Praxis-Check IT 2012 - Wie gut fördern die neuen Informatikstudiengänge die Beschäftigungsbefähigung

Die Vermittlung von Sozialkompetenz findet in den Informatikstudiengängen faktisch nicht statt
(PresseBox) (Schöneck, ) Ob ein Studiengang Methoden- und Sozialkompetenz der Absolventen stärkt und inwieweit er praxisbezogen ist, steht beim Praxis-Check auf dem Prüfstand. Das Augenmerk liegt folglich zum einen nicht auf der Hochschule an sich, sondern auf den einzelnen dort angebotenen Studiengängen. Das ist wichtig, da es durchaus vorkommt, dass Hochschulen in einem Studiengang ganz oben im Rating rangieren und mit dem anderen ganz unten. Zum anderen stehen beim Praxis- Check die fachübergreifenden Kompetenzen im Blickpunkt, während die fachliche Qualität des Studiengangs beim Rating außen vor gelassen wird.

In diesem Jahr stehen nun die Informatikstudiengänge auf dem Prüfstand. Wie auch in den anderen Fächern, ergibt insgesamt ein heterogenes Bild. Während einige Studiengänge großes Augenmerk auf die Vermittlung außerfachlicher beschäftigungsrelevanter Kompetenzen legen, spielen diese an vielen Hochschulen nach wie vor gegenüber den Fachinhalten keine große Rolle.

Bei der Praxisorientierung der Informatik-Studiengänge zeigen sich, in Übereinstimmung mit den traditionellen Profilunterschieden der beiden Hochschultypen Fachhochschule und Universität, die stärksten Unterschiede zwischen den beiden Hochschularten. 42 Prozent der FH-Studiengänge wurden diesbezüglich mit ** oder *** bewertet. Umgekehrt spielen die in die Bewertung eingeflossenen Aspekte an Universitäten keine so große Rolle (15 Prozent bewertet mit ** oder ***).

Auch die Förderung methodischer Kompetenzen ist an den Fachhochschulen stärker ausgeprägt, jedoch zeigt sich der Unterschied hauptsächlich an den Anteilen der Spitzenbewertung mit drei Sternen: Von insgesamt 320 Studiengängen wurden im Teilbereich Förderung methodischer Kompetenzen 27 Studiengänge, das entspricht 8,4 Prozent, mit *** bewertet. Von diesen 27 am höchsten bewerteten Studiengängen sind 25 Fachhochschulstudiengänge.

Die Vermittlung der sozialen Kompetenzen weist von allen drei Teilbereichen die größten Defizite auf. Dies gilt für beide Hochschularten und für beide Abschlussarten. An den Fachhochschulen wurden nur zwei Studiengänge (1,2 Prozent) mit *** bewertet, an Universitäten lediglich einer.

Der Bachelor/ Master Praxis Check wurde gemeinsam von Queb e.V. und dem Centrum für Hochschulentwicklung konzipiert. Das Rating wurde erstmals im Jahr 2006 erhoben und ist seit 2011 in das CHE-Hochschulranking integriert. Die Aktualisierung der Daten erfolgt im Turnus alle drei Jahre für ausgewählte Studiengänge.

"Wir freuen uns, dass wir mit dem Praxis-Check das wichtigste Hochschulranking in Deutschland noch deutlich aufwerten konnten" so Christian Schutz, Leiter der AG Bachelor/ Master bei Queb und Head of Global University Relations bei Siemens. Und weiter: "Dieses Rating ermöglicht insbesondere den interessierten Schülern und Studenten herauszufinden, wo sie besonders praxisorientiert ihr Studium beginnen bzw. fortsetzen können." Jela Götting, Vorstandssprecherin von Queb und bei adidas Group für das Thema Leadership in EMEA verantwortlich, ergänzt: " Mit dem Praxis-Check und dem CHE Ranking haben wir die Möglichkeit, ein deutlich besseres Verständnis für die Hochschullandschaft zu entwickeln. Dies gilt insbesondere im Vergleich zu anderen internationalen Rankings, die wesentlich weniger Kriterien erfassen und oft den Fokus v. a. auf die Forschungsleistung haben."
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