Knappe Rohstoffe bremsen bayerische Wirtschaft

Betriebe beklagen schwankende Preise und unsichere Versorgung
(PresseBox) (München, ) Die bayerischen Unternehmen leiden zunehmend unter den steigenden Rohstoffpreisen. Zudem häufen sich die Versorgungsengpässe nicht nur bei den Metallen der Seltenen Erden, sondern auch bei anderen Hochtechnologiemetallen und selbst bei Grundstoffen wie Sand und Kies. Die Wirtschaft stellt sich mit optimierten Lieferverträgen und sparsameren Produktionsprozessen auf die Situation ein. Von der Politik fordern die Unternehmen, gegen Handelsbeschränkungen von Rohstoffen vorzugehen, Partnerschaften mit Lieferländern auszubauen und den Abbau heimischer Rohstoffe zu vereinfachen. Dies ist das Ergebnis einer Befragung der bayerischen IHKs unter rund 800 Unternehmen im Freistaat.

"Das Thema Rohstoffe bereitet den bayerischen Betrieben zunehmend Sorge", sagt Peter Driessen, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages (BIHK). Nicht nur die Unternehmen in Zukunftsbranchen litten unter den Versorgungsengpässen, so Driessen weiter. "Für die gesamte bayerische Wirtschaft ist eine ausreichende Rohstoffversorgung unerlässlich, um innovativ und wettbewerbsfähig zu bleiben", sagt der BIHK-Chef.

Jeder zweite Betrieb, in dem Seltene Erden verwendet werden, klagte in der Befragung über Versorgungsengpässe. Aber selbst bei Steinen und Erden (Kies, Sand, Lehm) gaben 26 Prozent der Befragten Nachschubprobleme an. An Hochtechnologiemetallen wie Indium, Magnesium oder Lithium mangelt es zeitweise bei 24 Prozent der Betriebe. Mit steigenden Preisen haben die Unternehmen in allen Rohstoffkategorien zu kämpfen. Besonders trifft dies auf die Rohstoffgruppe der Stahlveredler (darunter Chrom, Kobalt, Mangan), die Seltenen Erden und Edelmetalle (zum Beispiel Gold, Silber, Platin) zu.

Als Reaktion auf die Rohstoffunsicherheit optimieren die Unternehmen ihre Lagerhaltung (60 Prozent), erschließen neue Lieferquellen (54 Prozent), gestalten Produktionsprozesse sparsamer (49 Prozent) und gehen langfristige Lieferverträge ein (44 Prozent). Nur jedes sechste Unternehmen sichert Preise durch Termingeschäfte ab. Die Betriebe verlangen von der Politik freie Rohstoffmärkte ohne Handelsbeschränkungen (56 Prozent), engere Partnerschaften mit Lieferländern (43 Prozent) sowie weniger Hindernisse beim Abbau heimischer Rohstoffe (23 Prozent). Eine staatliche Beschaffungsgesellschaft für Rohstoffe findet bei der Wirtschaft so gut wie keine Unterstützung (4 Prozent).

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