ERP für alle: Schmitz Cargobulls europaweiter Navision-Roll-Out mit Tectura

Hub & Spoke live: Schmitz Cargobull implementiert „Europa-System“
Schmitz Cargobull Projektleiter Berthold Lütke Wissing (PresseBox) (Münster, ) 1892 der Schmiedebetrieb Heinrich Schmitz; 2006: Schmitz Cargobull – Europas umsatzstärkster Sattelauflieger-Hersteller. Was man früher LKW-Anhänger nannte, wird heute nicht mehr an die LKW angehängt, sondern auf die Zugmaschine aufgelegt; daher der Name "Sattelauflieger". Im stärksten Segment der isolierten Sattelkoffer für temperaturgeführte Ware (den „Kühlschränken auf Rädern“) hatte Schmitz Cargobull 2004 in Deutschland einen Marktanteil von 69 Prozent. Das münsterländische Traditionsunternehmen beschäftigt heute rund 4.000 Mitarbeiter in Deutschland und dem europäischen Ausland und erzielt einen Umsatz von über 1,3 Mrd. Euro.

Münsterland goes Europe
Produziert werden die Fahrzeuge an neun Standorten in Deutschland, England, Litauen und Spanien. Zur Schmitz Cargobull-Unternehmensfamilie gehören aber auch noch Tochterunternehmen wie die unlängst in Belgien gegründete Schmitz Cargobull Belgium BVBA, die alle Dienstleistungen von Neu- und Gebrauchtfahrzeugen über Ersatzteile bis hin zu Reparatur- und Wartungsarbeiten anbieten sowie ein europaweites Netz von Vertriebsgesellschaften. Wie koordiniert ein solchermaßen international aufgestelltes Unternehmen seine Geschäftsprozesse? Die Antwort ist einfach: mit Hilfe modernster Informationstechnologie.

Mutter sucht: ERP für Töchter
Für Schmitz Cargobull bedeutete „Koordination“ zwei Dinge unter einen Hut zu bringen: die Notwendigkeit einer zentralen Datenkontrolle und -distribution einerseits und andererseits die Eigenverantwortung des jeweiligen Produktionsstandortes für seine (landes)spezifischen Fertigungs- und Verwaltungsprozesse. Der „Integrator“ in den Hauptstandorten und der Unternehmenszentrale war bis 2004 das ERP-System GSB-iV (ehemals SILINE resp. IFS-iV), das inzwischen durch ein SAP-System ersetzt wurde. Für die Niederlassungen musste jedoch eine andere Lösung gefunden werden. Das System sollte auf die mittelständische Prägung der Zweigstellen zugeschnitten sein, sich problemlos mit dem Hauptverwaltungssystem und diversen Schmitz Cargobull-eigenen Speziallösungen verbinden lassen und die typischen Prozesse des Sondermaschinenbaus beherrschen.



Kandidat Navision gewinnt
Wegen der europaweiten Ausrichtung des Projekts waren unterschiedliche Länderversionen der Software unverzichtbar. Deshalb wurden ausschließlich Lösungen großer, internationaler Anbieter in Erwägung gezogen. Die Wahl fiel schließlich auf Microsoft Dynamics™ NAV (ehedem Microsoft® Business Solutions - Navision®), dessen Stärken der Leiter des Navision-Projekts Berthold Lütke Wissing nicht nur in den erwähnten Kriterien sieht, sondern auch und nicht zuletzt in der hohen „Akzeptanz durch die Anwenderfreundlichkeit“ des Systems. Für die Auswahl von Navision als „strategischer Plattform für alle ‚medium-sized’ Tochterunternehmen im In- und Ausland“ gab es aber noch einen weiteren Grund: einen starken Partner.

Im Fahrzeugbau stimmt die Chemie – mit Tectura
Für die Navision-Implementierung wollte Schmitz Cargobull einen kompetenten Systemintegrator und vor allem: einen Dienstleister mit Branchen-Know-how und einem in Navision integrierten und speziell auf den Fahrzeugbau zugeschnittenen Lösungsportfolio. Der Partner sollte aber nicht nur sein Metier beherrschen – auch der Kontakt auf der menschlichen Ebene musste funktionieren, denn allen Beteiligten war klar, dass ein Projekt dieses Ausmaßes nur durch intensive und vertrauensvolle Zusammenarbeit zum Erfolg geführt werden konnte. Expertise und „Chemie“ stimmten bei der TECTURA AG, die von Schmitz Cargobull federführend mit der Navision-Implementierung betraut wurde.

Standorte mit System
Damit war der Startschuss gegeben für den sukzessiven Roll-Out von Navision, zunächst in den Produktionsstandorten in England, Spanien und Litauen in den Jahren 2001 und 2002 sowie bei den Töchtern TSE und Cargobull Parts and Services. Bis 2003 wurden die Systeme bei den Paneelfertigern in Berlin und in den Niederlassungen in Ungarn und Kroatien live geschaltet. „Grundvoraussetzung waren schnelle Antwortzeiten und die Eigenverantwortung der jeweiligen Niederlassung für ihre Daten. Aus diesem Grund haben wir uns für eine dezentrale Standortlösung entschieden“, erläutert Projektleiter Berthold Lütke Wissing. Jeder Produktionsstandort verfügt dabei über eine eigenständige Datenbank, die laufend mit den Datenbeständen der anderen Schmitz Cargobull-Systeme abgeglichen wird. Zentrale Unternehmensbereiche wie etwa die Konzernkonsolidierung oder das Beteiligungscontrolling greifen über Citrix MetaFrame in Kombination mit einem Windows 2000 Terminal Server auf die diversen Datenbanken zu. „Auswertungen und Schnittstellen sind in allen Niederlassungen standardisiert und stehen mehrsprachig zur Verfügung.“

Navision allerorts
In den einzelnen Tochtergesellschaften arbeiten im Schnitt 15 bis 20 Mitarbeiter mit Navision in den Bereichen Finanzbuchhaltung, Ein- und Verkauf sowie bei der Kostenträger- und -stellenrechnung. An den großen Produktionsstandorten in Deutschland, England, Litauen und Spanien kommt zudem Tecturas Speziallösung für die Fertigungsindustrie im Bereich der technischen Auftragsfertigung und der Produktion zum Einsatz. Zusätzliche Navision-Aufsätze, die besonderen Standortgegebenheiten Rechnung tragen (wie bspw. ein gemeinsam mit Tectura entwickeltes Kanban-Modul), runden die Funktionspalette ab. „Allgemein lässt sich sagen, dass Navision an allen Standorten als vollwertiges ERP-Programm eingesetzt wird“, hebt Lütke Wissing hervor und unterstreicht damit die gelungene Umsetzung des „Hub & Spoke“-Konzepts, bei dem das ERP-System der AG als zentrale Schaltstelle und Daten-Master für die konzernweiten Kunden, Lieferanten, Artikel und Stücklisten fungiert, während die einzelnen Produktionsstandorte ihre spezifischen Verwaltungs- und Fertigungsprozesse eigenständig mit Navision abwickeln.

„Strategische Partnerschaft“
Das System hat die Feuertaufe bestanden – dank der klaren Zuordnung des Daten-Ownership und einer reibungslosen Integration in das ERP-Backend des Konzerns. Der Projektverantwortliche führt den Erfolg zu großen Teilen auf die außergewöhnliche Anpassungsfähigkeit des Navision-Systems und – ebenso wichtig – auf dessen hohe Datentransparenz zurück, wobei letztere vor allem dem Konzern-Reporting zugute kommt. Auch die vorbildliche Berücksichtigung nationaler Besonderheiten speziell im FiBu-Bereich ist ein „Argument für Navision“. Und gute Noten erhält schließlich auch der Roll-Out-Partner Tectura, der gemeinsam mit lokalen Dienstleistern, die das Projektteam an den verschiedenen internationalen Standorten ergänzten, für eine schnelle und erfolgreiche Einführung gesorgt hat. „Kurzfristige Reaktionszeiten“ und eine „unkomplizierte Kommunikation“ attestiert der Navision-Projektleiter den Tectura-Mitarbeitern neben der hohen Qualität der Zusammenarbeit auch auf persönlicher Ebene.

Eine gelungene Kooperation und für Schmitz Cargobull eine „strategische Partnerschaft“ – in Deutschland und europaweit.

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