Brückenschlag zwischen Krebs und Thrombose: UBK-Symposium "Entzündung und Krebs" diskutiert über wegweisende, diagnostische Verfahren

Von Tumor in das Patientenblut ausgeschwemmten Zelle (PresseBox) (Bayreuth / Frankfurt am Main, ) Auf dem 17. Symposium der Union für biologische Krebstherapie (UBK), das vom 22. bis 23. Juni in Frankfurt am Main stattfindet, werden auch in diesem Jahr wieder anerkannte Spezialisten aus Medizin und Forschung die neuesten Entwicklungen in der Krebsforschung aus den unterschiedlichsten Perspektiven reflektieren. Ein zentrales Thema der Veranstaltung sind dabei die konkreten diagnostischen und therapeutischen Verfahrensweisen, die aus den erzielten Fortschritten resultieren.

So widmen sich gleich zwei Vorträge am ersten Veranstaltungstag dem für den Krankheitsverlauf entscheidenden Gebiet der Diagnostik: Unter dem Titel "Tumorzellen im Blut" stellt die am Universitätsklinikum der Friedrich-Schiller-Universität Jena tätige PD Dr. med. Katharina Pachmann die von ihr entwickelte maintrac-Methode vor. Der innovative Bluttest – ausreichend sind 15 ml EDTA-Blut – weist die von Tumoren in das Patientenblut ausgeschwemmten Zellen nach und lässt wichtige Rückschlüsse auf die Wirksamkeit einer ergriffenen Therapieform zu. „Die entscheidende diagnostische Frage, die mit maintrac beantwortet werden kann lautet: Wie kann zuverlässig erkannt werden, von welchen der zirkulierenden Tumorzellen eine besondere Gefahr ausgeht? Denn ihre bloße Anzahl im Patientenblut bietet noch keine sichere Grundlage für die Wahrscheinlichkeit einer späteren Metastasierung. Entscheidend ist vielmehr die potentielle Vermehrungsfähigkeit, also die Qualität, einer Tumorzelle“, erklärt die Onkologin. Der diesbezüglich im Transfusionsmedizinischen Zentrum Bayreuth (TZB) erzielte Durchbruch – die Veränderung von Tumorzellen zu erkennen und somit die Krebstherapie mit dem wirksamsten Medikament individuell an den Patienten anzupassen – bildet einen der Höhepunkte im Vortrag von PD Dr. med. Katharina Pachmann.

Den Brückenschlag zwischen Thrombose und Krebs wird Dr. med. Ulrich Pachmann, Transfusionsmediziner und Leiter der Laborpraxis Dr. Pachmann im TZB, mit seinem Referat "Trousseau-Thrombose – Gefahrenpotential bei Krebs" unternehmen. Er rückt damit eine außergewöhnliche Form der Wechselwirkungen von Krebs und Thrombose sowie das hieraus resultierende Diagnose-Potential in den Fokus. Bereits im 19. Jahrhundert stellte der französische Mediziner Armand Trousseau einen Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Thrombose an ungewöhnlichen Körperstellen – wie etwa an den Armen – und einer späteren Krebserkrankung fest. Insbesondere bei in der Regel nur spät feststellbaren Tumorarten wie dem Bauchspeicheldrüsenkrebs steigt durch die Diagnose einer Trousseau-Thrombose die Möglichkeit entscheidend, für den Patienten noch rechtzeitige Therapiemaßnahmen einzuleiten. Mittlerweile gilt es als eine unter Experten gesicherte Erkenntnis, dass Tumore zu einer um den Faktor 4-5 erhöhten Thrombose-Wahrscheinlichkeit führen. „Thrombose-Patienten besitzen ein höheres Krebsrisiko, weil Metastasen innerhalb von Blutgerinnsel mehr Zeit für ihre Ausbildung haben. Dementsprechend können Anti-Thrombose-Medikamente wie Heparin auch die spätere Metastasierungswahrscheinlichkeit senken“, verweist Pachmann auf ein gegenteiliges Ursache-Wirkung-Phänomen. Darüber hinaus deutet dieser Fakt darauf hin, dass das ebenfalls im TZB entwickelte Thrombose-Diagnoseverfahren thrombotrac explizite Aussagekraft für die onkologische Diagnose hat.

Des Weiteren werden auf dem Symposium noch viele weitere interessante und wichtige Felder der Krebsforschung diskutiert. Das thematische Spektrum der Veranstaltung reicht von dem Einfluss der Ernährung ("Industriekost trifft Steinzeitgenetik", Dr. med. Detlef Pape) bis hin zu theologischen Aspekten ("Was ist stärker als der Tod? - Antworten aus Naturwissenschaft, moderner Sterbeforschung und Religion", Prof. Dr. Markolf Niemz).

Weitere Informationen unter www.maintrac.de, www.thrombotrac.de und www.krebstelefon.de

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