Wagner-Jubiläum: DW präsentiert spektakuläre Inszenierung in Buenos Aires

Mit der TV- und DVD-Produktion Der Colón Ring - Wagner in Buenos Aires und dem Multimedia-Special Wagner200 stimmt die Deutsche Welle (DW) weltweit auf den 200. Geburtstag von Richard Wagner am 22. Mai 2013 ein
(PresseBox) (Bonn, ) "Der 200. Geburtstag des Künstlers ist eines der prägenden Kulturthemen des Jahres 2013 - und steht damit auch im Fokus der Kulturberichterstattung des deutschen Auslandssenders", erklärt DW-Intendant Erik Bettermann zum Programmschwerpunkt des Senders.

Anlässlich des Wagner-Jubiläums plant Lateinamerikas größtes Opernhaus, das Teatro Colón in Buenos Aires, ein einzigartiges Projekt: Wagners gewaltiges Musikdrama Der Ring des Nibelungen in einer siebenstündigen Kompaktfassung an einem Tag aufzuführen. Regie führt Katharina Wagner, die Urenkelin des Komponisten. Premiere ist am 27. November 2012.

90-minütiger Dokumentarfilm und Multikamera-Aufzeichnung

Die DW-Produktion Der Colón Ring besteht aus zwei wesentlichen Elementen: Multikameraaufzeichnung und Dokumentarfilm. Die DW zeichnet die Aufführung am Teatro Colón in einer aufwändigen Multikameraproduktion auf und zeigt den Entstehungsprozess der ungewöhnlichen Inszenierung in einem 90-minütigen Dokumentarfilm unter der Regie des Wagner-Experten Hans Christoph von Bock. Dokumentarfilm und Multikamera-Aufzeichnung werden im Frühjahr 2013 veröffentlicht. Der Dokumentarfilm wird im Auslandsfernsehen der Deutschen Welle gezeigt und zusammen mit der Opernaufzeichnung auf DVD erscheinen. Bereits am 30. November haben Musikfans Gelegenheit, die komplette Operninszenierung als Live-Stream auf dw.de mitzuverfolgen. Der Audio-Mitschnitt des Opernzyklus wird im Hörfunk und online über Partnersender der DW verbreitet. Die Nachrichtensendung Journal und das Magazin Kultur 21 liefern begleitende Berichte zu dem Projekt. Mit dem Multimedia-Special Wagner200 auf dw.de setzt die DW weitere Akzente zum Jubiläum.

Bettermann: "Damit setzen wir die 2006 begonnene Reihe spektakulärer Klassikproduktionen fort." Damals hatte das Deutsche Symphonie Orchester Berlin unter der Leitung von Kent Nagano die sechsteilige Serie Monumente der Klassik eingespielt. Die Konzertmitschnitte und Dokumentationen gewannen zahlreiche internationale Preise, ebenso wie Das Beethoven-Projekt (2010) oder Der Klang der Hoffnung (2009). DW-Projektleiter Rolf Rische: "Für uns ist Der Colón Ring auch nach diesen doch recht großen Produktionen noch einmal eine echte Herausforderung."

Der Colón-Ring ist die erste Inszenierung dieser neuen Werkbearbeitung von Wagners Der Ring des Nibelungen. Der renommierte Musikwissenschaftler Cord Garben hat das 16-stündige Mammutwerk dafür gekürzt. Seine siebenstündige Fassung kommt den Bedürfnissen von Musikbetrieb und Rezeption entgegen, ohne auf wesentliche Elemente zu verzichten - vom Walkürenritt bis zu Brünnhildes Schlussgesang.

Katharina Wagner: "Musikalisch, dramaturgisch und inhaltlich einmalig"

Katharina Wagner über die Bearbeitung: "Es ist eine Verantwortlichkeit, die man einem Stück gegenüber hat, wenn man es kürzt. Im Schauspiel ist das vielleicht üblich, in der Oper aber nicht. Deswegen muss man sehr verantwortungsvoll damit umgehen." Obwohl ihr schon viele gekürzte Ring-Fassungen vorgelegt wurden, habe sie sich erst für diese Version begeistern können: "Das ist jetzt eine Fassung, die ich sowohl musikalisch, wie dramaturgisch und inhaltlich so einmalig finde, dass ich gesagt habe: Jawohl, das kann man machen."

Regisseur Hans Christoph von Bock: "Es gibt kein Vorbild für dieses ambitionierte Vorhaben zwischen zwei Kontinenten. Die Ungewissheit, die Frage nach Gelingen oder Misslingen ist daher auch ein dramaturgisches Grundmuster des Dokumentarfilms."

Im Mittelpunkt des Films steht die Urenkelin des Komponisten, Katharina Wagner. Wie ist ihre Sicht auf eines der umfassendsten und tiefgründigsten Werke der Musikgeschichte? Wie setzt sie mit ihrem Regieteam eine zeitgemäße Inszenierung am traditionsreichen Teatro Colón um? Der feststehende Premierentermin am 27. November 2012 verleiht dem Vorhaben eine zwingende Dramaturgie. Bis dahin werden mehrere Kamerateams dieses Projekt vor und hinter der Bühne begleiten.

DW-Intendant Bettermann über die Produktionspartner: Mit Bernhard Fleischer Moving Images in Salzburg als Koproduzenten und Filmhersteller setze die DW auf einen bewährten Partner, "der unsere Vorstellungen von der innovativen Vermittlung deutscher Kultur teilt".

Bernhard Fleischer: "Die Ästhetik des Films ist geprägt von Gestaltungsmitteln, die nicht typisch für herkömmliche Klassik-Produktionen sind. Ein aufwändiges grafisches Gestaltungskonzept sorgt für einen modernen Look. Um den Entstehungsprozess möglichst authentisch wiederzugeben, wird auf High Definition gedreht. Die Mittel der Kameraarbeit umfassen sowohl 'aus der Hand' gedrehte Reportagesequenzen als auch aufwändigere Umsetzungen etwa mit Dolly- und Kranfahrten. Auch dadurch soll der Film einschlägige Produktionsroutinen überwinden und gestalterische Eigenständigkeit erreichen."

Der Multikamera-Mitschnitt des siebenstündigen Opernzyklus bildet die Inszenierung auf höchstem produktionstechnischem Niveau ab und liefert elementare Sequenzen für den Dokumentarfilm. Die Umsetzung folgt der Dramaturgie des Wagner-Werks, orientiert sich aber auch am Stil großer Popmusik-Produktionen. Das Ergebnis wird eine packende Aufzeichnung eines einzigartigen Bühnenprojekts sein.

DVD- und Lizenzverwerter ist die "C Major Entertainment GmbH" in Berlin. Das Unternehmen ist auf den weltweiten Vertrieb von audiovisuellen Musikprogrammen spezialisiert. Unter dem DVD-Label "C Major" hat das Unternehmen Produktionen mit Künstlern wie Alfred Brendel, Christian Thielemann oder Valery Gergiev und Dokumentarfilme wie Kinshasa Symphony veröffentlicht.

Multimedia-Special Wagner200

Mit Blick auf das Jubiläumsjahr startet die Deutsche Welle am 27. September das umfangreiche Multimedia-Special www.dw.de/wagner200: ein breitgefächertes journalistisches Paket, das neben Reportagen, Essays und Hintergrund gleichzeitig auch immer wieder "Wagner-Erlebnisse" bietet: So wird der Video-Livestream der Colón-Ring-Inszenierung in Buenos Aires exklusiv über die Website Wagner200 angeboten. Ein inhaltlicher Schwerpunkt ist die weltweite Aktualität der Werke Wagners. So wird in der Multimedia-Serie Out of Bayreuth an ganz unterschiedlichen Orten erkundet, wie Wagner heute gesehen wird: von Peking über Tel Aviv bis St. Petersburg und Ohio.

Die Projektbegleitung zu Der Colón-Ring hat einen prominenten Platz als eigene Rubrik auf der Wagner200-Seite und wird stetig aktualisiert. Hier finden Nutzer neben Werkstattberichten, Hintergründen zum Teatro Colón, Biografien von Künstlern und Machern auch ein Fototagebuch aus Buenos Aires und Einblicke in die DW-Dokumentation über das Colón Ring-Projekt. Wagner200 steht vom 27. September an in vier Sprachen zur Verfügung: deutsch, englisch, spanisch und russisch. Die Webseite wird bis zum Ende des Wagnerjahrs 2013 kontinuierlich aktualisiert. Sie bietet am Ende ein einzigartiges mehrsprachiges Online-Archiv zum Thema.

DW-Intendant Bettermann: "Damit wollen wir nicht nur Wagnerfans weltweit ansprechen sondern allen kulturinteressierten Zuschauern und Internetnutzern einen zeitgemäßen Zugang zum Gesamtkunstwerk Wagners verschaffen."

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Steffen Heinze
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