Sport und Komfort - Widerspruch oder vereinbar?

Ansprüche an moderne Sporttextilien
Sport kann ganz unterschiedlich von der Intensität sein und führt daher zu unterschiedlich starker Schweißproduktion und unterschiedlichen Ansprüchen an die Bekleidung. © Odlo (PresseBox) (Bönnigheim, ) Die angenehm, warmen Temperaturen ziehen sämtliche Sportler nach draußen. Fahrradfahrer, Jogger, Walker und Inlineskater verbringen ihre Freizeit an der frischen Luft. Dabei ist die Wahl der richtigen Bekleidung wichtig. Kleidung für den Sport muss viele Eigenschaften mitbringen, damit der Sportler während der Bewegung nicht überhitzt aber in Pausen auch nicht auskühlt. In der kühleren

Übergangszeit kommt noch erschwerend hinzu, dass mehrere Schichten übereinander getragen werden müssen. Diese müssen so aufeinander abgestimmt sein, dass jedes einzelne Kleidungsstück seine Funktionen erfüllen kann.

Sportler stellen hohe Ansprüche an moderne Sporttextilien, sie müssen den Körper warm halten und gleichzeitig Schweiß vom Körper wegleiten. Im Fachbereich "Function and Care" der Hohenstein Instituten in Bönnigheim werden die unterschiedlichen Eigenschaften untersucht und optimiert. Mit dem sogenannten Hautmodell kann unterschiedlich starkes Schwitzen (dampfförmiger und flüssiger Schweiß) simuliert werden, um so das Schweißmanagement von Sportbekleidung mit Hilfe verschiedener Kenngrößen zu charakterisieren. Diese Prüfungen sind für Sportkleidung besonders wichtig, denn um den Sportler optimal zu unterstützen, muss die Bekleidung Schweiß vom Körper wegtransportieren, denn Feuchtigkeit macht die Haut sensibel und damit empfindlicher gegenüber Verletzungen wie z.B. Blasen. Schweiß hat für Sportler im Sommer einen großen Nutzen, durch das Verdunsten während des Sports kühlt der Schweiß den Körper und schützt ihn damit vor dem Überhitzen. Idealerweise verdunstet der Schweiß auf der Haut und kühlt diese direkt. Beim Sport im Sommer wird sich aber fast immer auch ein Schweißfilm auf der Haut bilden. Große Mengen flüssigen Schweißes müssen aber vom Körper weg transportiert werden, damit Verdunstungskälte entstehen kann. Denn bildet sich ein Schweißfilm auf der Haut muss zunächst dieser gekühlt werden, bevor die Haut profitieren kann. Wird flüssiger Schweiß von der Haut weg transportiert, kann der Schweiß wieder direkt auf der Haut verdunsten und damit effektiv kühlen. Andererseits verdunstet von der Haut weg transportierter Schweiß entsprechend weiter weg und kühlt damit weniger.

Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, wie abhängig der Mensch vom Komfort seiner Kleidung ist. Kratzende oder schweißundurchlässige Materialien zum Beispiel sind nicht nur unangenehm, sie verringern auch die Leistungsfähigkeit des Trägers.

Aber nicht nur Leistungssportler setzen auf thermophysiologisch optimierte Bekleidung, auch Freizeitsportler nutzen die Errungenschaften der modernen Textilien. Optimale Schnitte und die Kombination unterschiedlicher Textilien führen dazu, dass sich die Bekleidung den Anforderungen anpasst. So werden in Körperbereichen in denen viel Schweiß anfällt, Materialien verwendet, die den Schweiß besonders effektiv vom Körper wegleiten. Andere Bereiche werden durch wärmeisolierende Stoffe vor dem Auskühlen bewahrt. Sportbekleidung sollte möglichst schnell trocknen, damit der Träger nach Beendigung des Sports nicht weiter auskühlt.

Auch hautsensorische Eigenschaften der Materialien werden betrachtet. Die Bekleidung muss sich auf der Haut angenehm anfühlen, sie darf nicht kratzen, Scheuerstellen verursachen oder an der feuchten Haut ankleben. Sporttextilien sollen in vermehrtem Maße nicht nur bequem sein, sondern den Sportler aktiv unterstützen.

Kontakt

Hohenstein Institute
Schlosssteige 1
D-74357 Bönnigheim
Rose-Marie Riedl
Leitung Unternehmenskommunikation und Forschungsmarketing
Martin Harnisch
Function & Care

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