Kleiner, feiner Colibri

Ein ambitionierter elektrischer Einsitzer für hohe Sicherheitsansprüche
Stehen hinter dem Colibri: Thomas delos Santos, Juliane Beyer und Dr. Maximilian Levasier beim e-Monday. © Powered by Mobility 2.0 – Nachhaltige Mobilität (PresseBox) (München, ) Er ist klein und leise - wie sein Namensgeber: der Elektro-Einsitzer "Colibri", der wie ein schickes Auto im Kleinformat aussieht, gar nicht wie ein Strandbuggy, Kart oder Quad, die sich sonst noch in der Microcar-Fahrzeugklasse tummeln. Seine Flügeltüren sollen ihm Rundum-Wetterschutz geben, und auch bei der Innenausstattung setzen die Entwickler auf hochwertige Materialien und Komfort: In den 180-Liter-Kofferraum passen "zwei Getränkekisten, eine Tasche und noch die Handtasche der Frau", so Geschäftsführer Thomas delos Santos von Innovative Mobility Automobile beim e-Monday am 21. Mai 2012. Ein Leichtbau-Schalensitz mit patentiertem Hubmechanismus ermögliche zudem komfortables Ein- und Aussteigen.

Diesen Komfort mit Gewichtreduzierung, Sicherheit und Zuverlässigkeit zu verbinden, war eine der größten Herausforderungen für die Entwickler. Das Premium-Microcar wird mit einem Magnesium Space Frame ausgestattet, der durch seine spezielle Struktur hohe Sicherheitsansprüche erfülle. Delos Santos ist überzeugt: "Er wird als erster der Klasse L7e den Euro-NCAP-Crashtest bestehen", also das europäische Neuwagen-Bewertungsprogramm (European New Car Assessment Programme).

Durch die Leichtbauweise soll der Verbrauch gegenüber anderen Elektrofahrzeugen reduziert werden. Der 340 Kilogramm schwere Einsitzer wird laut Santos pro 100 Kilometer 5,2 kWh verbrauchen, was etwa 1,10 Euro entspricht, und einen CO2-Ausstoß von 27 g/100 km haben. Der Wirkungsgrad liege bei 96 Prozent. "Insgesamt haben wir die Mobilitätskosten um 40 Prozent reduziert", so delos Santos.

120 km/h soll er fahren und in neun Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen - zum Vergleich: Der Renault Twizy schafft es in 13 Sekunden von 0 auf 80 km/h. An einer haushaltsüblichen Steckdose betrage die Ladezeit zwei Stunden. Mit einer Batterieladung soll der Colibri dann 100 Kilometer weit kommen. Damit sei der Elektro-Einsitzer besonders für Pendler, Dienstleister und Flottenbetreiber attraktiv.

Wichtig war den Machern vor allem die Alltagstauglichkeit und die ganzjährige Nutzbarkeit des Fahrzeugs. "Wir wollen, dass die Leute sich im Colibri wohlfühlen und alles verstehen", sagte Juliane Beyer, Prokuristin bei Innovative Mobility Automobile.

Das größte Manko des Colibri sahen die Teilnehmer des Münchner Netzwerktreffens e-Monday darin, dass keine zweite Person mitfahren kann. Den Entwicklern ist das bewusst: "Wir wollen genau die Leute ansprechen, die alleine zur Arbeit und zurück fahren, es vielleicht auch noch für kleinere Einkäufe nutzen", so delos Santos. "Als einziger Wagen für eine Familie wäre so ein Fahrzeug natürlich Quatsch!"

Derzeit arbeitet das Startup-Unternehmen am Prototyp und will ihn im März 2013 auf dem Autosalon Genf vorstellen. Der Markteintritt ist für das vierte Quartal 2014 geplant - mit dem Absatzziel von 10.000 Stück pro Jahr. Kosten soll die Basisversion rund 8000 Euro zuzüglich 49 Euro pro Monat Akkumiete.

Als Start-up kann Innovative Mobility Automobile das Projekt natürlich nicht allein umsetzen und finanzieren. "Wir haben uns gezielt Partner gesucht, die großes Know-how in ganz bestimmten Bereichen haben." Etwa B&W für die Fahrzeugentwicklung, Altair für Sicherheit und Crashoptimierung, Stolfig für den Rahmen, CPM Compact Power Motors für den Antrieb, Lätzsch Kunststoffverarbeitung für die Außenverkleidung sowie die TU Chemnitz für den Leichtbau in der Innenausstattung.

Des Weiteren haben neben dem BMBF Bamboo Ventures und BMT Thüringen in das Cleantech-Startup Innovative Mobility Automobile GmbH aus Jena investiert. Und das aus gutem Grund: "Das Projekt war bereits ausgereift und das Thema urbane Mobilität ist gefragter denn je, da wollten wir dabei sein", sagt Dr. Maximilian Levasier, Bamboo Ventures.

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Stefan Kasserra

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