Einkauf: Preisdrücker oder Wertschöpfungspartner?

(PresseBox) (München, ) "Wie wertorientiert arbeitet Ihr Einkauf?" hieß die zentrale Fragestellung, die im Rahmen der jüngsten ConMoto Studie von Topmanagern aus 111 Unternehmen beantwortet wurde. Spitzenreiter der 8 untersuchten Branchencluster ist die Automobilindustrie, die rote Laterne muss an die Baubranche vergeben werden.

Für Dr. Gerhard Flöck, Geschäftsführer beim Automobilzulieferer Witzenmann in Pforzheim ist eines schon seit langem klar: Der Einkauf ist ein entscheidender Erfolgsfaktor des Unternehmens. "Unsere Beschaffungsaktivitäten wertorientiert zu gestalten und zu managen, brachte äußerst positive Effekte auf die klassischen Erfolgsfaktoren Zeit, Qualität und Kosten."

In nahezu allen Branchen machen die Material- und Sachkosten einen signifikanten Anteil am Umsatz aus. Dies ist auch bei Witzenmann mit einer Quote von über 50 Prozent der Fall. Hieraus lässt sich direkt die Wichtigkeit des Einkaufs für das Unternehmen ableiten.

Wettbewerbsfaktor Einkauf - ein Billionenhebel

Nach Auswertung der letztmals für das Jahr 2009 von Eurostat veröffentlichten Daten, betrug das Einkaufsvolumen von Waren und Dienstleistungen in der Europäischen Union (EU 27) 16,4 Billionen Euro. Dies entsprach in etwa dem 1,4-fachen des damaligen Bruttoinlandsproduktes der betreffenden Länder und 74 Prozent des Gesamtumsatzes der Unternehmen. Auch ohne die Berücksichtigung des Handelssektors sind die Zahlen beeindruckend. Rund 9,4 Billionen Euro an Waren- und Dienstleistungskäufen entsprachen einem Umsatzanteil der Unternehmen von 68 Prozent. Das heutige Einkaufsvolumen liegt mit Sicherheit deutlich höher als jenes im schweren Krisenjahr 2009.

Erstklassiges, wertorientiertes Einkaufsmanagement umfasst weit mehr als Waren- und Dienstleistungsbeschaffung zu möglichst niedrigen Preisen. Die Art der Zusammenarbeit mit den Lieferanten sowie den unternehmensinternen Bereichen nimmt einen maßgeblichen Stellenwert ein. Nicht nur, was die Versorgungssicherheit anbelangt, sondern auch im Hinblick auf Innovation und Produktentwicklung. Hier ist eine frühzeitige Einbeziehung des Einkaufs heute "state of the art". Letztlich sind alle Aktivitäten im Kontext einer übergeordneten Einkaufsstrategie zu sehen, welche sich wiederum aus der Unternehmensstrategie ableitet.

Im Rahmen der ConMoto-Studie bewerteten Entscheidungsträger aus 8 Branchenclustern ihr Beschaffungsmanagement anhand von zentralen Einflussbereichen eines wertorientierten Einkaufs. Die Gesamtnote über alle Unternehmen und Branchen hinweg lautet "befriedigend", wobei die Spreizung im Notenspiegel erheblich ist. Einige Unternehmen sind weit abgeschlagen und haben noch sehr viel Grundsatzarbeit zu leisten, während andere bereits sehr professionell agieren. "Jedoch steckt auch in diesen Unternehmen auf verschiedenen Feldern noch erhebliches Verbesserungspotential, d. h. es können noch deutliche Ergebnis- und Liquiditätssteigerungen erzielt werden", sagt Prof. Dr.-Ing. Andreas R. Voegele, Geschäftsführender Gesellschafter und Einkaufsexperte bei ConMoto sowie langjähriges Mitglied des BME-Bundesvorstandes.

Eigen- versus Fremdsicht offenbart Diskrepanzen

Nicht ganz unproblematisch dürfte für die Unternehmen die allzu menschliche Neigung sein, in der Eigensicht den verantworteten Bereich tendenziell besser zu beurteilen, als dieser mit etwas größerem Abstand, sozusagen aus Fremdsicht, bewertet wird. Dementsprechend gestehen die Vorstände und Geschäftsführer dem Einkauf weniger "Reife" zu, als es die Einkaufsleiter für ihren Bereich tun. Einzig beim Entwicklungspotential im Einkauf sind sich die Entscheidungsträger nahezu einig: Es wird noch viel Luft nach oben gesehen.

So wichtig, wie eingangs schon erwähnt, das Lieferantenmanagement ist, so schlecht fällt es in der Bewertung der Manager aus. Noch hinter den Einflussbereichen "Wettbewerbsintensivierung" und "Risk Management" rangiert es auf dem letzten Platz. Lediglich 4 Prozent aller befragten Unternehmen gaben an, das Innovationspotential und die Wertschöpfungsreserven ihrer Lieferanten vollständig auszuschöpfen. Selbst in der "Vorzeigebranche" Automotive wird noch erhebliches Verbesserungspotential gesehen. Im Hinblick auf eine perspektivische Absicherung der Wettbewerbsfähigkeit ist dies eine weit geöffnete Flanke. Weiterhin auffällig: Fast ein Drittel der Unternehmen verfügt über keine bzw. nur eine lückenhafte Einkaufsstrategie.

Im Mittelfeld rangieren Themen wie Mitarbeiterqualifikation, Entscheidungseffizienz sowie Organisation und Beschaffungsprozess. Nicht schlecht, aber dennoch ein klares Signal, dass es auch deutlich besser sein könnte.

Mit Abstand am besten wurde der Einflussbereich "Performance Management" beurteilt. Die Top-25- Prozent der Unternehmen in allen berücksichtigten Branchenclustern messen und berichten ihre Einkaufsleistungen regelmäßig jeden Monat.

Die Konzeption der ConMoto Studie ist das Konzentrat jahrelanger Projekt- und Managementerfahrung auf dem Gebiet Einkauf und Beschaffung. Allein in den vergangenen 3 Jahren bearbeitete ConMoto in mehreren Projekten in Summe ein Einkaufsvolumen im zweistelligen Milliardenbereich und verhalf den betreffenden Unternehmen zu Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen im Material- und Dienstleistungseinkauf, die addiert ebenfalls deutlich im Milliardenbereich liegen.

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