InfraNorm: Schutz von Verkehrsinfrastrukturen

Infoveranstaltung des DIN zeigt Standardisierung als ein wirksames Medium zum Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis
(PresseBox) (Berlin, ) Wie Forschungsergebnisse wirksam mittels Normung und Standardisierung in die Praxis umgesetzt werden können, zeigte die Infoveranstaltung des DIN am 29. Januar mit fast 100 Teilnehmern am Beispiel des Projektes InfraNorm. InfraNorm untersuchte die Ergebnisse von Forschungsprojekten aus dem Themenfeld "Schutz von Verkehrsinfrastrukturen" auf Normungspotential und leitete gleichzeitig Standardisierungsmaßnahmen ein. Das Projekt wurde im Rahmen des Sicherheitsforschungsprogrammes der Bundesregierung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Themenfeld „Schutz von Verkehrsinfrastrukturen“ gefördert. Partner sind das DIN und die TU Berlin.

Wenn es zu einem ernsten Zwischenfall auf einem Fährschiff oder im Hafenbereich kommt, regeln Gefahrenabwehrpläne, wie dann zu reagieren ist. Diese Regeln sind in umfangreichen Texten und Tabellen enthalten. Wenn aber Gefahr im Verzug ist, darf keine Zeit mit Suchen verloren werden, wie Daniel Ley vom Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie (FKIE) in seinem Vortrag überaus einleuchtend darstellte.

VESPER, eines der von InfraNorm betreuten Forschungsprojekte, hat diese Situation untersucht. Als Resultat des Projektes hat das Fraunhofer-Institut FKIE unter Anwendung der Applied Cognitive Work Analysis (ACWA) eine neuartige und übersichtliche Darstellung entwickelt, die mit einem Blick die notwendigen Maßnahmen visualisiert und gefährliche Verzögerungen vermeidet. Diese Security-Modellierungstechnik wurde mit Experten aus dem Sicherheitsbereich und von Reedereien getestet, verbessert und in der DIN SPEC 91293 – Security-Modellierungstechnik (SMT) zur gefahrenstufenabhängigen Darstellung und Analyse sicherheitsrelevanter Informationen niedergelegt. Die DIN SPEC ist in Kürze als ein Ergebnis des Projekts InfraNorm verfügbar und wird dazu beitragen, dass Sicherheitsmaßnahmen schnell und effektiv eingeleitet werden können.

Hermann Behrens, Leiter der Abteilung Entwicklung neuer Arbeitsgebiete im DIN, stellte anhand des Projektes InfraNorm weitere erfolgreiche Beispiele vor, wie Forschungsergebnisse über die Standardisierung der praktischen Anwendung zur Verfügung gestellt werden konnten. In InfraNorm wurden Normungs- und Standardisierungspotentiale von Projekten des Sicherheitsforschungsprogrammes des BMBF und in darüber hinausgehenden Themenfeldern identifiziert und zusammen mit den entsprechenden Akteuren in fünf DIN-Spezifikationen überführt. Ein Beispiel ist die DIN SPEC 91296 - Klassifizierung von Gefährdungen für Bauwerke infolge von Terrorismus, sowie die DIN SPEC 91282 - Terminologie für das Securitymanagement von Verkehrsinfrastrukturen. Hintergründe, wie Chancen und Hürden der Normung und Standardisierung im Sicherheitsforschungsbereich, wurden von der TU Berlin wissenschaftlich betrachtet, ausgewertet und in einem Normungshandbuch zusammengefasst.

Einzelvorträge stellten weitere, im Rahmen von InfraNorm erarbeitete DIN-Spezifikationen vor:

- DIN SPEC 91284 – Grundlagen mikroskopischer Entfluchtungsanalysen von Christian Rogsch, CAD-Zeichenbüro Rogsch;
- DIN SPEC 91287 – Datenaustausch zwischen Informationssystemen in der zivilen Gefahrenabwehr von Marco Plaß, Universität Paderborn;
- die eingangs erwähnte DIN SPEC 91293 – Security-Modellierungstechnik (SMT) zur gefahrenstufenabhängigen Darstellung und Analyse sicherheitsrelevanter Informationen von Daniel Ley, Fraunhofer FKIE.

Über die Standardisierungsarbeiten in PreparedNET, einem weiteren Forschungsprojekt der Sicherheitsforschung, referierte abschließend Guido Kille vom Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL).

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