Techpilot Lieferantenumfrage 2015

Positive Erwartungen, größere Investitionen und verstärkte Anstrengungen in Marketing und Vertrieb
Abb. 1 Techpilot Lieferantenumfrage Umsatzerwartung 2015 (PresseBox) (München, ) Techpilot, der führende Marktplatz für die individuelle Fertigung in der Metall- und Kunststoffindustrie, hat alle Zulieferunternehmen Ende April und Anfang Mai 2015 zu ihrer Einschätzung des vergangenen Geschäftsjahres, zu ihren Erwartungen und Planungen für das laufende Geschäftsjahr und zu ihren Marketingaktivitäten befragt.

141 Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum haben sich diesmal an der Online-Befragung beteiligt. Sie repräsentieren sämtliche, auf Techpilot angebotenen Bearbeitungstechnologien, von der spanabhebenden Bearbeitung über die Blechbearbeitung bis hin zur Verarbeitung von Hochleistungskunststoffen. Offene Fragen, die individuelle Antworten zuließen, wurden nicht prozentual ausgewertet. Sie geben daher allenfalls ein Stimmungsbild wieder.

Die Ergebnisse im Detail

Mit der Geschäftsentwicklung 2014 waren 70,3 Prozent der Zulieferunternehmen sehr zufrieden bzw. zufrieden. Ihre Erwartungen wurden erfüllt (60,7 Prozent) bzw. übererfüllt (9,6 Prozent). Das Ergebnis liegt damit geringfügig über der Einschätzung des Vorjahres, die bei 70 Prozent lag. Bei 4,7 Prozent der Unternehmen wurden die positiven Erwartungen für das Jahr 2014 jedoch enttäuscht. Die negative Beurteilung der Geschäftsentwicklung wurde überwiegend mit der Krise in Russland und in der Ukraine, mit dem anhaltenden Preisdruck und mit Fachkräftemangel begründet. Unter den genannten Ursachen für die positive Entwicklung können zwei hervorgehoben werden, zum einen die vergleichsweise gute Konjunktur in Deutschland und die gute Nachfrage auch bei bestehenden Kunden, zum anderen die anziehenden Exporte.

Das bestätigt auch der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Der deutsche Maschinenbau durchlebte 2014 zwar ein konjunkturelles Wechselbad. Nach einer Wachstumserwartung von plus drei Prozent sorgten die Russland/Ukraine-Krise und fehlende Inlandsinvestitionen für Dämpfer. Diese Investitionszurückhaltung war auch ein Ergebnis der ersten Lieferantenumfrage von Techpilot im vergangenen Jahr.

Nach Ihren Erwartungen für das Geschäftsjahr 2015 gefragt, zeichneten 68 Prozent der Unternehmen in der Techpilot Umfrage ein positives Bild (Abb. 1). 21,6 Prozent erwarten deutliche Umsatzsteigerungen von mindestens 10 Prozent. 26,8 Prozent sehen ein moderates Plus von 6 bis 9 Prozent und 19,2 Prozent ein geringfügiges Umsatzwachstum von 2 bis 5 Prozent. Damit sind die Erwartungen gegenüber dem Vorjahr etwas gedämpft. Damals rechneten noch 85 Prozent der Zulieferbetriebe mit Wachstum im laufenden Jahr. Kaum verändert hat sich der Anteil der Unternehmen, die in 2015 mit einem gleichbleibenden Umsatz rechnen (18,4 Prozent).

Deutlich erhöht hat sich die Zahl der Unternehmen, die mit einem rückläufigen Ertrag für das Jahr 2015 rechnen. Waren es im vergangenen Jahr noch 6,2 Prozent, so erwarten jetzt 14,4 Prozent einen Umsatzrückgang, davon 3,2 Prozent ein deutliches Minus von mindestens 10 Prozent. Dieser Wert lag 2014 noch bei 0,6 Prozent. Insgesamt prognostizieren 32,8 Prozent der Unternehmen kein Wachstum für das laufende Jahr.

Abb.1: Die Zulieferunternehmen bei Techpilot sehen eine überwiegend positive Umsatzentwicklung im laufenden Jahr.

Zurückhaltende Auftragserwartungen

58 Prozent sehen eine moderate oder deutliche Steigerung des Auftragsvolumens in 2015. 28 Prozent rechnen mit gleichbleibenden Aufträgen. Die Prognose liegt damit deutlich unter den Vorjahreserwartungen für das Geschäftsjahr 2014. Damals rechneten noch knapp 71 Prozent mit steigenden Aufträgen und nur 22 Prozent prognostizierten ein gleichbleibendes Auftragsvolumen. Entsprechend höher sind in diesem Jahr die pessimistischen Einschätzungen. 13,4 Prozent der Befragten (im Vorjahr 6,9 Prozent) erwarten rückläufige Aufträge.

Die positiven Erwartungen werden überwiegend mit höheren Auftragsbeständen und mit der guten Wirtschaftslage begründet. Viele Unternehmen wollen aber auch mit einer Stärkung ihrer Vertriebsaktivitäten und einer Neugliederung des Vertriebs die Voraussetzungen für mehr Aufträge schaffen. Darüber hinaus wurden noch ein verbreitertes Angebotsspektrum und Investitionen ins Marketing genannt.

Bei den Unternehmen mit einer verhaltenen Prognose für die Auftragsentwicklung stehen neben bereits rückläufigen Auftragseingängen vor allem Exportrisiken im Vordergrund. Genannt wurden die Freigabe des Schweizer Franken und politische Risiken im Ausland. Einzelne Zulieferbetriebe verweisen auf sinkende Preise, Kapazitätsgrenzen, Finanzierungsprobleme beim Kunden und auf den Personalmangel in ihrer Region.

Deutlich mehr größere Investitionen

Gegenüber dem Vorjahr ist der Anteil der Unternehmen mit Investitionszurückhaltung gestiegen. 41,5 Prozent wollen keine größeren Investitionen tätigen (im Vorjahr 38,4 Prozent). Nur noch ein Viertel der Unternehmen plant Investitionen von bis zu 200.000 Euro (im Vorjahr 37 Prozent). Gestiegen ist dagegen die Zahl der Unternehmen, die größere Investitionen von mehr als 200.000 Euro planen, von 24,5 im Vorjahr auf aktuell 33,3 Prozent. Nahezu verdoppelt hat sich die Zahl der Betriebe, die mehr als 1 Million Euro ausgeben wollen (13,8 Prozent gegenüber 7,5 Prozent im Vorjahr).

Die meisten Unternehmen (68 Prozent) investieren in den Ausbau des Maschinenparks, 33 Prozent verbessern die Unternehmensausstattung, gut 29 Prozent wollen die Zahl der Mitarbeiter erhöhen und 24,5 Prozent wollen Geld für den Um- oder Ausbau der Gebäude ausgeben.

Frank Sattler, Geschäftsführer und Firmengründer von Techpilot: „Größere Unternehmen machen jetzt das einzig Richtige, sie bereiten sich auf konjunkturell schwierigere Zeiten vor und investieren vor allem in den Maschinenpark.“

Abb. 2: Die Investitionsbereitschaft zeigt ein uneinheitliches Bild: deutliche Zurückhaltung und verstärktes Engagement

Marketingkanäle und Marketingaktivitäten in der Lohnfertigung

Der zweite Teil der Befragung stand unter der Überschrift Marketing und Vertrieb. Wie intensiv werden bestimmte Marketingkanäle und Marketinginstrumente genutzt und welche Instrumente wollen die Zulieferunternehmen im laufenden Jahr intensiver nutzen?

Die Frage nach der gegenwärtigen Nutzung von Marketingkanälen und Marketinginstrumenten hat gezeigt, dass zahlreiche Unternehmen ihren Marketingmix gegenüber dem Vorjahr geändert haben. Der wichtigste Vertriebskanal der Zulieferunternehmen ist nach wie vor die persönliche Empfehlung (80 Prozent). An zweiter Stelle stand im Jahr 2014 die Nutzung von Online-Plattformen (knapp 52 Prozent), die damit die Telefonakquise (46 Prozent) vom zweiten auf den dritten Platz verdrängt hat. Deutliche Zuwächse verzeichnet auch die Premium-Mitgliedschaft bei Techpilot, die jetzt von gut 34 Prozent der Firmen eingeplant wird (25,5 Prozent im Vorjahr). Der Besuch von Veranstaltungen und Messen hat 2015 einen etwas höheren Stellenwert. 44 Prozent setzen auch auf dieses Instrument, im Vorjahr waren es 40 Prozent.

Stark gesunken ist jedoch das Vertrauen in Direct Mailings (23 gegenüber 34 Prozent im Vorjahr) und in Online-Verzeichnisse (20,5 gegenüber 33 Prozent im Vorjahr). Auch die Suchmaschinenwerbung hat an Bedeutung verloren. Nutzten im Vorjahr noch knapp 33 Prozent dieses Instrument, so sind es in diesem Jahr nur noch 26 Prozent. Nahezu unverändert ist der Stellenwert von Anzeigen in Fachzeitschriften (23 Prozent) und von Online-Bannerwerbung (5 Prozent) geblieben.

Abb. 3: Die bevorzugten Marketingkanäle im vergangenen Jahr – Gewinner und Verlierer im laufenden Jahr

Die bevorzugten Marketingkanäle in 2015

Die Unternehmen setzen auch 2015 wieder verstärkt auf den persönlichen Kontakt, insbesondere auf die persönliche Empfehlung (85 Prozent), gefolgt von der Telefonakquise (71 Prozent), vom Besuch bzw. der Teilnahme an Veranstaltungen und Messen (67 Prozent) und von der Nutzung von Techpilot (61 Prozent). Den größten Rückgang verzeichnen Online-Verzeichnisse, Einträge in Branchenbücher und Adressverzeichnisse und Online-Banner. Über 50 Prozent der Teilnehmer wollen ihr Engagement hier zurückfahren.

Mikko Kromm, Marketingleiter bei Techpilot: „Immer mehr Zulieferbetriebe merken, dass eine rein passive Präsenz im Internet kaum Ergebnisse liefert. Sie nutzen verstärkt Online-Plattformen, die Ihnen ein aktuelles Bild der Marktsituation vermitteln, auf denen sie sich aussagekräftig präsentieren können und die Ihren Marketing- und Vertriebsaufwand deutlich reduzieren.“

Techpilot stellt die Ergebnisse der Umfrage allen Teilnehmern kostenlos zur Verfügung.

Kontakt

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Mikko Kromm
Marketingleiter
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