücktransporte die Waage hält."

Der zweite Aspekt, der grundlegend ist für eine zukunftsorientierte Logistik, ist die Sicherheit. "Unabhängig davon, welches Chemiegut ich auf welchem Transportweg an welchen Ort bringe - Sicherheit ist stets unser oberstes Gebot", betonte Dr. Merath. Die grundlegende Frage in diesem Zusammenhang lautet: Welchen Aufwand betreibe ich, um das Gefahrenpotenzial für die gesamte Transportprozesskette so gering wie möglich zu halten?"

Dazu bietet die Logistik von Evonik seit 2010 die Transportrisikoanalyse an: "Wir untersuchen systematisch den gesamten Transportweg, um mögliche Schwachstellen zu erkennen und das Risiko so gering wie möglich zu halten. Wir arbeiten in einem Team, das aus Gefahrgutexperten der Logistik und - je nach Auftrag - einem sachkundigen Betriebsingenieur und einem Sicherungsmanager besteht. Die komplexe Untersuchung beinhaltet neben der Situations- und Gefahrenanalyse die Untersuchung eventuell kritischer Ereignisabläufe und die Beurteilung von Transportalternativen."

Der dritte Aspekt ist die Nachhaltigkeit. "Sie steht in direkter Verbindung mit der Grünen Logistik. Ziel ist der verantwortungsvolle und schonende Umgang mit natürlichen Ressourcen. Die CO2-Reduktion in Marl steht dabei im Vordergrund."

Handlungsfelder, die Dr. Franz Merath in diesem Bereich sieht, sind zum Beispiel die Verlagerung auf grüne Transportwege: weg von der Straße hin zur stärkeren Nutzung von Bahn, Schiff und Pipeline. "Für die Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene gibt es in Marl die Container-Umschlag-Anlage. So verkehrt beispielsweise von montags bis freitags ein Bahnshuttle zwischen dem Chemiepark und den Terminals in Duisburg, Europas größtem Binnenhafen."

Auch die Entwicklung und der Einsatz neuer Antriebstechniken gehören zur Zukunft. "Evonik ist gerade hier am Standort bereits seit Jahren aktiv, und zwar im Bereich Lithium-Ionen-Batterietechnik. Die Evonik Tochter Litharion aus Kamenz wird in Kooperation mit dem Daimler-Konzern ab dem vierten Quartal die ersten Lithium-Ionen-Batterien serienmäßig im E-Smart einsetzen."

In der Ausstellung im Informations-Centrum standen passend verschiedene alternativ angetriebene Fahrzeuge. "Unser Marler Elektroauto - ein Tazzari - ist ein Fahrzeug mit rein elektrischem Antrieb. Es hat eine Reichweite von etwa 120 Kilometern und wird für Kurierfahrten und Postzustellungen eingesetzt. Es fährt vollkommen emissionsfrei."

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