Verhaltene Outsourcing-Aktivitäten in Europa nach Rekord-Halbjahr

1Q12 EMEA TPI Index: TCV fällt um 32 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro; das Ausbleiben von Mega-Deals senkt Ergebnisse im IT- und Business Process-Outsourcing
(PresseBox) (Frankfurt, ) Information Services Group, Inc. (ISG), führend in Technologie-Analysen, Market-Intelligence und Advisory Services, veröffentlicht die aktuellen Daten zum Outsourcing-Markt in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika (EMEA). Sie belegen einen deutlichen Rückgang der Outsourcing-Verträge im ersten Quartal des Jahres im Vergleich zu den Rekordergebnissen im vierten Quartal 2011.

Der EMEA TPI Index, der Verträge im Wert von mindestens 20 Millionen Euro erfasst, verzeichnete in Europa für das erste Quartal 2012 ein Gesamtvertragsvolumen (Total Contract Value; TCV) von 6,9 Milliarden Euro, was im Jahresvergleich einem Rückgang um 32 Prozent bzw. um 53 Prozent gegenüber dem vierten Quartal 2011 entspricht. Insgesamt wurden im ersten Quartal dieses Jahres 79 Verträge vergeben, 37 Prozent weniger als im Vergleichsquartal des Vorjahres und 23 Prozent unter dem Ergebnis des vierten Quartals 2011.

Sowohl 2006 als auch 2010 erlebte der Outsourcing-Markt jeweils zum Jahresbeginn nach ergebnisstarken Quartalen eine ähnliche Abkühlung der Aktivitäten. Im ersten Quartal 2012 verbindet sich dieser "Hangover"-Effekt in EMEA mit der Verunsicherung aufgrund der anhaltenden finanziellen Unwägbarkeiten der Eurozone.

"Die in diesem ersten Quartal in EMEA zu beobachtende Abschwächung der Aktivitäten folgt auf die stärksten Halbjahres- und Jahresergebnisse, die wir innerhalb eines Jahrzehnts gesehen haben. Ein Vergleich ist damit schwierig", erklärt Bernd Schäfer, Partner & Managing Director ISG DACH "Wir erwarten jedoch, dass die Outsourcing-Aktivitäten und das Gesamtvertragsvolumen in der zweiten Hälfte 2012 wieder Fahrt aufnehmen und die Jahresergebnisse schließlich im historisch üblichen Rahmen liegen werden."

Erstmals seit 2009 und erst das fünfte Mal innerhalb von 10 Jahren wurden in einem ersten Quartal in EMEA keine Mega-Verträge (Verträge mit einem TCV von mindesten 800 Millionen Euro) vergeben. Sogenannte Mega-Relations (Verträge mit einem jährlichen Vertragswert von mehr als 80 Millionen Euro) fielen jedoch hinsichtlich ihres Volumens und in Bezug auf ihre Anzahl im üblichen historischen Rahmen aus. Dies deutet auf einen Wechsel im Kaufverhalten zu Vereinbarungen mit kürzeren Laufzeiten hin.

In Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH) sanken die Ergebnisse im ersten Quartal sowohl hinsichtlich des TCV als auch der Zahl der Verträge. Mit einem TCV von 1,4 Milliarden Euro war DACH allerdings die einzige Region, deren Ergebnis in diesem Quartal höher ausfiel, als ihr Fünfjahres-Quartalsdurchschnitt.

Die Region Nord- und Lateinamerika erzielte ihr bestes Quartalsergebnis. Der TCV dieser Region blieb zwar gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres auf annähernd gleichem Niveau, lag jedoch gegenüber dem vorangegangenen Quartal um acht Prozent höher, was im Ergebnis dennoch hinter dem Gesamtvertragsvolumen in EMEA zurückblieb. Im asiatisch-pazifischen Raum fiel der TCV um 36 Prozent niedriger aus als im Vergleichszeitraum des Vorjahres und lag um 33 Prozent unter dem des vierten Quartals 2011.

In den Bereichen IT-Outsourcing (ITO) und Business Process Outsourcing (BPO) gingen die Vertragsaktivitäten und -volumina gegenüber dem außerordentlichen Ergebnis im vierten Quartal 2011 zurück.

"Auch wenn das BPO-Vertragsvolumen gegenüber dem vorangegangenen Quartal um 42 Prozent sank, sagt dies mehr über die außergewöhnliche Dynamik zu Ende des vergangenen, denn über das Interesse an BPO zu Beginn diesen Jahres aus", erläutert Schäfer. "Die Zahl der Verträge, die im ersten Quartal in EMEA vergeben wurden, verdeutlicht mit ihrem Anstieg um 26 Prozent das anhaltende Interesse an BPO."

Die Kernbranchen Fertigung und Finanzservices verbuchten in Europa im ersten Quartal den Löwenanteil. Der Produktionssektor verzeichnete mit einem TCV von 2,5 Milliarden Euro seine beste je erzielte Quartalsleistung.

"Für den verbleibenden Teil des Jahres gehen wir davon aus, dass der Markt in EMEA eine relativ ruhige erste Hälfte erleben wird. Die zweite Hälfte jedoch wird dank eines Aufschwungs in der Neustrukturierung von Verträgen dafür sorgen, dass das Jahr 2012 mit einem soliden Ergebnis enden wird ", so Schäfer. "Auch im weiteren Verlauf ist zu erwarten, dass Neustrukturierungen einen großen Anteil an den Outsourcing-Aktivitäten ausmachen werden, da Kunden wie auch Dienstleister die größere Flexibilität kurzfristiger Verträge zunehmend bevorzugen."

TPI Index:

Der TPI Index gilt als maßgebliche Quelle für Informationen über das Marktgeschehen in Bezug auf Transaktionsstrukturen und -bedingungen, Branchentrends, geografische Verbreitung und Service Provider-Kennzahlen im Outsourcing. TPI erfasst für diesen Index - mittlerweile im 38. Quartal in Folge - Verträge im Wert von mindestens 20 Millionen Euro und ermöglicht Kunden, Sourcing-Anbietern, Analysten und der Presse damit eine vierteljährliche Momentaufnahme der Sourcing-Branche.

Weitere Einzelheiten des 1Q12 EMEA TPI Index sowie die Präsentation sind auf http://www.isg-one.com/... zu finden.

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