DJV bekräftigt Ja zur Frauenquote

(PresseBox) (Berlin, ) Der Deutsche Journalisten-Verband hat die Blockadehaltung der Mehrheit der EU-Kommissare gegen eine gesetzlich vorgeschriebene Frauenquote kritisiert. EU-Justizkommissarin Viviane Reding war im ersten Anlauf mit ihrem Plan gescheitert, dass ab 2020 die Aufsichtsräte börsennotierter Unternehmen zu 40 Prozent mit Frauen besetzt sein sollten. Der DJV hatte das Vorhaben grundsätzlich begrüßt, weil davon eine Signalwirkung auf alle Unternehmen ausgehen könnte, mehr Führungspositionen mit Frauen zu besetzen.

Mit Blick auf die Quotendebatte in den Medien sagte die stellvertretende DJVBundesvorsitzende Ulrike Kaiser: "Die Quote ist nur ein Hilfskonstrukt. Aber sie ist notwendig, weil Journalistinnen häufig nach der Berufsausbildung, in der sie die Mehrheit der Einsteiger in den Journalismus bilden, sukzessive in einem Bermudadreieck verschwinden. In einem Dreieck aus freier Mitarbeit, karrierefeindlichen Ressorts und männlich geprägten Hierarchien."

Ein großer Teil der Medien, vor allem die Tageszeitungen und die politischen Magazine, verharre in alten Schablonen, ebenso Nachrichtenagenturen und einzelne Sender, bedauerte sie. Das habe sich in den letzten 20 Jahren nicht wesentlich geändert. "Solange es nicht selbstverständlich ist, dass Frauen in Positionen kommen, die ihrer Qualifikation entsprechen, ist eine Quote notwendig."

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