Thromboserisiko während der Schwangerschaft: Heparin-Gabe bei Schwangeren mit thrombotrac wochengenau berechenbar

(PresseBox) (Bayreuth, ) Während der Schwangerschaft ist das Risiko an einer Thrombose zu erkranken bis zu 40-fach erhöht. Studien zufolge erkrankt rund jede 20. schwangere Frau an einer Venenthrombose. Bleibt sie unbehandelt, kann die Verstopfung der Blutgefäße zu einer Lungenembolie führen – die häufigste Todesursache bei Schwangerschaften. Sowohl zur Prävention als auch zur Behandlung werden hochgefährdete Schwangere daher mit Blutverdünnungsmitteln wie Heparin behandelt. "Welche Patientin ab welchem Zeitpunkt und wie lange behandelt wird, beruht in den meisten Fällen nicht auf wissenschatlich fundierten Daten, sondern auf der momentanen Meinung des behandelnden Arztes", warnt Dr. Ulrich Pachmann, Leiter der Laborpraxis Dr. Pachmann im Transfusionsmedizinischen Zentrum Bayreuth (TZB). "Dabei wird die Heparin-Schutzwirkung mit erhöhter Blutungsgefahr regelrecht erkauft. Tatsächlich nämlich ist die Datenlage angesichts rund 30 bekannter Risiko- und Schutzfaktoren lückenhaft", so der Transfusionsmediziner weiter.

Unter seiner Leitung hat eine Arbeitsgruppe von Wissenschaftlern für den Schwangerschaftsverlauf das bewährte Rechenverfahren thrombotrac weiterentwickelt, das sämtliche Risikofaktoren nach ihrem tatsächlichen Beitrag gewichtet. Wissenslücken werden dabei mit vernünftigen Annahmen über die einzelnen Faktoren und deren Wechselwirkung überbrückt. "Wir konnten feststellen, dass das Thromboserisiko ab der 8. bis zur 28. Schwangerschaftswoche kontinuierlich ansteigt. Allein die Behinderung des venösen Abflusses aus den Beinen erhöht dabei das Thromboserisiko um ein Vierfaches. Das tatsächliche, individuelle Thromboserisiko kann somit abgeleitet werden – aus Anamnese und dispositiven sowie aktuellen Blut-Faktoren. Das ermöglicht es uns wochengenau darzustellen, ab wann der Thromboseschutz durch Behandlung mit Heparin das Blutungsrisiko übersteigt", erklärt Pachmann.

Für die Zuverlässigkeit der Methode, den prophylaktischen Beginn der Heparin-Behandlung zu bestimmen, spricht der Erfolg: In 90 Schwangerschaften, bei denen die behandelnden Ärzte ihre Therapieentscheidung mit dem Rechenergebnis von thrombotrac verifizieren konnten, traten bei keiner Einzigen der Frauen Thrombosen oder Blutungen auf.

Weitere Informationen unter www.laborpachmann.de sowie www.thrombotrac.de

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