Trend Micro warnt vor Angriff auf Heimrouter

Testlauf für Attacken auf smarte Geräte im Internet der Dinge?
(PresseBox) (Hallbergmoos, ) Router von Heimanwendern werden zu einem bevorzugten Ziel für Cyberkriminelle. Trend Micro warnt vor einer neuen Schadsoftware, die gezielt die Zugangsgeräte für das Internet befällt. Dabei handelt es sich um einen Schädling, der die Anwender auf gefälschte Seiten umleitet und ihnen dort die persönlichen Zugangsdaten zum Beispiel auf Online-Banking-Konten entlockt. Von dem Angriff sind unter anderem ADSL-Router von D-LINK und TPLINK, vor allem in Brasilien und den USA, aber auch in Deutschland betroffen. Doch bei der Attacke auf Heimrouter wird es nicht bleiben.

An sich ist die Betrugsmasche nicht neu. Schon früher gab es Schadsoftware, mit der die Cyberkriminellen die so genannten Domain-Name-Server (DNS)-Einträge – das sind die Adressen von Servern, die ihrerseits die Klarnamen von Websites in maschinenlesbare IP-Adressen auflösen, um die Anfragen der Anwender an die richtige Website zu vermitteln – ändern. Dadurch werden die Anwendereingaben in der Adressleiste des Browsers, zum Beispiel um ihre Online-Banking-Seiten im Internet zu öffnen, auf andere Zieladressen umgeleitet. Diese beherbergen gefälschte Seiten, die den echten täuschend ähnlich sehen. Gibt nun der Anwender seinen Benutzernamen und das zugehörige Passwort zu seinem Bankkonto ein, gehören die Daten den Cybergangstern. Beispiele für solche Angriffe sind das Botnetz Esthost, das über vier Millionen Systeme zu Zombierechnern gemacht hat, oder bereits mit bösartigen DNS-Einstellungen ausgelieferte Router.

Neu ist im aktuellen Fall die Angriffsmethode auf Heimrouter über das interne Netzwerk. Die Anwender müssen dazu nur auf eine speziell präparierte Webadresse klicken. Daraufhin wird über den Browser eine Schadsoftware heruntergeladen, die eine so genannte Brute-Force-Attacke gegen den Router des Heimnetzwerkes startet. Dazu probiert sie verschiedene, sehr weit verbreitete Kombinationen von Benutzernamen und Passwörtern aus, um die Administrationskonsole des Routers zu öffnen und dann die DNS-Einstellungen zu verändern – selbstverständlich, ohne dass die Nutzer irgendetwas davon merken. Der Schädling hinterlässt praktisch keine Spuren auf dem Gerät, über das er heruntergeladen wird, ruft dort auch keine Schäden hervor und nimmt nicht einmal irgendwelche Änderungen vor. Da die meisten Heimanwender die in den Routern voreingestellten Benutzernamen und Passwörter, die dazu noch im Internet öffentlich einsehbar sind, nicht ändern, ist diese Angriffsmethode mit dem Holzhammer sehr erfolgreich. Und da alle angeschlossenen Geräte – also auch Smartphones und Tablets zum Beispiel – über den infizierten Router auf das Internet zugreifen, steigt das Risiko für die Anwender, persönliche Zugangsdaten zu verlieren, noch einmal gewaltig an.

„Aus der Sicht der Cyberkriminellen ist die Methode, Router zu infizieren, äußerst effizient, bekommen sie doch dadurch alle angeschlossenen Geräte unter ihre Kontrolle“, erklärt Sicherheitsexperte Udo Schneider, Pressesprecher beim japanischen IT-Sicherheitsanbieter Trend Micro. „Und je mehr Geräte an das Internet angeschlossen werden, umso höher wird das Risiko für die Anwender. Das ist zudem eine echte Gefahr für das Internet der Dinge. Wir werden deshalb schon bald Angriffe sehen, die nicht nur Router, sondern auch smarte Geräte ins Visier nehmen, und das nicht nur in einzelnen Ländern oder Regionen, sondern weltweit.“

Was jetzt zu tun ist

Anwender sollten die Einstellungen in ihren Routern folgendermaßen ändern und

·         die Standardzugangsdaten insbesondere durch starke Passwörter ersetzen
·         die ab Werk voreingestellte Routeradresse ändern
·         die Funktionalität zur Fernwartung deaktivieren.

Websites, die Zugangsdaten erfordern, sollten immer mit einem besonders scharfen Auge betrachtet werden, bevor Benutzernamen und Kennwörter eingegeben werden. Ist die geöffnete Seite wirklich echt? Sind auffällige oder zu viele Grammatikfehler in den Texten erkennbar? Sind die SSL-Zertifikate gültig? Bestehen hier begründete Zweifel, sollten die Nutzer unverzüglich die DNS-Einträge ihrer Router prüfen und diese Vorsichtsmaßnahme in regelmäßigen Abständen wiederholen. Nützlich sind auch Browsererweiterungen wie NoScript, denn bei den beobachteten Angriffen werden bösartige Skripte verwendet, die dann keine Chance hätten, weil sie nicht ausgeführt würden.

Für Administratoren von Unternehmensnetzen hält Trend Micro ein UNIX-Shell-Skript bereit, das Webseitenaufrufe zusätzlich an einen öffentlichen DNS-Server weiterleitet und dessen Antwort mit derjenigen des im Router eingestellten DNS-Servers vergleicht. Abweichungen geben einen Hinweis darauf, dass es sich bei dem DNS-Eintrag im Router um eine bösartige Serveradresse handeln könnte.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zu den beschriebenen Routerangriffen sind im deutschen Trend Micro-Blog erhältlich.

Weitere Informationen zu Trend Micro sind verfügbar unter http://www.trendmicro.de.

Anwender informieren sich über aktuelle Bedrohungen unter http://blog.trendmicro.de.

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