Saarkonjunktur: Weiter aufwärts - aber mit mäßigem Tempo

IHK rechnet mit 3.000 neuen Arbeitsplätzen in diesem Jahr
(PresseBox) (Saarbrücken, ) Trotz der Konjunkturschwäche in den südeuropäischen Ländern und der Unsicherheiten im Euroraum bleibt die Konjunktur im Saarland weiter robust. Das signalisieren die Meldungen der Unternehmen zu ihrer aktuellen Geschäftslage in der Konjunkturumfrage Mai der IHK Saarland. Der IHK-Lageindikator (Saldo aus Gut- und Schlechtmeldungen) ist gegenüber dem Vormonat um 1,3 Punkte gestiegen. Mit 34,1 Zählern liegt er jetzt noch deutlicher über dem vergleichbaren Ifo-Wert für ganz Deutschland (14,9). Im Saarland schätzen derzeit 90 Prozent der befragten Betriebe ihre Lage als gut oder befriedigend ein. Insgesamt positiv bleiben auch die Aussichten für die kommenden sechs Monate. Der IHK-Erwartungsindikator liegt trotz eines leichten Rückgangs um 1,3 Punkte mit 11,1 Zählern weiterhin deutlich im positiven Bereich. "Das signalisiert weiteres Wachstum in den Sommer- und Herbstmonaten. Die Impulse dazu dürften vor allem vom privaten Konsum und vom lebhaften Exportgeschäft mit den großen Schwellenländern kommen. Der zuletzt schwächelnde Euro sorgt für zusätzlichen Rückenwind. Angesichts des noch schwachen Konjunkturumfeldes in Europa dürfte das Aufwärtstempo aber deutlich hinter demjenigen der beiden Vorjahre zurückbleiben. Für das gesamte Jahr erwarten wir weiterhin ein Saarwachstum von 1 bis 1,5 Prozent. Auf dem Arbeitmarkt rechnen wir mit 3.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen in diesem Jahr." So kommentiert IHK-Hauptgeschäftsführer Volker Giersch die Ergebnisse der Umfrage, an der sich 300 Unternehmen mit rund 120.000 Beschäftigten beteiligten.

Insgesamt bewerten derzeit 44 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage mit gut, 46 Prozent mit befriedigend und 10 Prozent mit schlecht. Mit viel Schwung laufen die Geschäfte im Maschinenbau, im Stahlbau sowie in der Medizin- und Automatisierungstechnik. Mit Abstrichen gilt das auch für die Elektroindustrie und die Hersteller von Metallwaren. Im Fahrzeugbau ist die Lage im Großen und Ganzen gut, allerdings spüren einige Unternehmen hier die Rezession in den südeuropäischen Ländern, die die Pkw-Nachfrage dort deutlich dämpft. In der Ernährungsindustrie und bei den Gießereien laufen die Geschäfte insgesamt befriedigend. Hier gibt es ebenso viele Gut- wie Schlechtmeldungen. In der Bauwirtschaft hat sich die Lage im Wirtschafts- und privaten Wohnungsbau zuletzt weiter entspannt, während der Tiefbau wegen der knappen öffentlichen Kassen eher lahmt. Der Einzelhandel und die haushaltsnahen Dienstleister profitieren von der steigenden Kaufkraft der Verbraucher und von der robusten Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Gute Geschäfte meldet auch das Verkehrsgewerbe.

Fachkräfte werden zunehmend knapp

Auf dem Arbeitsmarkt wird sich die positive Entwicklung weiter fortsetzen. Darauf deuten die Einstellungspläne der Unternehmen hin: Rund jedes fünfte Unternehmen will in den kommenden Monaten zusätzliches Personal einstellen, während nur jedes achte Beschäftigung abbauen will. Giersch: "Das heißt: Unter dem Strich wird es mehr Arbeitsplätze geben. Wir erwarten einen Zuwachs von rund 3.000 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen in diesem Jahr."

Die meisten dieser Arbeitsplätze werden im Dienstleistungssektor entstehen. Hier will fast jeder dritte Betrieb zusätzliches Personal einstellen, in der Industrie immerhin noch jeder sechste. Fraglich ist allerdings, ob das auch gelingen wird. Denn qualifiziertes Personal ist rar gesät. 44 Prozent der Betriebe, die aufstocken wollen, berichten über Schwierigkeiten, geeignete Fachkräfte zu finden - im Dienstleistungsbereich sind es über 65 Prozent, in der Industrie gut 35 Prozent. Giersch: "Dies unterstreicht, wie wichtig es ist, die von Landesregierung, Kammern und Sozialpartnern gemeinsam erarbeitete Strategie für Fachkräftesicherung rasch mit Leben zu füllen."

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