REWE Green Building ist eines der besten Nachhaltigkeitskonzepte der Welt

Supermarkt mit Modellcharakter für die gesamte Lebensmittelbranche
(PresseBox) (Köln/ Rio de Jaineiro, ) Die Konferenz der Vereinten Nationen über nachhaltige Entwicklung hat heute (21.06.) bei der Vorstellung von "Sustainia" in Rio de Jaineiro das REWE Green Building als eines der besten von weltweit 100 Nachhaltigkeitskonzepten gewürdigt. "Sustainia" zeigt als virtuelles Weltmodell, wie die Menschheit im Jahr 2020 leben könnte, wenn heute verfügbare Nachhaltigkeitstechnologien auf breiter Front zum Einsatz kommen. International bekannte Nachhaltigkeitsexperten wie Arnold Schwarzenegger (ehemaliger Gouverneur des USBundesstaates Kalifornien), Connie Hedegaard (Klimaschutzkommissarin der Europäischen Kommission), Rajendra Pachauri (Vorsitzender des Weltklimarats IPCC) und die ehemalige Ministerpräsidentin Norwegens, Gro Harem Brundtland, wählten die nachhaltigsten Lösungen aus Wirtschaft und Organisationen aus.

"Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung, unterstreicht sie doch unsere Vorreiterrolle im nachhaltigen Bau und Betrieb von Handelsimmobilien", sagt Lionel Souque, im Vorstand der REWE Group verantwortlich für die REWE-Märkte, und erklärt: "REWE hat im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie Schlüsseltechnologien definiert, mit deren Hilfe sich deutliche Einsparungen an Energie erzielen lassen. Diese innovativen Technologien zu bündeln und in einer Handelsimmobilie zu testen, ist der Grundgedanke des Pilotprojekts REWE Green Building - Konzept Zukunft. Resultierend aus den gesammelten Praxiserfahrungen setzen wir bereits dort, wo immer es möglich und sinnvoll umsetzbar ist, entsprechende Nachhaltigkeitselemente in weiteren Märkten um." Das Nachhaltigkeitsverständnis von REWE gehe weit über die Sortimente hinaus

Der nachhaltige Umgang mit Ressourcen gewinnt sowohl in der Architektur als auch bei der Nutzung von Gebäuden immer mehr an Bedeutung. Der im November 2009 eröffnete erste REWE Green Building-Supermarkt in Berlin-Rudow ist CO2-neutral. Das bedeutet, Heizungs, Lüftungs-, Beleuchtungs-, Klima- und Kälteanlagen belasten die Umwelt nicht mit CO2- Emissionen. Zu seinen weiteren Besonderheiten gehört eine Tageslichtarchitektur, die mit energiesparenden Bautechniken, bester Dämmung, nachhaltigen Materialien und dem Einsatz regenerativer Energien kombiniert wird. Im Ergebnis verbraucht der Green Building- Konzeptmarkt dadurch beinahe 50 Prozent weniger Energie als ein Standardmarkt.

REWE hat mit dem Berliner REWE Green Building, entworfen von der Firma Koch Architekten (Düsseldorf), national wie international Maßstäbe gesetzt. Als weltweit ersten Supermarkt zeichnete die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) den 1.830 Quadratmeter großen REWE Markt mit dem Prädikat in Gold aus. Weitere Auszeichnungen folgten: Der Handelsverband Deutschland (HDE) würdigte den Supermarkt bei der Preisverleihung "Store of the year 2010" mit dem ersten Platz in der Kategorie Food. Auch der Bundesdeutsche Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management e. V. (B.A.U.M. e. V.) hob das REWE Green Building im Rahmen der ExpoReal als "Umweltfreundliche Handelsimmobilie 2010" heraus.

Die Maßnahmen im Detail:

Regenerative Energien

Durch die Nutzung der regenerativen Energien wie z. B. Solarenergie zur Stromerzeugung und Geothermie für die Raumheizung und Klimatisierung produziert der REWE Markt rund 40 Prozent seines Energiebedarfs selbst. Die knapp 2.000 Quadratmeter große Photovolaikanlage besteht größtenteils aus zylindrischen Spezialmodulen, die das Sonnenlicht auf einer 360-Grad-Oberfläche auffangen und so besonders energieeffizient sind, da sie nicht nur das direkte sondern auch das gestreute und reflektierte Sonnenlicht in Strom umwandeln können. Die glasintegrierte Photovoltaikanlage im Vordach setzt nicht nur gestalterische Akzente, sondern dient gleichzeitig als natürliche Verschattung der großen Fensterflächen. Für die Geothermie-Anlage wurden insgesamt 12 Bohrungen bis zu einer Tiefe von annähernd 100 Metern realisiert. Die Erdsonden ermöglichen es, auf die Verbrennung fossiler Brennstoffe wie z. B. Erdgas oder Öl vollständig zu verzichten. Die Geothermie wird nicht nur zur Raumheizung im Winter, sondern auch zur Raumkühlung im Sommer genutzt.

Tageslichtarchitektur

"In Anlehnung an traditionelle Markthallen wurde eine Architektursprache gewählt, die Tageslicht nutzt sowie Großzügigkeit und Offenheit vermittelt. Glasflächen in Dachhaut und Fassade sorgen für Tageslicht im Innenraum und ermöglichen einen Sichtbezug nach außen. Über Helligkeitssensoren wird automatisch nur so viel Kunstlicht zugeschaltet wie nötig, das spart Energie und sorgt für einen hohen visuellen Komfort für Kunden und Mitarbeiter. Dazu wurden im Vorfeld aufwendige Lichtsimulationsberechnungen durchgeführt", erklärte der Architekt Jürgen Koch von Koch Architekten.

Das im deutschen Lebensmittelhandel bisher kaum eingesetzte Prinzip der Tageslichtarchitektur wird im Green Building durch ein umlaufendes Fassaden-Fensterband und 18 Dachlichtkuppeln umgesetzt. Dadurch steht dem Verkaufsraum sowie den Lagerund Nebenräumen ausreichend Tageslicht zur Verfügung. Tageslicht dringt auch durch die Dachlichtkuppeln in die innenliegenden Raumzonen ein, so dass ein gleichmäßiges Beleuchtungsniveau erreicht wird. Die energieeffiziente Beleuchtungsanlage wird automatisch und bedarfsabhängig geregelt, ebenso wie der Sonnenschutz.

Kühlung

Zur Kühlung der Frischeprodukte und Tiefkühlsortimente sowie der Raumklimatisierung werden nur natürliche Kältemittel eingesetzt. Über einen Pufferspeicher wird die Abwärme aus der Kälteanlage rückgewonnen und zur Raumheizung genutzt. Die Wandkühlregale und Tiefkühlmöbel sind mit einer Verglasung ausgestattet, die Kälteverluste vermeidet und damit Energie spart.

Ökologische Baustoffe

Die Verwendung möglichst nachhaltiger und schadstoffarmer Baustoffe ist zentraler Bestandteil der Green Building Strategie. Kein anderer Rohstoff ist dafür besser geeignet als Holz, der schnell nachwächst und zumindest in Deutschland nahezu unbegrenzt zur Verfügung steht. Getragen wird die Immobilie durch eine Holzleimbinderkonstruktion, die gleichzeitig auch als auffälliges Wiedererkennungsmerkmal dient. Die Hauptfassade und die Dachfläche bestehen aus Holz-Sandwichelementen, die mit dem nachhaltigen Dämmstoff "Zellulose" gefüllt sind. Generell wurde darauf geachtet, dass nur umweltverträgliche und möglichst einfach recyclebare Baustoffe zum Einsatz kamen. Alle verwendeten Materialien und Einzelbauteile wurden in Bezug auf ihre Ökologie bewertet und hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit eingestuft.

Konstruktion

Konstruktiv liegt der Schwerpunkt auf der Nutzung des schnell nachwachsenden und symbolträchtigen Rohstoffes Holz. In der Tragkonstruktion wurde er in Form einer Holzleimbinder-Rahmenkonstruktion und im Dach sowie der Hauptfassade in Form von Holz- Sandwichelementen mit Zellulose-Wärmedämmung ausgeführt.

Regenwassernutzung

Das Regenwasser der Dachflächen wird in einer 6.000-Liter-Zisterne aufgefangen und für die tägliche Fußbodenreinigung genutzt. Positiver Nebeneffekt: Aufgrund der Kalkfreiheit von Regenwasser wird deutlich weniger Reinigungsmittel benötigt. Auch die WC-Spülung sowie die Außenbewässerung funktionieren mit Regenwasser.

Kältetechnik und Kühlmöbel

"Natürliche Kältemittel" wie CO2 werden bei den Normal- und Tiefkühlverbundanlagen sowie den steckerfertigen Pluskühltruhen (Propen) eingesetzt. Über einen Pufferspeicher wird die Abwärme aus der Kälteanlage zurückgewonnen und der Raumheizung zugeführt. Die ebenfalls mit CO2 betriebene Wärmepumpenanlage übernimmt, ergänzend zur Geothermie, die Raumheizung und Klimatisierung.

Die entspiegelte Verglasung an den Wandkühlregalen der Fleisch- und Molkereiprodukte sorgt nicht nur für eine deutliche Energieeinsparung, sondern auch für uneingeschränkten Blick auf die Waren. Die integrierte LED-Beleuchtung und die Energiesparventilatoren in allen Wandkühlregalen und Tiefkühlmöbeln tragen ebenfalls zur Energieeinsparung bei. Die Glastüren der TK-Schränke wurden zusätzlich mit einer Antifog-Folie versehen, was den Verzicht auf die bisher standardmäßig benötigte elektrische Scheibenheizung ermöglichte und damit ebenfalls zur Energieeinsparung beiträgt.

Daten & Fakten:

-Baubeginn: 25.05.2009
-Grundstück: 9.777 qm
-bebaute Fläche: 3.290 qm
-Verkaufsfläche: 1.830 qm
-Brutto-Grundfläche: 2.559 qm
-Stellplätze: 129
-Eröffnung: 05.11.2009

Kontakt

REWE-Zentral-Aktiengesellschaft
Domstraße 20
D-50668 Köln
Thomas Bonrath
REWE Unternehmenskommunikation
Social Media