Produktivitätsschub für die Windenergieerzeugung

Kenneth Sundberg (PresseBox) (Düsseldorf, ) In diesem Jahr ist Sandvik Coromant erstmals auf der Husum WindEnergy vertreten. Im Interview erläutern Damian Göppert, Geschäftsführer von Sandvik Coromant Deutschland, und Kenneth Sundberg, Global Business Development Manager Gear Milling Solutions, was sich der Weltmarktführer für Werkzeuge, Werkzeuglösungen und Know-how in der metallverarbeitenden Industrie von seinem Messeauftritt verspricht, welche Lösungen er mitbringt und welche Rolle die Windenergiebranche in der Strategie des Unternehmens spielt.

2011 wurde weltweit so viel für Solarenergie, Windkrafträder und Biogasanlagen ausgegeben wie nie zuvor. Insgesamt wurden 257 Milliarden Dollar in erneuerbare Energien investiert, ein Plus von 17 Prozent im Vergleich zu 2010 und 94 Prozent mehr als 2007, dem Jahr vor der Finanzkrise. Welches Potenzial sehen Sie hier für die Metallbranche?

Damian Göppert: Windenergie ist für uns ein Wachstumsmarkt mit großem Potenzial. Die Hersteller von Windturbinen unterliegen einem starken Produktivitätsdruck und müssen hohe Qualitätsstandards erfüllen. Besonders im Fokus stehen dabei zentrale Bauteile wie Getriebe und Zahnräder. Mit unseren innovativen Werkzeugtechnologien - nicht nur im Bereich Verzahnungsfräsen - können wir die Hersteller dabei unterstützen, noch hochwertiger, präziser und produktiver zu fertigen.

Obwohl die Investitionen im Bereich Windkraft in diesem Jahr etwas rückläufig waren, konnten wir durch unseren Fokus auf Gear Milling bei Entwicklung und Sales im Vergleich zu 2011 um rund 20 Prozent zulegen. Deshalb sind wir sehr zuversichtlich, dass wir der Windkraftindustrie auch künftig weitere Impulse geben können.

Auch Sandvik Coromant ist in diesem Jahr auf der WindEnergy in Husum vertreten. Wo sehen Sie hier die Chancen für Ihr Unternehmen?

Damian Göppert: Die Husum WindEnergy besuchen wir in diesem Jahr zum ersten Mal - übrigens als erster und einziger Werkzeugspezialist. Auf der Leitmesse der Windenergiebranche präsentieren wir nicht nur unsere Lösungen für die effiziente und produktive Fertigung von Anlagen zur Windenergiegewinnung. Wir werden auch die Möglichkeit, unser Netzwerk um weitere Kunden, Partner und Investoren aus der Windkraftbranche zu erweitern, offensiv nutzen.

Wo liegen die besonderen Herausforderungen bei der Bearbeitung von Komponenten für Windkraftanlagen?

Damian Göppert: Zahnkränze und Zahnräder in Windkraftturbinen bringen es leicht auf einige Meter im Durchmesser. Allein die schiere Größe der Komponenten birgt also einige Herausforderungen für die Fertigung und Bearbeitung. Zugleich ist höchste Präzision gefragt. Bereits Ungenauigkeiten im Mikrometer-Bereich können die Funktion einer Anlage beeinträchtigen. Natürlich muss die Herstellung auch so effizient und produktiv wie möglich sein; hier sind insbesondere kürzere Bearbeitungszeiten, geringere Kosten und höhere Standzeiten gefragt.

In welchen Bereichen hat Sandvik Coromant hier Lösungen anzubieten, und wie sehen diese aus?

Damian Göppert: Hersteller von Windenergieanlagen finden bei uns innovative Verzahnungslösungen, die ihnen klare Produktivitäts- und Kostenvorteile bringen. Unsere Wendeschneidplatten-Werkzeuge CoroMill 170, CoroMill 176 und CoroMill 177 beispielsweise ermöglichen bis zu 80 Prozent kürzere Bearbeitungszeiten, höhere Schnittgeschwindigkeiten und längere Standzeiten als HSS-Werkzeuge.

Für eine erhöhte Prozesssicherheit und Produktivität sorgen auch unsere Werkzeuge im Bereich der Hartbearbeitung, wo Werkstücke mit einer Härte von bis zu 63 HRC auf ein hundertstel Millimeter genau bearbeitet werden. Und unsere neuen gedämpften Fräsadapter nutzen die einzigartige Silent-Tools-Dämpfungstechnologie für effizienten Vibrationsschutz. Darüber hinaus bieten wir Lösungen für die Fertigung von Turmringen, Getriebegehäusen, Wellen, Naben und Rotorblättern.

Doch nicht nur mit innovativen Werkzeugtechnologien bieten wir unseren Kunden einen klaren Mehrwert: Im Rahmen unserer Beratungs- und Serviceoffensive Value Chain Offer analysieren wir das Potenzial in sämtlichen Produktionsprozessen unserer Kunden. So unterstützen wir sie dabei, ihre Produktivität und Profitabilität entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu steigern - und sich damit klare Wettbewerbsvorteile zu sichern.

Stellen Sie sich damit neu auf? Ist Gear Milling ein neuer Fokus?

Kenneth Sundberg: Produktive Verzahnungslösungen sind eine Schlüsseltechnologie für die Weiterentwicklung der Windkraftbranche. Auch in anderen Segmenten sind hochwertige verzahnte Komponenten sehr gefragt. Deshalb hat Gear Milling bei uns einen hohen Stellenwert. Wir investieren eine Menge in die Erforschung und Entwicklung innovativer Lösungen, die das Verzahnungsfräsen noch leistungsfähiger und wirtschaftlicher machen. Wir bauen Kompetenzen in allen Konzernbereichen auf und haben eine eigene globale Organisation etabliert, um unsere Kunden und Partner optimal unterstützen zu können. Und wir machen kein Hehl daraus, dass wir im Bereich Gear Milling eine führende Position anstreben.

Ist Ihr Engagement in diesem Bereich auf Deutschland beschränkt oder ist es international? Wo sehen Sie das größte Wachstumspotenzial?

Kenneth Sundberg: Im Bereich Gear Milling sind wir international aufgestellt, haben aber viele Mitarbeiter in Deutschland. Der deutsche Markt hat für uns auch deshalb eine besondere Bedeutung, weil hier viele unserer Kunden und Partner angesiedelt sind. Als weitere Länder mit großem Potenzial sehen wir die USA und China. Aber auch in Indien, Russland und in der Türkei verzeichnen wir starke Zuwächse.

Was planen Sie für die nähere Zukunft? Sind neue Werkzeuge in der Entwicklung?

Kenneth Sundberg: In kurzer Zeit haben wir ein Angebot entwickelt, das absolute Weltspitze ist. Mit den neuen Produktfamilien, die Anfang nächsten Jahres eingeführt werden, verfügen wir über das breiteste Programm an Verzahnungslösungen auf dem Markt. Bei Abwälzfräsern decken wir dann die Modulgrößen 4 bis 18, bei Profilfräsern 4 bis 50 ab. Außerdem führen wir neue positive Wendeschneidplatten für Schruppfräsbearbeitungen im Modulbereich 12 bis 22 ein - mit diesen können die Schnittkräfte um etwa 30 Prozent reduziert werden. Und wir haben noch einiges mehr in der Pipeline.

Wird es weitere Partnerschaften geben?

Kenneth Sundberg: Derzeit kooperieren wir mit führenden Maschinenherstellern wie Klingelnberg, Heller, Gleason und Mori Seiki. Dank unserer innovativen Produkte und umfassenden Services bekunden aber auch immer mehr andere Unternehmen Interesse an einer Zusammenarbeit mit uns. Die Kunden sehen es sehr positiv, wenn das Angebot am Markt erweitert wird. Schließlich ist Konkurrenz auch immer ein Treiber für Entwicklungen.

Wo wollen Sie in fünf Jahren stehen?

Kenneth Sundberg: In fünf Jahren nehmen wir eine marktführende Stellung als führender Lösungsanbieter im Bereich Verzahnungsfräsen ein.

Welche Impulse wünschen Sie sich von der Wirtschaft, um das Thema erneuerbare Energien noch weiter voranzubringen?

Damian Göppert: Damit das enorme Potenzial der Windenergie effizient genutzt und ausgebaut werden kann, ist vor allem ein zügiger Ausbau der Fernleitungen erforderlich.

Warum sollte man im Bereich Windkraft Sandvik Coromant im Hinterkopf behalten?

Damian Göppert: Weil wir als verlässlicher Partner der Windkraftbranche unseren Fokus konsequent und nachhaltig auf die Entwicklung ganzheitlicher Lösungen und Dienstleistungen richten, mit denen wir unseren Kunden zu Produktivitätssteigerungen und Wettbewerbsvorteilen verhelfen können.

Kontakt

Sandvik Tooling Deutschland GmbH, Geschäftsbereich Coromant
Heerdter Landstraße 243
D-40549 Düsseldorf
Dr. Klaus Christoffel
Produktmanagement

Bilder

Social Media