Lenze - Mit TGW zur Logistikdrehscheibe Europas

(PresseBox) (Wels, ) Eine Logistikdrehscheibe für Mittel- und Südost-Europa - das war das erklärte Ziel von Lenze. Deshalb investierte Lenze in ein neues, hochmodernes Lager- und Kommissioniersystem für state-of-the-art Logistik, um für perfekte Kundenversorgung zu garantieren. Basierend auf einer langjährigen Partnerschaft realisierte TGW das Herzstück der Lenze-Logistik in Asten.

3.100 Mitarbeiter weltweit, 60 Länder und wachsende Geschäftsaktivitäten - dadurch zeichnet sich der deutsche Antriebs- und Automatisierungstechnik-spezialist Lenze aus. Insgesamt fünf Logistikzentren sorgen für weltweite Verfügbarkeit der Lenze-Produkte: in Chicago in den USA, Shanghai in China, Ruitz in Frankreich, Hameln in Deutschland und eines bei Lenze Österreich in Asten. Dieser Standort ist von besonderer Bedeutung, liegen doch 80 Prozent der hier betreuten Kunden in einem Umkreis von 600 Kilometern. Somit kann die erklärte 48-Stunden-Lieferzeit von Lenze eingehalten werden. Es galt aus diesem Standort eine neue Logistikdrehscheibe für den mittel- und südosteuropäischen Markt zu erschaffen. Gemeinsam mit TGW wurde dieses Ziel verfolgt.

In den vergangenen Jahren glänzte Lenze mit einer hervorragenden Geschäftslage und wachsenden Osteuropa-Aktivitäten. Aus diesem Grund wurde nun der Standort Österreich massiv ausgebaut und gleichzeitig strategisch aufgewertet: "Ein Dasein als eine von drei Logistik-Drehscheiben in ganz Europa ist Aufwertung und Herausforderung zugleich. Einerseits ebnet diese Huldigung des Standorts Österreich den Weg für weiteres Wachstum, andererseits kommen dadurch neue Aufgaben auf uns zu. Mit Anfang 2013 beispielsweise die logistische Betreuung Italiens", verrät Marco Gattringer-Ebner, Geschäftsführer der Lenze Operations Austria. Lenze stieß mit dem alten Logistikzentrum an seine Grenzen und somit wurde gleich ein komplett neues Gebäude in Angriff genommen - ein Teil davon wurde einem automatisierten Lager von TGW gewidmet.

Individualisiertes Lösungskonzept für Lenze Eine langjährige Partnerschaft verbindet Lenze mit dem Systemintegrator TGW aus Wels - in TGW-Logistiksystemen kommen die hervorragenden Antriebssysteme von Lenze zum Einsatz, Lenze nutzt TGW-Lösungen für die eigene Logistik. "Dies ist bereits die dritte Anlage, die wir bei Lenze bauen dürfen. Wir sind sehr froh, in Lenze einen vertrauensvollen Partner und Kunden zugleich gefunden zu haben", freut sich Markus Lehner, Sales Manager bei TGW. Die beiden Firmen entwickeln erfolgreich gemeinsam Methoden zum Energiemanagement, wie beispielsweise ein Tool, welches den Energiebedarf einer Anlage bereits im Vorfeld berechnet. "Heute wird dieses Tool für jede Anlage verwendet", so Markus Lehner, "und natürlich war ein entsprechendes Energiemanagement bei Lenze ein sehr wichtiges Thema."

Für den Neubau in Asten wurde TGW als Generalunternehmer für die gesamte Logistiklösung beauftragt. Ein Ziel war, den vorhandenen Platz in den Lagern durch mehrfachtiefe Lagerung perfekt auszunutzen. Ein skalierbares und bewährtes Softwaresystem mit einfacher Bedienung und hoher IT-Sicherheit wurde von TGW dazu implementiert. Professionelles Energiemanagement und integrierte Energierückgewinnung schafften Nachhaltigkeit sowie professionellen Service in allen Systembereichen. Natürlich wurden im gesamten Projekt ausschließlich Lenze-Komponenten verwendet.

Umfangreiche Softwarelösung Das System bei Lenze wird durch die TGW CI_LOG Supply Chain Management Software überwacht und gesteuert. Damit werden alle Bestände sowie sämtliche Stellplätze der verschiedenen Lenze-Lagerbereiche verwaltet, die Steuerung der Ein- und Auslagerfunktionen sowie Inventur, Materialflusssteuerung, die HOST-Schnittstelle und vieles mehr. Sowohl das Lagerverwaltungssystem als auch der Materialflussrechner und das Steuerungssystem Commander kommen von TGW. Alle diese Komponenten werden mit dem CI_LOG Interface zum Host-System SAP angebunden. Der TGW-Materialflussrechner wird für die Systemkoordination bei Lenze eingesetzt, wie zum Beispiel zur Auslastungsoptimierung, für Ein- und Auslagerstrategien sowie die Übergabe von Aufträgen an die untergelagerte Steuerung. Mit dem Visualisierungssystem werden die Informationen aus dem Lagerverwaltungssystem und dem Materialflussrechner grafisch angezeigt.

Das TGW Steuerungssystem Commander sorgt für entsprechendes Energiemanagement bei Lenze, welches durch einen automatischen Standby-Modus in der Fördertechnik umgesetzt wurde. Sobald keine Behälterbewegungen angefordert werden, geht das System in den Standby-Modus. Ebenfalls wurden in allen Regalbediengeräten Rückspeisungsmodule installiert: Bremsenergie wird sofort in Energie für die Hubachse umgewandelt. Diese Maßnahmen führen zu einer Senkung der Betriebskosten um bis zu 20 Prozent.

Kleinteile- und Hochregallager von TGW Um den wachsenden Erfolg von Lenze und das Vorhaben, den Standort Asten zur Logistikdrehscheibe in Europa voranzutreiben, zu unterstützen, baute TGW ein 20 Meter hohes, vollautomatisiertes Hochregallager mit integriertem Kleinteilelager für bis zu 9.000 Paletten- und bis zu 18.000 Behälterstellplätzen, wo insgesamt mehr als 20.000 unterschiedliche Artikel verfügbar sind. Der Vorteil für Lenze und seine Kunden liegt auf der Hand: bessere Verfügbarkeiten, höhere Flexibilität und kürzere Durchlaufzeiten. Hinzu kommt die Auflösung der angemieteten externen Lagerflächen mit der gleichzeitigen Kapazitätserhöhung und Verbesserung des Materialflusses in der Produktion. "Wir haben jetzt viel mehr Fläche - zur bestehenden 4.800 Quadratmeter großen Montagehalle kamen das Hochregallager mit 1.650 Quadratmetern und die neue Halle mit 3.000 Quadratmetern hinzu - trotzdem wurde der Materialverkehr in der Halle vereinfacht", so Marco Gattringer-Ebner, Geschäftsführer der Lenze Operations Austria GmbH.

Das automatische Kleinteilelager ermöglicht bis zu 260 Ein- und Auslagerungen pro Stunde. Als Regalbediengeräte kommen TGW Magitos mit dem Lastaufnahmemittel Kombiteleskop zum Einsatz. "Unsere Magitos haben trotz ihrer enormen Höhe Beschleunigungswerte wie ein Sportwagen. Das haben wir natürlich auch der Leichtbauweise zu verdanken", so Markus Lehner.

Zum automatischen Kleinteilelager kommen vier Kommissionierarbeitsplätze mit Pick&Pack hinzu. "Bei den Pick&Pack Arbeitsplätzen ist es dem Kommissioniermitarbeiter möglich, sofort in den Karton oder auf die Palette zu kommissionieren - ein Auftragsbehälter als Zwischenschritt wird nicht benötigt, somit kann er den Auftrag sofort abschließen", erklärt Markus Lehner. Pick-to-Light Module unterstützen den Mitarbeiter in seiner Arbeitsweise. Besondere Aufmerksamkeit wurde bei der Gestaltung der Arbeitsplätze auch der Ergonomie geschenkt, sämtliche Anordnungen wurde im Vorfeld gemeinsam mit Lenze festgelegt.

Im automatischen Palettenlager (APL) sorgen drei Einmast-Regalbediengeräte für die einfach- bzw. doppelttiefe Ein- und Auslagerung der Waren, welche 100 Bewegungen pro Stunde ermöglichen. Im Anschluss an das APL befinden sich weitere vier Kommissionierarbeitsplätze. "Es ist jetzt kein manuelles Handling von Paletten mehr erforderlich und die Ware kommt zum Mann", erklärt Lenze Operations Austria-Geschäftsführer Marco Gattringer-Ebner.

Das AKL wird mit der Palettenkommissionierung über einen Sequenzierpuffer verbunden. Durch diesen Puffer ist es möglich, die beiden Systeme völlig unabhängig voneinander und entkoppelt zu bedienen. Die bereits vorkommissionierten Behälter aus dem AKL dem Palettenkommissionierplatz sequenzgerecht zugeführt.

Eine weitere Neuerung gibt es bei den Pick&Pack Arbeitsplätzen: Eine SAP-Anbindung ermöglicht dem Mitarbeiter die Seriennummer der Ware zu überprüfen - ein klares Zeichen für die Qualitätssicherung bei Lenze.

Antriebstechnik von Lenze für Lenze Die gesamte Antriebstechnik für die Regalbediengeräte wurde mit Ein- und Rückspeisemodulen sowie Servoreglern und -antrieben von Lenze realisiert. Zusätzlich wurden auch die Einspeisemodule für Behälter- und Paletten-Verfahrwagen sowie sämtliche Antriebe für die Behälter- und Palettenfördertechnik sowie Riemen für Querverfahrwagen und Regalbediengeräte, Antriebselemente und Schaltschrankbau durch Lenze realisiert. Lenze und TGW sind bereits langjährige Partner: "Einerseits sind wir örtlich betrachtet fast Nachbarn und andererseits bietet Lenze eine für das TGW-Produktportfolio optimale Antriebs- und Regelungstechnik", so Markus Lehner, Sales Manager bei TGW. Beide Unternehmen sind stolz auf die zukunftsweisende Zusammenarbeit, bei der Technologien aus beiden Häusern kombiniert werden.

Kapazitätserweiterung mit Hochleistung Im September 2011 wurde mit dem Bau für die neue Montagehalle in Asten gestartet. Rund ein Jahr danach begann die Produktion. "Das neue Hochregallager wurde in Silobauweise errichtet, somit wird die Außenhülle des Gebäudes durch den Stahlbau des Hochregallagers getragen", erklärt Markus Lehner von TGW. "Dieses Vorhaben war eine große Herausforderung für uns als Generalunternehmer, da wir im Winter bauten. Das hieß für uns und unsere Partner, bei Schnee und Eis ein Regal aufzustellen und die Fassade zu montieren."

Im gesamten Gebäude in Asten wurde das Thema Brandschutz sehr sensibel behandelt: "Die Brandprävention im gesamten Lager erfolgt durch eine Sauerstoffreduktion auf 15 Prozent. Das heißt, bei uns im Hochregallager fühlt es sich an wie auf ca. 3.300 Meter Höhe", so Marco Gattringer-Ebner. Um diese Sauerstoffreduzierung gewährleisten zu können, achtete TGW besonders auf den Bau der Gebäudehülle. "Wir mussten eine definierte Dichtigkeit der Gebäudehülle garantieren, nur so konnten wir die geplante Sauerstoffreduzierung umsetzen. Aus diesem Grund darf Wartungspersonal nur für bestimmte Zeitfenster in die Anlage, denn wenn man sich auch nur für kurze Zeit darin bewegt, merkt man bereits den Unterschied in der Atmung", erzählt Markus Lehner.

Mit einer Gesamtinvestitionssumme von 14 Millionen Euro erreichte Lenze das Ziel: neben einer neuen Lackieranlage und Montageeinheiten entstanden eine neue Logistikdrehscheibe für Mittel- und Südosteuropa, ein Lager mit perfekter Platzausnutzung und energieeffizienten Komponenten und Abläufen, stark gesteigerte Leistung sowie ein maßgeschneidertes IT-System für langfristige Intralogistik.

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