Deutscher MES-Sonderweg gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe

(PresseBox) (Karlsruhe, ) Mit knapp 25.000 Fachbesuchern aus 88 Nationen im Jahr 2012, bleibt die CONTROL in Stuttgart die weltweit größte Messe für Quaitätssicherung. Und zum 26. Mal zeigte der Softwarehersteller Pickert & Partner auf diesem Forum Produkte für die Modernisierung der IT-Infrastruktur in der Produktion.

Aus Sicht der IT-Infrastruktur stand die Messe ganz im Zeichen der Einbettung der Spezialsoftware für das Qualitätsmanagement in die deutsche Variante der "Manufacturing Execution Systems" - CAQ-Software wird zum integralen Teil einer MES-Software. Bei der deutschen MES-Variante hat aber der zentrale Begriff, die "Execution", bisher kaum Bedeutung, denn diesen Produkten gelingt zwar in einigen Fällen noch die Erfassung des Produktionsablaufs in der Automatisierungsebene, aber diese Echtzeit-Erfassung, Auswertung und Darstellung mündet letztlich in Arbeitsanweisungen an die Werker, und hat keinen direkten Einfluss auf die Arbeitsgänge an den Maschinen.

Die 4. Industrielle Revolution (Industrie 4.0) wird charakterisiert durch einen Dialog zwischen Werkstück und Maschine vor und nach jedem Arbeitsgang. Ein Dialog, der digitale Rüststände mit Rezepten und Fertigungsplänen abgleicht, der Prozessmerkmale aus dem Arbeitsgang mit dem Werkstück dauerhaft verbindet und damit die nächsten Arbeitsgänge steuert. Die Pickert & Partner GmbH zeigte auf der Messe ein MES, das die Automatisierungsebene steuert, hinunter bis zu jedem einzelnen Arbeitsgang.

Solch ein MES muss die Prozessmerkmale nicht mehr aus den Produktmerkmalen ableiten, braucht kein statistisches Prozessmodell mehr, weil es den Prozess selbst überwacht und steuert. Prozessdatenerfassung und Inline-Prüfungen ersetzen die fertigungsbegleitende Stichprobe, reduzieren den Ausschuss auf den einzelnen Störfall und machen die Nachprüfung unnötig. "Einen Monat nach der CONTROL sind wir uns sicher, mit diesem Ansatz den Nerv unserer weltweiten Bestandskunden getroffen zu haben" sagt Sven O. Rimmelspacher, der Geschäftsführer der Pickert & Partner GmbH. "Das Interesse an CAQ ist merklich kleiner geworden, die Betriebe streben nach einer Konsolidierung der produktionsnahen Prozesslandschaft und suchen daher nach einer MES-Lösung. Dafür sind Investitionsmittel in erheblicher Höhe bei den Betrieben vorhanden. Doch der Modernisierungsstau der letzten 10 Jahre wird sich erst dann lösen, wenn auch die Automatisierung - und zwar in beiden Richtungen - mit eingebunden wird. Beobachten und Erkennen sind wichtig, doch Gewinne entstehen in den meisten Betrieben vor allem immer noch in der Produktion, und darauf kommt es an. Die VDI 5600 erscheint unseren internationalen Bestandskunden, aber auch den ausländischen Interessenten auf der CONTROL, doch sehr als ein deutscher Sonderweg. Global besehen ist "Real-Time Manufacturing" ein MES, das sich bis in die ISA-95 Ebene 1 und 2 erstreckt. Das wird die Wirtschaftlichkeit der Betriebe morgen dominieren."

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