Kunststoffe im Automobilbau der Zukunft

Auf der diesjährigen VDI-Tagung "Kunststoffe im Automobilbau" am 13. Und 14. März 2013 in Mannheim diskutieren Experten innovative Lösungen der Werkstoffentwicklung sowie Verarbeitungstechnologien für Kunststoffe
Experten diskutieren Werkstoffentwicklungen in der Automobilindustrie bei der diesjährigen Tagung (PresseBox) (Düsseldorf, ) Das Automobil von heute ist ein ganz anderes als das von morgen. Die Entwicklungen in der Automobilindustrie gehen sehr schnell voran. Vor allem Kunststoffe werden in den nächsten Jahren die Zukunft des Automobils gestalten. In bereits zahlreichen Fahrzeugteilen kommen sie zum Einsatz und sorgen für leichtere Fahrzeuge - der Kraftstoffverbrauch sinkt. Bei der diesjährigen Tagung "Kunststoffe im Automobilbau" am 13. und 14. März 2013 in Mannheim greifen Experten dieses Thema auf und diskutieren aktuelle Entwicklungen von Kunststoffbauteilen.

Die Gründe für den kontinuierlich steigenden Einsatz von Kunststoffen in der Automobilindustrie liegen vor allem in den vielfältigen Möglichkeiten zur Funktionsintegration und dem Potenzial zur Gewichtseinsparung im Vergleich zu metallischen Werkstoffen. Christian Hopmann von der RWTH Aachen stellt auf der Veranstaltung innovative Kunststofflösungen vor, die den hohen Anforderungen im modernen Automobil standhalten können. Darüber hinaus zeigt er aktuelle Lösungsansätze und Entwicklungen für die zukünftige Mobilität.

Kunststoffbauteile gezielt einsetzen

Nach dem heutigen Stand der Technik sind die Kunststoffbauteile im Fahrzeuginnenraum miteinander verschweißt. Um die einzelnen Teile zusammenzusetzen, bedarf es verschiedener Arbeitsschritte – dieser manuelle Arbeitsanteil ist sehr kostenintensiv. Mittlerweile können Hersteller verschiedene Verfahren miteinander kombinieren und somit nicht nur die Funktionalität des Bauteils erhöhen, sondern auch die Bauteilkosten verringern. Daher ist ein zentrales Ziel, die Taktzeiten innerhalb des gesamten Fertigungsschrittes zu optimieren. A. Retzlaff von Volkswagen erläutert die Herstellung eines Verbundwerkstoffes durch kombinierte Verfahrenstechniken am Beispiel einer Türverkleidung. Bei der Türinnenverkleidung ist der Herstellungsprozess bereits sehr weit optimiert, daher müssen Hersteller unter anderem die Fügeverfahren der Bauteile untereinander näher betrachten, um weitere Kosten im Produktionsprozess einsparen zu können. In seinen Vortrag thematisiert Retzlaff die unterschiedlichen Verbindungstechniken wie das Schweißen und Klebeverbindungen und stellt Prozess- sowie Grenzschichtanalysen vor.

Nicht nur bei der Innenverkleidung, sondern auch bei der Heckklappe ist Potenzial vorhanden, um das Automobil leichter zu gestalten. Armin Kraatz von Evonik Industries präsentiert und bewertet verschiedene Bauweisen und vergleicht standartmäßige Stahl/Glas Bauweisen mit neueren Konzepten, die auf integrierter CFK-Sandwich/PMMA Lösungen basieren. Auf diese Weise können Hersteller bei vergleichbarer Performance eine Gewichtseinsparung von über 50 Prozent erreichen.

Kunststoffkomponenten in Elektrofahrzeugen

Aufgrund des Klimawandels und der endlichen fossilen Ressourcen wird die Elektromobilität immer wichtiger. Die ersten rein elektrisch gespeisten Automobile sind bereits auf den Straßen, doch es gibt noch einige Hürden zu überwinden, um die Elektromobilität flächendecken einzuführen: Die hohen Batteriekosten sowie die geringe Reichweite und das zusätzliche Gewicht von Hybridfahrzeugen stehen im Wege. Kunststoff kann als Bauteil vor allem durch sein geringes spezifisches Gewicht und seine Flexibilität den Hybrid- und Elektrofahrzeugen neue Chancen eröffnen. In der Batterie vom Opel Ampera sind beispielsweise Kunststoffkomponenten von mehr als 40 Kilogramm integriert. Thomas Jessberger von Mann + Hummel präsentiert das Spektrum der Kunststoffapplikationen von Gehäuse-Komponenten über den Rahmen für Batteriezellen bis zu Belüftungs- und Entgasungssystemen. Er zeigt, in welche Richtung sich die Zukunftstechnologie der Elektromobilität entwickeln wird und welche Einsatzfelder für Kunststoffe im Bereich von Hochvoltbatterien in Hybrid- und Elektrofahrzeugen in Frage kommen.

Weitere interessante Vorträge kommen von namhaften Fahrzeugherstellern von unter anderem Audi, BMW, Daimler sowie Porsche und Renault. Auf dem Programm stehen aktuelle Bauteilinnovationen, die für die Fahrzeugbranche einen deutlichen Fortschritt hinsichtlich der Aspekte Energie- und Gewichtseffizienz, Sicherheit, Funktionalität sowie Design und Komfort bedeuten.

Anmeldung und Programm unter www.kunststoffe-im-auto.de oder über das VDI Wissensforum Kundenzentrum, Postfach 10 11 39, 40002 Düsseldorf, E-Mail: wissensforum@vdi.de, Telefon: +49 211 6214-201, Telefax: -154.

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