Erhöhte Metastasierungsgefahr durch Operationen bei Brustkrebs?

Gabe von Entzündungshemmer Ketorolac kann Aktivierung von in Patientenblut ausgeschwemmten Tumorzellen verhindern
Zirkulierende Tumorzelle im Blut eines Krebspatienten (PresseBox) (Bayreuth, ) Die operative Entfernung eines Tumors ist bei der Behandlung von Brustkrebspatientinnen in den meisten Fällen unabdingbar. Häufig bleibt nach dem chirurgischen Eingriff aber eine erhöhte Metastasierungsgefahr. Darauf weisen Wissenschaftler aus England, Italien, Belgien, den USA und Deutschland hin. In der gemeinsamen Publikation "NSAID analgesic ketorolac used perioperatively may suppress early breast cancer relapse: particular relevance to triple negative subgroup" zeigen sie unter Anwendung der maintrac Methode auf, dass diese Gefahr offenbar durch Gabe des Entzündungshemmers Ketorolac während der Operation gesenkt werden kann.

"In Folge der operativen Entfernung eines Tumors kommt es zu Entzündungs- und Heilungsreaktionen im Körper der Patientin. Da wir wissen, dass Entzündungen die Entstehung von Metastasen sowie die Ausbreitung und das Wachstum von Tumorzellen begünstigen können, ist der Einsatz von nicht steroidalen Entzündungshemmern wie Ketorolac vielversprechend", erklärt PD Dr. med. Katharina Pachmann von der Universität Jena, Mitautorin der Publikation. So kommt es – auch noch Jahre später – zu weniger Metastasierungen, wenn der Patientin während der Operation zur Entfernung eines Tumors der Entzündungshemmer verabreicht wird. "Anscheinend verhindert die Gabe von Ketorolac, dass die vom Tumor in den Blutkreislauf der Patientin ausgeschwemmten Tumorzellen aktiviert werden", führt Pachmann unter Verweis auf ihre Forschungsarbeiten aus.

Die Onkologin hatte in Zusammenarbeit mit weiteren namhaften Medizinern und unter Anwendung des maintrac-Verfahrens die Entwicklung der Anzahl der Tumorzellen im Blutkreislauf von Brustkrebspatientinnen untersucht. Durch das im Rahmen des Verfahrens angewandte Single Cell Picking war es möglich, die Tumorzellen aus einer Blutprobe der betroffenen Patientinnen hochrein zu isolieren. Zudem konnten die Tumorzellen, die während einer Operation vermehrt freigesetzt werden, mit maintrac weiter charakterisiert. Hierbei wurde ermittelt, ob die erfassten Zellen schlafend – und damit für die Patientin zunächst ungefährlich – oder aktiv sind und damit über ein hohes metastaseninduzierendes Potenzial verfügen. (vgl. "Tumor cell seeding during surgery - possible contribution to metastasis formation", Pachmann K, Cancers 2011)

"Auch wenn maintrac die Aussagen der Kollegen untermauert, wäre die Durchführung einer größer angelegten Studie sinnvoll, um den Nachweis der naheliegenden Wirkung von Ketorolac zu erbringen", so Pachmann.

Weitere Informationen unter www.maintrac.de

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