Rätselhafte grüne Streifen

Warum der Rasen auf dem Fußballfeld gestreift ist
(PresseBox) (Münster, ) Sie sind nur eine Nebensache bei der schönsten Nebensache der Welt und doch immer wieder Grund für Spekulationen: Die Rede ist von den Streifen auf dem Fußballrasen – jene zwei verschiedenen Grüntöne, die sich im Wechsel quer über das Spielfeld ziehen. Der Farbunterschied komme durch eine unterschiedliche Schnittlänge der Grashalme zustande, behaupten manche Zuschauer, andere vermuten gar, dass hier zwei verschiedene Grassorten wachsen.

Die Erklärung ist natürlich viel einfacher und für die meisten Fußballfans ohnehin klar, berichtet das Onlinemagazin farbimpulse.de: Die Streifen entstehen schlichtweg, wenn die Rasenmäher in zwei verschiedene Richtungen über das Spielfeld bewegt werden. Diese sogenannten Spindelmäher unterscheiden sich grundlegend von gewöhnlichen Rasenmähern. Bei letzteren dreht sich das Messer um eine Achse senkrecht zum Boden, bei Spindelmähern hingegen wird das Gras durch eine parallel zum Boden liegende Spindel erfasst und an einem sogenannten Gegenmesser abgeschnitten. Die motorlosen Urversionen solcher Spindelmäher waren früher auch bei Hobbygärtnern weit verbreitet, auch wenn sie – sportlich anspruchsvoll – von Hand über den Rasen geschoben werden mussten.

Bei den Profimähern läuft der Spindel eine Walze voraus, die die Grashalme bereits in Mährichtung ausrichtet – ein Effekt, der durch die Drehung der Spindel, den anschließenden Schnitt und häufig durch eine nachfolgende, schwere Walze noch verstärkt wird. Auf diese Weise liegen die Halme nach dem Mähen bevorzugt in Mährichtung. So betrachtet wirkt das Grün deutlich heller als in der Gegenrichtung.

Welches Streifenmuster beim Mähen auf dem Spielfeld entsteht, hängt ganz davon ab, wie die Mähmaschine über den Platz bewegt wird. Bei den kleinen, von Vereinen betreuten Plätzen, hängt die Größe und Anordnung der Streifen bis heute von den Dimensionen des Mähfahrzeugs und dem Ermessen des Platzwarts ab. Doch selbst bei den großen Turnieren gab es hierzu lange keine Regel: So waren neben den heute üblichen Querstreifen vereinzelt sogar Karo- und Schachbrettmuster zu sehen, die entstehen, wenn sowohl längs als auch quer gemäht wird.

Doch der Weltfußballverband FIFA bereitete diesem grünen Wildwuchs schließlich ein Ende: Er legte 2004 fest, dass die Streifen mit der Mittelfeld-, der Strafraum- und der Torlinie korrespondieren müssen. In der Praxis bedeutet dies unter anderem, dass der Rasen zwischen Tor und Strafraumlinie aus drei Streifen besteht, die Fläche zwischen Strafraum und Mittellinie wiederum aus sechs. Manchmal werden hier jedoch auch sieben Streifen auf das Spielfeld gelegt, was übrigens einer Empfehlung der Deutschen Fußball Liga für Bundesliga-Stadien entspricht.

Auch wenn dies zwangsweise dazu führt, dass die Streifen nicht exakt gleich breit sind, haben die Muster eine wichtige Funktion bei der Orientierung auf dem Platz, denn sie helfen den Spielern, Entfernungen abzuschätzen. Besonders hilfreich sind sie jedoch für die Linienrichter: Sie können damit einfacher erkennen, ob ein Spieler im Abseits steht. (ud)

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