Staus im Verkehr nehmen weltweit deutlich ab: INRIX Traffic Scorecard bietet aufschlussreichen Blick auf die wirtschaftlich angespannten Länder Europas

(PresseBox) (Manchester, Großbritannien, ) .
- Auswertung deutet Zusammenhänge zwischen europäischer Schuldenkrise, hoher Arbeitslosigkeit, steigenden Treibstoffpreisen und reduziertem Verkehrsaufkommen an
- Verkehr in Deutschland schlimmer als in Italien und den USA; Stuttgart (17), Köln (18) und Hamburg (21) rangieren hinter Mailand (1) unter den Top 25 der Städte mit dem stärksten Verkehr in Europa

INRIX®, ein führender internationaler Anbieter von Verkehrsinformationen und intelligenten Fahrdiensten, stellt die INRIX Traffic Scorecard vor. Sie zeigt für das Jahr 2011 weltweit einen Rückgang bei Verkehrsstaus um 17 Prozent und um 8 Prozent in Deutschland.

"Wie es mit dem Verkehr steht, so steht es auch um die Wirtschaft. Verkehrsstaus sind ein ausgezeichneter Konjunkturindikator, der zeigt, ob die Menschen zur Arbeit gehen, Unternehmen Produkte versenden und die Verbraucher Geld ausgeben", kommentiert Stuart Marks, Senior Vice President von INRIX Europe. "In Anbetracht dessen, dass die Europäische Union gerade darüber berät wie man Spanien und Italien am besten aus der Schieflage helfen kann, bestätigt unsere Scorecard nicht nur das Ausmaß der Schuldenkrise in diesen Ländern, sondern zeigt auch, welches das nächste sein könnte."

Unter den 13 analysierten europäischen Nationen zeigen die Länder, die am stärksten von der europäischen Schuldenkrise betroffen sind, den stärksten Rückgang bei Verkehrstaus. Portugal (-49 %), Irland (-25 %), Spanien (-15 %) und Italien (-12 %) gehörten zu den Ländern mit den stärksten Rückgängen im vergangenen Jahr. Die Probleme in der Eurozone haben auch zu Rückgängen in Deutschland (-8 %), den Niederlanden (-7 %) und Belgien (-3 %) geführt, auch wenn diese Länder als die stärksten europäischen Volkswirtschaften gelten. Beim Vergleich 2010/2011 zeigte Frankreich keine Veränderung.

Die Analyse der Verkehrsstaus in den ersten fünf Monaten des Jahres 2012 zeigt einen weiteren Rückgang in ganz Europa - mit Ausnahme von Deutschland. Die Widerstandskraft der deutschen Wirtschaft, die durch ein moderates Beschäftigungswachstum (+1,3 %) angetrieben wird, führte hier in diesem Zeitraum zu einer Steigerung von 6 Prozent bei Verkehrstaus. Dem INRIX Index[1] zufolge waren die Top 10 der schlimmsten Länder für Verkehrsstaus in Europa im Jahr 2011:

1. Belgien: Autofahrer verschwendeten 55 Stunden im Verkehr,[2] 2 Stunden weniger als 2010
2. Niederlande: Autofahrer verschwendeten 50 Stunden im Verkehr[2], 4 Stunden weniger als 2010
3. Italien: Autofahrer verschwendeten 29 Stunden im Verkehr[2], 6 Stunden weniger als 2010
4. Großbritannien: Autofahrer verschwendeten 32 Stunden im Verkehr[2], 4 Stunden weniger als 2010
5. Spanien: Autofahrer verschwendeten 34 Stunden im Verkehr[2], 6 Stunden weniger als 2010
6. Frankreich: Autofahrer verschwendeten 36 Stunden im Verkehr[2], keine Veränderung gegenüber 2010
7. Deutschland: Autofahrer verschwendeten 36 Stunden im Verkehr[2], 3 Stunden weniger als 2010
8. Österreich: Autofahrer verschwendeten 27 Stunden im Verkehr[2], 2 Stunden weniger als 2010
9. Portugal: Autofahrer verschwendeten 23 Stunden im Verkehr[2], 22 Stunden weniger als 2010
10. Schweiz: Autofahrer verschwendeten 22 Stunden im Verkehr, 2 Stunden weniger als 2010

Luxemburg, Ungarn und Irland vervollständigen die Liste der 13 analysierten europäischen Länder. Im Vergleich würde die USA am Ende der Liste knapp vor Irland rangieren, und Kanada auf Platz 7 nach Belgien, den Niederlanden, Italien, Großbritannien, Spanien und Frankreich.

Mit der Analyse des Verkehrs auf den wichtigsten Autobahnen in ganz Europa liefert die Scorecard eine umfassende Momentaufnahme der hartnäckigen Probleme städtischer Verkehrsbelastung. Laut dem Bericht sind die Top 25 der verkehrsreichsten Städte in Europa[3]:

1. Mailand, Italien
2. Brüssel, Belgien
3. Antwerpen, Belgien
4. Paris, Frankreich
5. Manchester, Großbritannien
6. Rotterdam, Niederlande
7. Rom, Italien
8. London, Großbritannien
9. Utrecht, Niederlande
10. Florenz, Italien
11. Liverpool, Großbritannien
12. Barcelona, Spanien
13. Madrid, Spanien
14. Gent, Belgien
15. Amsterdam, Niederlande
16. Belfast, Ireland
17. Stuttgart, Deutschland
18. Köln, Deutschland
19. Lyon, Frankreich
20. Bordeaux, Frankreich
21. Hamburg, Deutschland
22. Newcastle, Großbritannien
23. Nottingham, Großbritannien
24. Sevilla, Spanien
25. Den Haag, Niederlande

Verkehrsmuster und schlimmste Engpässe in Deutschland

Die INRIX Traffic Scorecard bietet einen Mikro-Einblick auf die Verkehrsprobleme in ganz Deutschland - mit Zoom auf die Gesamtmenge der im Verkehr verbrachten Stunden, den schlimmsten Tag der Woche für Pendler und Durchschnittsgeschwindigkeiten für die Top 22 der Städte in Deutschland sowie Hunderte anderer Details. Auch wenn 16 der 20 größten Städte in Deutschland einen Rückgang bei Verkehrsstaus zeigen, verlor der durchschnittliche Fahrer im vergangenen Jahr immer noch 36 Stunden im Stau. Während geringe Zunahmen der Beschäftigungszahlen in Deutschland im vergangenen Jahr (+1,3 %) von steigenden Rohölpreisen ausgeglichen wurden (durchschnittlich +16 %), hat das fortgesetzte Beschäftigungswachstum in den ersten fünf Monaten dieses Jahres Verkehrsstaus um 6 Prozent zunehmen lassen.

Autofahrer in Deutschland verbringen mehr Zeit auf der Straße als beispielsweise Fahrer in Italien oder Spanien und vier weiteren europäischen Ländern. Laut Scorecard-Report sind der schlimmsten Orte und die schlimmsten Zeiten, um auf deutschen Straßen unterwegs zu sein, Stuttgart, Köln und Hamburg freitags von 16.00 bis 17.00 Uhr für Stuttgart bzw. von 15.00 bis 16.00 Uhr für Köln und Hamburg. Eine Fahrt dauert in dieser Zeit durchschnittlich 27 Prozent länger als zu störungsfreien Zeiten. Insgesamt lag der INRIX Index1 von Deutschland bei 13. Das heißt, dass eine zufällig gewählte Fahrt in den Ballungsgebieten während der Hauptstoßzeiten der Woche im Schnitt 13 Prozent länger dauert als zu verkehrsarmen Zeiten.

Durch die Analyse der Hauptverkehrsstraßen in den 22 größten Ballungsräumen[3] des Landes liefert die Scorecard eine umfassende Momentaufnahme der schwierigsten Aufgaben urbaner Mobilität. Der Report zeigt die Top 10 der verkehrsreichsten Städte in Deutschland1, inklusive der schwierigsten Zeit, um auf den Straßen unterwegs zu sein:

1. Stuttgart: Fahrer verschwendeten 58 Stunden pro Jahr in Jahr im Verkehr[2], schwierigste Uhrzeit = Freitag 16:00-17:00
2. Köln: Fahrer verschwendeten 57 Stunden pro Jahr im Verkehr[2], schwierigste Uhrzeit = Freitag, 15:00-16:00
3. Hamburg: Fahrer verschwendeten 55 Stunden pro Jahr im Verkehr[2], schwierigste Uhrzeit = Freitag, 15:00-16:00
4. Düsseldorf: Fahrer verschwendeten 51 Stunden pro Jahr im Verkehr[2], schwierigste Uhrzeit = Freitag 16:00-17:00
5. Ruhrgebiet: Fahrer verschwendeten 47 Stunden pro Jahr im Verkehr[2], schwierigste Uhrzeit = Freitag 15:00-16:00
6. Karlsruhe: Fahrer verschwendeten 44 Stunden pro Jahr im Verkehr[2], schwierigste Uhrzeit = Freitag 16:00-17:00
7. Saarbrücken: Fahrer verschwendeten 43 Stunden pro Jahr im Verkehr[2], schwierigste Uhrzeit = Mittwoch 6:00-7:00
8. Bonn: Fahrer verschwendeten 42 Stunden pro Jahr im Verkehr[2], schwierigste Uhrzeit = Freitag 16:00-17:00
9. München: Fahrer verschwendeten 39 Stunden pro Jahr im Verkehr[2], schwierigste Uhrzeit = Montag 9:00-10:00
10. Freiburg im Breisgau: Fahrer verschwendeten 39 Stunden pro Jahr im Verkehr[2], schwierigste Uhrzeit = Mittwoch 7:00-8:00

Daraus ergeben sich für die Verkehrsstauungen folgende Erkenntnisse:

- Schwierigster Wochentag für Verkehr: Freitag
- Schwierigster Wochentag für Verkehr morgens: Dienstag
- Schwierigste Zeit für Pendlerverkehr: Freitag 16:00-17:00
- Schwierigster Nachmittag für Pendlerverkehr: Donnerstag
- Bester Wochentag für Verkehr: Montag
- Bester Wochentag morgens: Freitag
- Beste Zeit für Pendlerverkehr: Montag 19:00-20:00
- Bester Wochentag nachmittags: Montag

Big Data bei der Arbeit

Die INRIX Traffic Scorecard basiert auf der Analyse von Milliarden von historischen Quelldaten aus der INRIX Traffic-Datenbank von 100 Millionen Fahrzeugen, die täglich auf den Straßen unterwegs sind, einschließlich Taxis, Flughafen-Shuttles, Lieferwagen, Langstrecken-Lkw sowie PKW und mobile Geräte. Sämtliche Daten aus diesen mit GPS ausgerüsteten Fahrzeugen und Geräten enthalten die Geschwindigkeit, Position und das Fahrziel eines Fahrzeugs zu einem genau festgehaltenen Datum und einer bestimmten Uhrzeit. Bei der Erstellung der Scorecard analysiert INRIX Informationen für mehr als eine Million Kilometer Autobahnen und Nebenstraßen in Europa und mehr als eine Million Meilen der Straßen in Nordamerika während jeder Stunde des Tages, um umfassende und aktuelle Stau-Analysen auf dem neuesten Stand zu erstellen, die die größten Ballungsräume in 15 Ländern abdecken.

Die gleichen Daten werden für INRIX Traffic genutzt, eine kostenlose App, die Autofahrern hilft, Verzögerungen im Verkehr zu vermeiden. Die App bietet hierzu Informationen aus dem weltweit größten Verkehrsnetz für die schnellste Route von zu Hause zur Arbeit, empfohlene Abfahrts-und Reisezeiten, Verkehrsprognosen und personalisierte Verkehrsmeldungen für den jeweiligen Fahrer. Die Highlights der soeben erschienenen Scorecard werden auch auf der App vorgestellt. Mehr Informationen zu INRIX Traffic gibt es unter http://inrixtraffic.com.

Über die INRIX Traffic Scorecard

Die INRIX Traffic Scorecard misst die Verkehrsstörungen in Deutschland auf einzigartige Art und Weise, indem sie über die traditionellen Erhebungsmethoden wie Straßensensoren und statistische Erhebungen hinausgeht und Echtzeitdaten aus Fahrzeugen analysiert, die tatsächlich in den großen Ballungsräumen unterwegs sind. Weitere Details über Staus in Deutschland und wie das Land verglichen mit anderen weltweit dasteht, stehen ab sofort zusammen mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse des Berichts unter scorecard.inrix.com zur Verfügung. Die umfangreichen Daten, die der INRIX Traffic Scorecard zugrunde liegen, sind ab sofort lizenziert für die weitere Analyse und Prüfung durch Behörden und gewerbliche Organisationen verfügbar.

Fußnoten:

[1]. INRIX Index (II): Die Methode, die zur Messung der allgemeinen Überlastung und Erstellung eines Urban Area INRIX Index für jede der wöchentlich 40 Spitzenzeiten genutzt wird, ermöglicht die Berechnung der Stauzahlen für die gesamten städtischen Ballungsräume in Europa nach Stunde, Tageszeit, Tag und insgesamt.

Die INRIX Index ist ein Indikator der Überlastung und der wirtschaftlichen Aktivität in einer Region oder einem Großraum, basierend auf Daten aus nahezu 100 Millionen Geräten, die in Echtzeit an INRIX berichten und Milliarden von einzelnen Messwerten pro Monat in ganz Nordamerika und Europa erzeugen. Im INRIX Index entspricht Null = Straßen ohne Staus. Jeder zusätzliche Punkt im INRIX Index stellt einen Prozentpunkt Anstieg der durchschnittlichen Reisezeit eines Pendlers gegenüber störungsfreien Bedingungen während der Spitzenzeiten dar. Ein INRIX Index von 30 zeigt zum Beispiel an, dass eine 20-minütige Fahrt bei störungsfreien Bedingungen während Spitzenzeiten 26 Minuten dauert, also 6 Minuten länger (30 %). Für jeden Streckenabschnitt wird ein INRIX Index für jede Stunde der Woche berechnet mit Hilfe der Formel INRIX Index = stündliche Durchschnittsgeschwindigkeit ÷ störungsfreie Geschwindigkeit minus eins. Straßenbereiche werden dann auf Städte und Länder ausgedehnt, um einen INRIX Index für jede Ebene der Berichterstattung zu bestimmen.

[2]. Basierend auf einem Vergleich mit den tatsächlichen staufreien Pendelzeiten in Minuten pro Strecke während der Hauptreisestunden.

[3]. Um Ballungsräume zu definieren, wird in der Scorecard die Definition der "Larger Urban Zone (LUZ)" von Eurostat übernommen, dem Statistischen Amt der Europäischen Union. Ein Ballungsraum (LUZ) ist eine Annäherung des funktionalen Ballungsraumes, der sich über das Stadtzentrum hinaus erstreckt. http://epp.eurostat.ec.europa.eu/...:_spatial_dimension
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