Die Energiewende managen - Energie Plus Gebäude auf dem Vormarsch

Energiemesse RENEXPO® öffnet morgen in Augsburg ihre Tore
(PresseBox) (Reutlingen, ) Die Umsetzung der Energiewende im Kleinen wie im Großen erfordert großes innovatives Potential, gerade auch im Gebäudebereich. Immerhin ist der Gebäudebestand mit etwas mehr als einem Drittel der größte Energieverbraucher Deutschlands. Innovative Ansätze und tragfähige Lösungen für den einzelnen Eigenheim-Besitzer, wie auch große Gesamtkonzepte für unsere Energieversorgung sind nun gefragt. Besonders deutlich wird die Herausforderung des Managements der Energiewende am Konzept des Energie Plus Gebäudes, ein Schwerpunkt der diesjährigen RENEXPO®, die vom 27. bis 30. September 2012 in Augsburg eine einzigartige Mischung aus Innovationen, aktuellen Trends und praktikablen Lösungen zur Energiewende liefert.

Ein Haus, mit dem ich nicht nur Energie und bares Geld sparen kann, sondern auch mehr Energie erzeuge als ich verbrauche - Zukunftsmusik? Nein! Man muss nur wissen, wie man innovative Technologien der Erneuerbaren Energien mit modernen Gebäudesystemen kombiniert. Die 13. RENEXPO®, die am morgigen Donnerstag in der Messe Augsburg ihre Tore öffnet, zeigt, was schon jetzt und in Zukunft möglich ist. Das Energie Plus Gebäude als Strom- und Wärmelieferant wird ein neuer Schwerpunkt der viertägigen Veranstaltung in Augsburg sein. Die Idee dahinter: Die überschüssige Energie, die das Haus erzeugt, wird gespeichert und kann somit beispielsweise Elektrofahrzeuge auftanken oder über Smart Grids ins Stromnetz eingespeist werden.

Gemäß EU-Gebäuderichtlinie müssen alle neuen Gebäude ab 2020 durch entsprechend hohe Energieeffizienzstandards und Einsatz dezentraler erneuerbarer Energieträger "nahezu energieautark" sein. Bezeichnungen wie Energie Plus Gebäude, Plus-Energiehaus oder EnergiehausPlus, PassivhausPlus, Nullenergiehaus oder Nullemissionshaus kommen daher immer mehr in Mode. Seitens des Bundesbauministeriums wurde mit dem EffizienzhausPlus ein neuer Begriff für das Gebäudekonzept kreiert. Es ist eine Fortschreibung des Begriffes aus der KfW-Förderung und soll die Festlegung des zukünftigen Standards frühzeitig sichern.

Dieter Herz von der Herz & Lang GmbH in Weitnau, Bayern ist ein Experte für energieeffizientes Bauen und äußert sich im Rahmen der RENEXPO® zu diesem neuen Gebäudekonzept: "Die Idee des Energie Plus Gebäudes und dessen Umsetzung in die Praxis ist in Deutschland nicht neu! Wer ein Passivhaus zusammen mit dem Erneuerbaren Energie Einspeise Gesetz EEEG baut und die Süddachfläche für eine Photovoltaikanlage nutzt, kann diesen Standard bereits heute schon erreichen. Das kostet nicht mehr, sondern das EEEG trägt sogar zur Finanzierung des Gebäudes bei, da sich die Anlage in der Regel durch die sichere Einspeisevergütung früher refinanziert, als das Gebäude finanziert ist"

Da der Standard eines sogenannten EffizienzhausPlus bisher nicht klar definiert wurde und keine objektive Zertifizierung vorlag, gibt es keine reellen Zahlen, wie viele dieser Gebäude in der EU oder in Deutschland bestehen. Der Entwurf der Bundesregierung sieht den Begriff für Gebäude vor, die einen Primärenergie- und einen Endenergiebedarf jeweils < Null aufweisen. Die Endenergie ist die Energie die inklusive Verlusten insgesamt im Gebäude benötigt wird (Heizung, Warmwasser, Lüftung, Kühlung, Haushaltsstrom). Der Begriff Primärenergie bewertet die Herkunft der Energie, ob aus fossilen, regenerativen oder gemischten Ressourcen und den Klimaeinfluss. "Durch die frühe Passivhausentwicklung und das EEEG ist davon auszugehen, dass die Mehrzahl an EU-Wohngebäuden, die den Standard eines EffizienzhausPlus bringen können, in Deutschland stehen. Es gibt eine Reihe von Passivhausplanern, die bereits seit Jahren den Standard bauen, weil er absolut logisch und wirtschaftlich ist", betont Dieter Herz von der Herz & Lang GmbH.

Ein Problem im Forschungsvorhaben EffizienzhausPlus sieht des Bundes Dieter Herz in der Definition des Endenergiebedarfes. "Bleibt dies im Konzept wie geplant, wird ein nicht mit Wärmepumpen beheiztes Gebäude den Plusstandard nicht erreichen können", so Herz. Der Grund liegt an der Leistungszahl von Wärmepumpen, die ihren Gesamtenergiebedarf (Strom und Umweltwärme) um den Faktor der Leistungszahl (3-4) reduzieren können, da nur der Strom als Endenergie zählt. Dass im Gegenzug nur ca. ein Drittel der im Kraftwerkmix vorhandenen Primärenergie zur Stromerzeugung am Gerät zur Verfügung steht, wird dabei nicht berücksichtigt. Von der Herz & Lang GmbH wurden bereits eine Reihe von zertifizierten Passivhäusern, mit Photovoltaik auf der Süddachseite bilanziert. Dabei wurde festgestellt, dass die Wärmepumpe-beheizten Gebäude im Primärenergiebedarf schlechter abschnitten, als die mit Holz beheizten. Im Endenergiebedarf schnitten die mit Holz beheizten Gebäude durch den fehlenden Leistungszahlfaktor wesentlich schlechter ab, womit keines den heute definierten EffizienzhausPlus-Standard erreichte. Nachhaltiges Heizen mit Holz würde damit gehemmt, beziehungsweise verhindert, das Heizen mit Strom jedoch stark gefördert.

Ein weiteres Problem in der aktuellen Forschung sieht Dieter Herz darin, dass die KfW-Effizienzhausstandards und nicht der Passivhausstandard als Richtgröße herangezogen werden und damit ein mehrfach höherer Heizwärmebedarf toleriert wird. Sobald aber mehr als nur die Süddachfläche zur Stromerzeugung des EnergiePlus-Konzeptes notwendig ist, wird die wirtschaftliche Umsetzung sehr schwierig, da auf Nebengebäude und Fassaden ausgewichen werden muss. Umso aufwändiger wird es, wenn der erzeugte Strom gespeichert und für ein Auto genutzt werden soll. "Es besteht Handlungs- und Diskussionsbedarf zum Thema, deshalb ist die RENEXPO® eine wertvolle Plattform, um die Umsetzung der Energiewende, gerade auch im Gebäudebereich, sinnvoll zu gestalten", betont Herz. Im Rahmen der RENEXPO® wird das Energie Plus Gebäude auch im "1. Workshop EnergiePlusHaus" in Zusammenarbeit mit der Herz & Lang GmbH vertieft.

Rund 320 Hersteller, Dienstleistungsunternehmen und Handwerksbetriebe präsentieren bei der RENEXPO® für volle vier Tage ihre Angebote und bieten Hilfestellungen im Dschungel der Begriffe und Möglichkeiten rund um die Energiewende. "Auch in diesem Jahr wird die RENEXPO® ihrem Ruf als Chancen-Messe für Fachbesucher, wie auch Endverbraucher gerecht", freut sich Projektleiterin Diana Röhm. Eine besondere Stärke der RENEXPO® ist ihr Dienstleistungscharakter: Fachbesucher, wie auch Privatleute erhalten individuell zugeschnittene Lösungsangebote und unabhängige Vergleichsmöglichkeiten. In den Fachtagungen, im Rahmenprogramm und in der Ausstellung zeigt die RENEXPO® Innovation pur: Die ganze Bandbreite der regenerativen Erzeugung, intelligenten Verteilung und effizienten Verwendung von Energie, kurz: zukunftsfähiger Energiesysteme, wird präsentiert.

Die RENEXPO® ist Donnerstag bis Samstag von 9:00 Uhr bis 18:00 Uhr, am Sonntag von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt am Donnerstag und Freitag 18,00 €, ermäßigt 10,00 €, am Samstag und Sonntag 10,00 €, ermäßigt 5,00 €.

Weitere Informationen unter www.renexpo.de.

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